Depot in der Schweiz als Deutscher: Broker, Steuern, Depotübertrag (2026)

Depot in der Schweiz als Deutscher: Broker, Steuern, Depotübertrag (2026)

Thomas Kovacs, der Sparkojote, rundes Porträt; Text: Depot in der Schweiz als Deutscher

Ja, als Deutscher mit Wohnsitz in der Schweiz kannst du hier ein Depot eröffnen — du brauchst dafür nur Ausweis, Aufenthaltsbewilligung und einen Wohnsitznachweis. Die wichtigere Frage ist eine andere: Welches deiner Depots überlebt den Umzug überhaupt?

Ich habe diesen Beitrag 2022 nach einem Gespräch mit Christian, dem Auswanderluchs, geschrieben. Das Gespräch steht weiter unten unverändert drin — aber drei Sachen darin stimmen 2026 nicht mehr, und genau die kosten dich beim Umzug Geld. Darum vorne dran das, was heute gilt.

Stand: September 2026. Alle Preise, Gebühren und Voraussetzungen in diesem Beitrag habe ich am 16. September 2026 bei den Anbietern und den Steuerbehörden nachgelesen; die Quellen stehen am Ende des Beitrags.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trade Republic und Scalable Capital fallen weg. Beide brauchen deinen Wohnsitz in einem Land, in dem sie tätig sind — die Schweiz gehört nicht dazu.
  • Ein deutsches Depot bei einer klassischen Bank kannst du oft behalten, wenn die Bank Kunden mit Auslandwohnsitz führt. Frag vor dem Umzug nach, nicht danach.
  • Ein Schweizer Depot ist in wenigen Minuten eröffnet — Ausweis, Aufenthaltsbewilligung, Wohnsitznachweis nicht älter als sechs Monate.
  • Der Depotübertrag in die Schweiz ist bei Swissquote gratis (Einlieferung elektronisch: kostenlos). Teuer wird es beim abgebenden Institut und später beim Weggehen: CHF 50 pro Position für die Auslieferung.
  • Steuerlich ist der Umzug die grössere Änderung als der Depotstandort. Es zählt, wo du steuerpflichtig bist — nicht, wo das Depot liegt.

Wenn du erst noch vergleichst, welcher Schweizer Broker zu dir passt: Ich habe die Anbieter im Broker-Vergleich Schweiz nebeneinandergestellt.

Depot in der Schweiz eröffnen als Deutscher: die Checkliste

Ein Schweizer Depot bekommst du als Deutscher mit Wohnsitz in der Schweiz genauso wie jeder andere hier. Es gibt keine Extra-Hürde für die Staatsangehörigkeit — es gibt eine Hürde für den Wohnsitz, und den hast du ja.

  1. Ausweis. Reisepass oder Identitätskarte. Swissquote verlangt ein Ausweisdokument plus, wenn du als Ausländerin oder Ausländer in der Schweiz lebst, die Aufenthaltsbewilligung.
  2. Wohnsitznachweis, nicht älter als sechs Monate. Akzeptiert werden Rechnungen von Strom, Wasser, Internet oder Telefon, Steuerbescheide oder eine Wohnsitzbescheinigung der Gemeinde. Genau dieser Punkt ist der Grund, warum viele die Eröffnung erst nach der Anmeldung bei der Gemeinde schaffen.
  3. Steuerliche Ansässigkeit angeben. Die Bank fragt im Onboarding nach deinem Steuersitz und der Steuernummer. Wenn du frisch aus Deutschland kommst, ist das der Punkt, an dem du sauber deklarierst, dass dein Steuersitz jetzt die Schweiz ist.
  4. Keine US-Person sein. Yuh schliesst US-Bürgerinnen und Personen mit dauerhaftem US-Aufenthaltsrecht ausdrücklich aus.
  5. Erste Einzahlung von einem Konto auf deinen Namen. Bei Yuh muss die Ersteinzahlung von einem Bankkonto kommen, das auf dich lautet.
  6. Kamera bereithalten. Die Identifikation läuft digital per Video beziehungsweise Foto — Handy, Tablet oder Rechner mit Kamera genügt.

