Wie viel AHV bekomme ich? Deine Rente in vier Schritten
Die ehrliche Antwort lautet: zwischen CHF 1’280 und CHF 2’560 im Monat — und wo du in dieser Spanne landest, hängt an vier Grössen, die du zum grossen Teil selbst beeinflusst hast, ohne es zu merken.
Dieser Beitrag geht die vier Schritte durch, die die AHV rechnet, und zeigt an einem Beispiel, wie aus einem Erwerbsleben eine Zahl wird.
Stand: Oktober 2026. Die Renten in diesem Beitrag sind die Werte ab dem 1. Januar 2027, die der Bundesrat am 2. Oktober 2026 beschlossen hat (plus rund 1,59 Prozent). Bis Ende 2026 gelten noch CHF 1’260 Minimalrente, CHF 2’520 Maximalrente und CHF 3’780 für Ehepaare. Der Mindestbeitrag steigt 2027 von CHF 530 auf CHF 541 im Jahr.
Das Wichtigste in Kürze
- Die AHV rechnet nicht mit deinem letzten Lohn, sondern mit dem Durchschnitt deines ganzen Erwerbslebens.
- Sie rechnet auch nicht mit dem, was du einbezahlt hast — nur mit Beitragsjahren und Einkommen.
- Bei voller Beitragsdauer und einem Durchschnitt ab CHF 92’160 gibt es die Maximalrente von CHF 2’560.
- Jedes fehlende Beitragsjahr kostet rund ein Vierundvierzigstel.
- Für Ehepaare gilt zusammen ein Plafond von CHF 3’840.
Wenn du die Antwort in Franken willst statt in Schritten: Trag Geburtsjahr, Durchschnittseinkommen und Beitragsjahre ein und du hast sie. Zum AHV-Rechner.
Schritt 1: Deine Beitragsjahre
Die AHV zählt die Jahre, in denen du Beiträge geleistet hast — vom 1. Januar nach deinem 20. Geburtstag bis zum Referenzalter. Das sind maximal 44 Jahre, und dann bekommst du die Rentenskala 44 und damit eine Vollrente.
Fehlt ein Jahr, greift Skala 43 und die Rente sinkt um ein Vierundvierzigstel. Fehlen zehn Jahre, bleiben 34 Vierundvierzigstel — gut drei Viertel.
| Beitragsjahre | Rentenskala | Anteil an der Vollrente | Maximalrente wird zu |
|---|---|---|---|
| 44 | 44 | 100 Prozent | CHF 2’560 |
| 40 | 40 | rund 91 Prozent | CHF 2’327 |
| 35 | 35 | rund 80 Prozent | CHF 2’036 |
| 30 | 30 | rund 68 Prozent | CHF 1’745 |
| 22 | 22 | 50 Prozent | CHF 1’280 |
| 10 | 10 | rund 23 Prozent | CHF 582 |
Achtung, die häufigste Falle: Beitragspflichtig bist du auch, wenn du nicht arbeitest. Wer studiert, reist oder früh aufhört, muss sich selbst bei der Ausgleichskasse anmelden und mindestens den Mindestbeitrag von CHF 541 zahlen. Mehr dazu im Beitrag zu den AHV-Beiträgen für Nichterwerbstätige.
Schritt 2: Dein durchschnittliches Erwerbseinkommen
Alle deine Einkommen aus dem individuellen Konto werden zusammengezählt, mit einem pauschalen Faktor aufgewertet und durch die Zahl der Beitragsjahre geteilt.
Die Aufwertung gleicht aus, dass Löhne aus den Achtzigerjahren nominal tiefer waren. Der Faktor hängt vom Jahr deines ersten Kontoeintrags ab: Er reicht von 1,090 bei einem ersten Eintrag 1977 bis 1,000 ab 1986. Wer später eingestiegen ist, bekommt also keine Aufwertung — sie ist längst in den Löhnen drin.