Zur Dauer: Swissquote nennt auf den Onboarding-Seiten keine verbindliche Frist. In meiner Praxis ist der Antrag in einer Viertelstunde ausgefüllt, und das Konto ist in der Regel innerhalb weniger Arbeitstage bereit — plane die Wochen für den Depotübertrag ein, nicht für die Eröffnung.

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Depotübertrag von Deutschland in die Schweiz: Ablauf, Kosten, Dauer

Du musst dein deutsches Depot nicht verkaufen, um in die Schweiz zu wechseln. Ein Depotübertrag verschiebt die Wertschriften, ohne dass sie verkauft werden — steuerlich passiert dabei nichts, solange du wirtschaftlich Berechtigter bleibst (also kein Gläubigerwechsel stattfindet).

  1. Schweizer Depot zuerst eröffnen. Ohne Zielkonto geht gar nichts, und ohne Schweizer Wohnsitz gibt es kein Zielkonto. Reihenfolge: anmelden, Wohnsitznachweis besorgen, Depot eröffnen, dann übertragen.
  2. Übertragsauftrag beim abgebenden Institut einreichen. Der Auftrag geht immer an die Bank, die die Titel heute hält — nicht an die Schweizer Bank. Swissquote stellt dafür ein Formular bereit, das du deiner bisherigen Bank schickst.
  3. Position für Position prüfen. Nicht jeder deutsche ETF ist in der Schweiz lieferbar. Kläre vor dem Auftrag, ob deine ISIN übernommen wird, sonst bleibt die Position hängen oder muss verkauft werden.
  4. Zeit einplanen. Swissquote schreibt selbst, dass Wertschriftenüberträge je nach abgebendem Institut mehrere Wochen dauern können; realistisch sind ein bis vier Wochen, wenn nichts klemmt.
  5. Erst am Schluss das alte Depot schliessen. Solange noch eine Position unterwegs ist, brauchst du das alte Konto.

Die Kosten: Bei Swissquote ist die elektronische Einlieferung kostenlos. Was du zahlst, ist die Seite des abgebenden Instituts — das regelt jede Bank selbst, frag dort konkret nach dem Preis pro Position. Und denk daran, dass die Gegenrichtung Geld kostet: Wer später aus der Schweiz wieder wegzieht, zahlt bei Swissquote CHF 50 pro Position für die elektronische Auslieferung, physische Lieferungen CHF 200 pro Position.

Was du für die Schweizer Steuererklärung aufheben solltest: die Belege über Kaufdatum und Kaufpreis deiner Positionen. Für die Vermögenssteuer zählt zwar nur der Kurswert am 31. Dezember — aber sauber dokumentierte Einstände ersparen dir jede Diskussion darüber, ob du privat anlegst oder gewerbsmässig handelst.

Steuern: was sich mit dem Umzug wirklich ändert

Hier räume ich mit dem hartnäckigsten Irrtum auf: Es spielt für deine Steuern keine Rolle, ob dein Depot in Zürich oder in Frankfurt liegt. Massgebend ist, wo du steuerpflichtig bist. Wer in der Schweiz wohnt, versteuert sein weltweites bewegliches Vermögen und dessen Erträge hier.

In der Schweiz

  • Kursgewinne auf dem Privatvermögen sind steuerfrei. Das ist der grosse Unterschied zur deutschen Abgeltungssteuer — es gibt keine Kapitalgewinnsteuer für private Anlegerinnen und Anleger. Die Grenze ist der gewerbsmässige Wertschriftenhandel; wer stur kauft und liegen lässt, kommt ihr nicht nahe.
  • Dividenden und Zinsen sind Einkommen und gehören ins Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärung.
  • Dein Depot zählt zum Vermögen. Vermögenssteuer erheben Kantone und Gemeinden, nicht der Bund — der Satz hängt also von deinem Wohnort ab.
  • Verrechnungssteuer: 35 Prozent zieht die Schweiz auf Kapitalerträgen ab. Mit Wohnsitz in der Schweiz bekommst du sie vollständig zurück, wenn du die Vermögenswerte und die Erträge in der Steuererklärung deklarierst. Zuständig ist der Kanton, in dem du am Jahresende gewohnt hast; der Anspruch erlischt drei Jahre nach Ablauf des Fälligkeitsjahres.
  • Ausländische Quellensteuern holst du mit dem Formular DA-1 zurück — zum Beispiel die 15 Prozent auf US-Dividenden. Das Formular ist ein Ergänzungsblatt zum Wertschriftenverzeichnis. Bagatellen zählen nicht: Bleiben die nicht rückforderbaren ausländischen Steuern unter 100 Franken, gibt es keine Anrechnung.