Entscheidend ist der Durchschnitt, nicht die Spitze. Wer zwanzig Jahre CHF 120’000 verdient hat und zwanzig Jahre CHF 40’000, steht gleich da wie jemand mit vierzig Jahren CHF 80’000.
Schritt 3: Erziehungs- und Betreuungsgutschriften
Für jedes Jahr, in dem du Kinder unter 16 hattest, wird dir eine Erziehungsgutschrift angerechnet: die dreifache jährliche Minimalrente, also CHF 46’080. Bei verheirateten Eltern je zur Hälfte auf beide.
Dasselbe gilt für Betreuungsgutschriften, wenn du pflegebedürftige Verwandte mit Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung betreust. Sie müssen allerdings jedes Jahr für das Vorjahr beantragt werden, sonst verfallen sie.
Die Summe der Gutschriften wird durch die gesamte Beitragsdauer geteilt und zum Einkommensdurchschnitt addiert. Das ist der Grund, warum die Rente von Menschen mit Teilzeitpensum und Kindern oft deutlich höher ausfällt, als ihr eigener Lohn vermuten lässt.
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Schritt 4: Die Rentenformel
Aus Beitragsjahren und massgebendem Einkommen wird jetzt die Rente. Das massgebende Einkommen wird zuerst auf den nächsten Tabellenwert aufgerundet — die Stufen sind CHF 1’536 breit. Dann gilt:
| Massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen | Rente pro Monat, Skala 44 |
|---|---|
| bis CHF 15’360 | CHF 1’280 (Minimalrente) |
| CHF 30’720 | CHF 1’613 |
| CHF 46’080 (Wendepunkt) | CHF 1’946 |
| CHF 61’440 | CHF 2’150 |
| CHF 92’160 und mehr | CHF 2’560 (Maximalrente) |
Bis zum Wendepunkt bei CHF 46’080 steigt die Rente steil, danach flacher, und ab CHF 92’160 gar nicht mehr. Die vollständige Tabelle und alles zur Maximalrente steht im Beitrag AHV-Rente 2027: Höhe, Maximalrente und Rententabelle.
Ein Beispiel von Anfang bis Ende
Das amtliche Rechenbeispiel aus dem Merkblatt 3.01 rechnet mit den Werten 2026: Eine Frau, Jahrgang 1962, hat von 1983 bis zum Referenzalter ununterbrochen Beiträge geleistet: 43 Beitragsjahre, volle Beitragsdauer für ihren Jahrgang, also Rentenskala 44. Zwei Kinder, geboren 1986 und 1988, ergeben 18 Jahre mit Erziehungsgutschriften.
- Einkommenssumme aus 43 Beitragsjahren: CHF 1’090’000.
- Aufwertung mit dem Faktor 1,025 (erster Kontoeintrag 1983): CHF 1’117’250.
- Geteilt durch 43 Jahre ergibt einen Durchschnitt der Erwerbseinkommen von CHF 25’983.
- Erziehungsgutschriften: 18 × CHF 45’360 ÷ 43 Jahre ÷ 2 = CHF 9’494.
- Massgebendes Einkommen: CHF 25’983 + CHF 9’494 = CHF 35’477, aufgerundet auf den Tabellenwert CHF 36’288.
- Monatliche Altersrente 2026: CHF 1’719.
Ohne die Erziehungsgutschriften wäre sie bei CHF 27’216 gelandet und hätte CHF 1’522 bekommen — die Gutschriften sind in diesem Fall rund CHF 197 im Monat wert, lebenslang. Das Beispiel stammt aus dem amtlichen Merkblatt 3.01. Ab 2027 sind die Gutschrift (CHF 46’080) und die Tabellenwerte höher; der AHV-Rechner rechnet nach derselben Methode mit den Werten 2027.
Wie viel AHV bekomme ich als Hausfrau oder Hausmann?