Den Papierkram macht dir ein Steuerauszug der Bank leichter — wie du ihn bestellst und was er kostet, steht im Beitrag zum Steuerauszug bei Swissquote.

In Deutschland

Mit dem Wegzug endet deine unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland. Erträge aus einem Schweizer Depot fallen dann nicht mehr unter die deutsche Abgeltungssteuer: Für beschränkt Steuerpflichtige sind Kapitalerträge nur dann inländische Einkünfte, wenn der Schuldner beziehungsweise der Emittent seinen Sitz in Deutschland hat. Ein Schweizer Depot mit ausländischen Titeln erfüllt das nicht.

  • Meldet euch beim Finanzamt ab und klärt dort, was für das Umzugsjahr gilt — in diesem Jahr wechselst du von der unbeschränkten in die beschränkte Steuerpflicht, und das ist der Fall, bei dem es am ehesten kompliziert wird.
  • Freistellungsaufträge laufen ins Leere, sobald du nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig bist. Behältst du ein deutsches Depot, sag der Bank rechtzeitig Bescheid, dass du jetzt im Ausland wohnst.
  • Zweitwohnsitz macht es zur Einzelfrage. Wer in beiden Ländern eine Wohnung hat, entscheidet nicht selbst, wo er ansässig ist — da gehört ein Steuerberater hin, nicht ein Blogartikel.

Ich bin kein Steuerberater, und dieser Abschnitt ersetzt keine Beratung. Er soll dir die richtigen Fragen geben, bevor du im Januar mit einem Stapel Belege dasitzt.

Trade Republic, Scalable Capital und Co. bei Schweizer Wohnsitz

Das ist der Punkt, an dem die meisten Auswanderer kalt erwischt werden: Die günstigen deutschen Neobroker sind EU-Produkte. Sie brauchen deinen Wohnsitz in einem Land, in dem sie zugelassen sind — und die Schweiz ist keins davon.

  • Trade Republic: Das Hilfecenter nennt als Voraussetzung, dass du deinen dauerhaften Wohnsitz und deine steuerliche Ansässigkeit in dem Land hast, aus dem du dich registrierst, dazu eine EU-Telefonnummer und ein SEPA-Konto. Aufgezählt werden Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Finnland, Irland, Griechenland, Portugal, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien und die Slowakei. Einen Schweizer Auftritt gibt es nicht — die Länderseite traderepublic.com/de-ch antwortet am 16. September 2026 mit einem 404.
  • Scalable Capital schreibt es im Hilfecenter unmissverständlich hin: «Bei einem Umzug in ein Land ausserhalb des EWR kann die Geschäftsbeziehung aus geschäftspolitischen Gründen leider nicht fortgesetzt werden.» Die Schweiz ist nicht im EWR.
  • Klassische deutsche Banken und Direktbanken sind die Ausnahme: Einige führen Depots auch für Kunden mit Wohnsitz im Ausland weiter. Das ist aber Hausrecht jeder Bank — schriftlich nachfragen, bevor du umziehst, nicht danach.

Praktische Reihenfolge, wenn dein Umzug ansteht: Schweizer Depot eröffnen, sobald du angemeldet bist, dann die Positionen aus dem Neobroker-Depot übertragen lassen, dann dort kündigen. Wer zuerst kündigt, muss verkaufen — und verkauft womöglich zum falschen Zeitpunkt.