Mehr, als die meisten denken — wenn zwei Dinge stimmen. Erstens: Die Beitragsjahre müssen lückenlos sein. Wer verheiratet ist und dessen Ehepartner mindestens CHF 1’082 pro Jahr an die AHV zahlt, ist automatisch mitversichert; die Jahre zählen. Wer nicht verheiratet ist, muss selbst einzahlen.
Zweitens: Beim Erreichen des Referenzalters beider Partner greift das Splitting. Die während der Ehe erzielten Einkommen werden geteilt und je zur Hälfte beiden angerechnet. Dazu kommen die Erziehungsgutschriften. Zusammen kann das aus einem Erwerbseinkommen von praktisch null eine Rente in der Grössenordnung der Ehepartner-Rente machen.
Die Grenze setzt der Plafond: zusammen höchstens CHF 3’840 im Monat.
Wie viel AHV bekomme ich im Ausland?
Genau gleich viel. Es gibt keinen Auslandsabschlag — sofern die Rente überhaupt exportiert wird. Für Schweizer Staatsangehörige gilt das überall, für Angehörige anderer Staaten nur bei einem Sozialversicherungsabkommen. Was wegfällt, sind Ergänzungsleistungen und Hilflosenentschädigung. Details im Beitrag zur AHV-Rente im Ausland.
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Und wie viel brauchst du wirklich?
Das ist die Frage, die hinter der Frage steckt. Als Faustregel gelten 80 Prozent des letzten Einkommens als nötiges Renteneinkommen. Rechnen wir gegen:
| Letztes Jahreseinkommen | 80 Prozent davon pro Monat | AHV-Maximalrente deckt davon |
|---|---|---|
| CHF 60’000 | CHF 4’000 | 63 Prozent |
| CHF 90’000 | CHF 6’000 | 42 Prozent |
| CHF 120’000 | CHF 8’000 | 32 Prozent |
| CHF 180’000 | CHF 12’000 | 21 Prozent |
Die Lücke wächst mit dem Einkommen, weil die AHV bei CHF 2’560 aufhört. Genau dafür gibt es die zweite und dritte Säule — und alles, was du selbst aufbaust. Wie die drei Säulen zusammenspielen, steht im Beitrag zum 3-Säulen-Prinzip.
Mein Blick darauf
Die AHV ist die verlässlichste Säule, die wir haben, und gleichzeitig die kleinste. Wer heute 30 oder 40 ist und mit der Maximalrente plant, plant ab 2027 mit CHF 2’560 im Monat — plus 13. Rente. Das ist eine solide Basis und nichts, worauf sich ein gewohnter Lebensstandard bauen lässt.
Meine Konsequenz daraus: Ich behandle die AHV als Fundament, nicht als Plan. Das Fundament pflege ich, indem ich alle paar Jahre den IK-Auszug bestelle und sicherstelle, dass keine Lücke drin ist. Den Rest baue ich selbst — offen einsehbar in meinem Depot.
Häufige Fragen
Wie viel AHV bekomme ich mindestens?
CHF 1’280 pro Monat bei voller Beitragsdauer. Mit Beitragslücken kann es deutlich weniger sein: Bei 22 Beitragsjahren wären es noch CHF 640.
Wie viel AHV bekomme ich maximal?
CHF 2’560 pro Monat. Dafür braucht es 44 Beitragsjahre und ein massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen von mindestens CHF 92’160.
Zählt mein letzter Lohn für die AHV-Rente?
Nein. Massgebend ist der aufgewertete Durchschnitt über dein ganzes Erwerbsleben, ergänzt um Erziehungs- und Betreuungsgutschriften. Ein hoher Schlusslohn nach mageren Jahren hebt die Rente kaum.
Wie viel AHV bekomme ich als Hausfrau oder Hausmann?
Das hängt an den Beitragsjahren und am Splitting. Wer verheiratet ist und dessen Ehepartner mindestens CHF 1’082 pro Jahr einzahlt, ist mitversichert. Beim Erreichen des Referenzalters beider Partner werden die Einkommen der Ehejahre geteilt und je zur Hälfte angerechnet, dazu kommen die Erziehungsgutschriften.