🎁 Der Broker meiner Wahl ist Swissquote, ein sehr bekannter Schweizer Online-Broker. Mein vollständiges Depot befindet sich dort, mittlerweile mehr als 800’000 Franken. Ich investiere regelmässig über Aktien & ETF Sparpläne (Jetzt Neu auch mit Fractional Shares).

Swissquote, die Schweizer Bank für Investments, bietet eine Vielzahl an Anlagemöglichkeiten – von Aktien, Anleihen und ETFs bis hin zu Optionen und Rohstoffen.

Als Kunde kann man übrigens auch kostenlos in die Swissquote-Lounge in Zürich oder Gland, dort gibt es gratis Kaffee und Schokolade ;-). Wenn Du ein Depot bei Swissquote eröffnen willst, kannst Du bei der Anmeldung folgenden Aktionscode „MKT_SPARKOJOTE“ nutzen, um 100 CHF Trading Credits bei der Eröffnung zu erhalten (only for swiss residents). Nutze dazu diesen Link*.

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Swissquote und Yuh: was heute gilt

2022 habe ich in diesem Beitrag noch gesagt, Investments bei Swissquote lohnten sich erst ab rund 1’500 Franken bei Einzelaktien und ab 600 Franken bei ETFs, und ETF-Sparpläne gäbe es in der Schweiz nicht. Beides gilt nicht mehr. Die Courtagenstaffel beginnt heute unten, und beide Anbieter haben Sparpläne mit Bruchteilen.

SwissquoteYuh
DepotgebührCHF 20 bis 50 pro Quartal je nach Vermögen, zzgl. MwSt.keine
Courtage Schweizer Aktie, Order CHF 1’000CHF 5 (Staffel: 0–500 CHF 3 · 500.01–1’000 CHF 5 · 1’000.01–2’000 CHF 10 · 2’000.01–10’000 CHF 29), zzgl. CHF 0.85 EchtzeitdatenCHF 5 (0.5 % bis CHF 10’000, mindestens CHF 1)
Sparplanab CHF 3 pro Ausführung, täglich bis monatlich, Bruchteile möglichwiederkehrende Investition ab CHF 10 pro Monat; ausgewählte ETFs ohne Courtage
Währungswechselab 0.95 %0.95 %
Steuerauszugdigital CHF 85 mit Wohnsitz SchweizeSteuerauszug CHF 19
Wohnsitz ausserhalb der Schweizkeine Länderliste veröffentlicht — EinzelfallCH, DE, FR, IT, AT, LI; für Nachbarländer amtlicher Wohnsitznachweis und Ersteinzahlung ab 500 EUR/CHF
Stand 16. September 2026, Angaben der Anbieter. Dazu kommt bei beiden die eidgenössische Umsatzabgabe von 0.075 % auf Schweizer und 0.15 % auf ausländischen Titeln.

Wie sich das im Alltag anfühlt, habe ich ausführlich aufgeschrieben: im Swissquote-Erfahrungsbericht und im Yuh-Erfahrungsbericht. Wo genau der Kipppunkt zwischen den beiden liegt, rechne ich im Beitrag Yuh gegen Swissquote im Direktvergleich durch. Und wenn dich stört, dass eine Vanguard-Aktie mehrere hundert Franken kostet, schau dir Bruchteile bei Yuh an — damit kannst du auch mit kleinen Beträgen stur weiterkaufen.

Und die zwei Sätze für alle, die in Deutschland wohnen bleiben

Ein Schweizer Depot vom deutschen Wohnsitz aus ist kein Selbstläufer. Yuh nennt Deutschland ausdrücklich als zulässiges Wohnsitzland, verlangt dafür aber einen amtlichen Wohnsitznachweis und eine Ersteinzahlung von mindestens 500 Euro beziehungsweise Franken von einem Konto in deinem Wohnsitzland. Swissquote veröffentlicht keine Länderliste — das ist eine Frage an den Support, keine, die ich dir hier beantworten kann. Was ohnehin gilt: Ein Auslandsdepot befreit dich nicht von deiner deutschen Steuerpflicht, und die Gutscheincodes in meinen Berichten sind auf die Schweizer Angebote gemünzt.