Wo sehe ich, wie viele Beitragsjahre ich habe?
Im Auszug aus dem individuellen Konto. Er ist bei jeder Ausgleichskasse kostenlos und zeigt Jahr für Jahr, was verbucht ist. Wer mehrere Arbeitgeber oder Kantone hatte, lässt sich alle Konten auf einmal beschaffen.
Bekomme ich eine verbindliche Auskunft über meine künftige Rente?
Ja, über die Rentenvorausberechnung deiner Ausgleichskasse. Sie ist kostenlos und ab 40 Jahren möglich. Verbindlich ist auch sie nicht — die Rente wird erst im Rentenfall definitiv festgesetzt —, aber sie ist die beste Schätzung, die es gibt.
Quellen
- Merkblatt 3.01 «Altersrenten und Hilflosenentschädigungen der AHV», Stand 1.1.2026
- BSV «Rententabellen 2027 AHV/IV», Skala 44, gültig ab 1.1.2027
- Merkblatt 1.01 «Auszug aus dem Individuellen Konto (IK)»
- Merkblatt 3.06 «Rentenvorausberechnung»
- Bundesrat, Medienmitteilung «AHV/IV-Minimalrente steigt um 20 Franken» vom 2. Oktober 2026
Quellen am 15. September 2026 abgerufen, die Werte für 2027 am 13. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung und keine Vorsorge-, Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind die gesetzlichen Bestimmungen und die Auskunft deiner Ausgleichskasse.






















8 Responses
Hallo Sparkojote! Guter Artikel, aber deine Zahlen sind leider falsch. Seit dem 1. Januar 2023 gibt es höhere AHV-Renten, so beträgt die maximale Rente z.B. nun CHF 2’450 pro Monat. Gruss! Max
@Max
Supi vielen Dank für die Korrektur, ich habe es nachträglich angepasst im Artikel!
LG
Thomas
Alle genannten Zahlen sind seit mehr als 10 Monaten veraltet – schade, aber das zeigt halt auch das Niveau des Blogs: SEO bis zum Abwinken, der Rest ist egal.
@Sparmaus:
Warum liest du so enen niveaulosen Bolg? Weil es dich interessiert 😉 So sehr, dass du dir sogar die Zeit nimmst, einen Kommentar zu hinterlassen. Der Sparkojote ist weder perfekt noch weiss er alles noch ist er fehlerfrei. Aber er zeigt einen MÖGLICHEN Weg auf, und hilft vielen Menschen, sich mit dem Thema Geld auseinanderzusetzten. Mir und vielen anderen sind seine Inputs nützlich. Niemand muss das 1:1 geanuso machen, das wird in den meisten Fällen gar nicht möglich sein. Und gernerll ist im Leben immer sinnvoll, nicht nur einer einzigen Quelle zu vertrauen.
@Urs F.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen Danke. Immer mehrere Quellen aufsuchen, niemals blind jemandem Vertrauen. Egal wer es ist!
Lg
Thomas
Eine wichtige info fehlt. Man kann einen auszug bei der ausgleichskasse verlangen, dann sieht man dass gesamteinkommen und kann sich errechnen wo die ahv etwa sein kann.
Was auch noch besser wäre wenn du den minimal bzw. Maximal lohn zum min/max rente erwähnen würdest.
Was auch spannend wäre, was du dir vielleicht auch überlegst, lohnt es sich als selbstständigen den maxbetrag einzuzahlen oder doch lieber minimal dafür selbst etf sparen
@D
Hast du da direkt den Link dazu vielleicht?
Du kannst ihr gerne hier sofort verlinken oder mir per Mail zukommen lassen via Kontaktformular.
https://sparkojote.ch/kontakt
LG
Thomas
Lebe von IV rente. 2400 fr . Monatlich .
Seit fuenf jahren keine Arbeit mehr in der Schweiz .
Bezahlt die IV meinen Beitrag?