Das Gespräch mit dem Auswanderluchs (2022)

Der folgende Teil ist die Zusammenfassung meines Gesprächs mit Christian, dem Auswanderluchs, vom Januar 2022. Ich lasse ihn stehen, weil die grossen Linien weiter stimmen — die Zahlen und die Broker-Aussagen sind der Stand von damals. Was sich geändert hat, steht oben.

Heute erweitern wir unseren Horizont, wortwörtlich. Denn vor kurzem hatte ich Christian, den Auswanderluchs zu Besuch und er hat mit uns geteilt, welche Auswirkungen sein Einwandern bisher in die Schweiz auf seinen persönlichen Vermögensaufbau hatte.

Stimmt die Rechnung mehr Verdienst = mehr Ausgaben?

Der erste Punkt, der den meisten wohl in den Sinn kommt: Ist das Verhältnis zwischen Lohn und Ausgaben in der Schweiz ein Nullsummenspiel? Heisst, man verdient in der Schweiz tendenziell mehr, hat aber auch höhere Ausgaben und das führt dazu, dass sich das Verhältnis wieder relativiert.

Von aussen kommen dann so Beispiele, wie die im Vergleich teure Kinderbetreuung. Das stimmt zwar auf den ersten Blick, aber ganz so leicht pauschalisieren lässt sich das nicht. Fakt ist, in der Schweiz ist der Lohn tendenziell höher und das spiegelt sich auch in den absoluten Zahlen wider.

Natürlich kommt es an dieser Stelle auch darauf an, ob und wie gut du dein Gehalt mit dem Arbeitgeber verhandelt hast. Unternehmen wollen möglichst wenig Lohn zahlen in der Regel. Trotzdem bestätigt Christian, dass alle Deutschen aus seinem Umfeld, die in die Schweiz ausgewandert sind oder dort arbeiten, mit einem finanziellen Plus am Ende des Monats rauskommen.

Je höher dein Lohn, desto niedriger die Differenz

In der Schweiz profitierst du von deutlich niedrigeren Abgaben, und das macht sich besonders bei hohen Einkommen bemerkbar. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Spitzensteuersatz in der Schweiz höher angesetzt. Hier kannst du je nach Kanton auch bis zu einer halben Million verdienen und kommst nur ansatzweise an den Spitzensteuersatz ran. Du behältst also von deinem Lohn mehr — vor allem dann, wenn du deinen Lebensstil nicht gleichzeitig hochschraubst. Das wiederum resultiert in einer höheren Sparquote.

Vermögens-Boost in der Schweiz

Nehmen wir mal an, dass du in Deutschland prozentual gleich viel sparst wie in der Schweiz. Dann hast du in der Schweiz am Ende mehr Geld übrig. Jetzt gibt es viele Menschen, die in der Schweiz ihre Karriere boosten oder hier nicht sesshaft werden wollen und dann nach zum Beispiel 10 Jahren nach Deutschland zurückkehren.

Diese Menschen haben dann mit dem Ersparten in Deutschland eine höhere Kaufkraft und können sich in den meisten Fällen zum Beispiel ein Eigenheim finanzieren oder auch direkt kaufen. Und dieser Effekt wird oft ausser Acht gelassen.

Die Schweiz ist ein Investment-Turbo

Um das einmal in einen besseren Kontext zu setzen: Hier in der Schweiz ist meistens das, was in Deutschland die Immobilie insgesamt kostet, gerade mal die Hypothek, wenn man von 20 bis 25 Prozent Anzahlung ausgeht. Natürlich nicht pauschalisiert, weil es hier auch darauf ankommt, wo die Immobilie in Deutschland steht.

Aktiendepot als Auswanderer

Wie schaut es aber eigentlich beim Vermögensaufbau aus, wenn man aus Deutschland in die Schweiz kommt und in Aktien investiert? Ist es sinnvoll, das deutsche Depot zu behalten oder lieber eines bei einer Schweizer Bank zu eröffnen? Wenn dich der Unterschied zwischen Aufbauen und Erhalten interessiert: Vermögenserhalt und Vermögensaufbau.

Grundsätzlich ist das jedem selbst überlassen. In vielen Fällen kommt es darauf an, was deine Ziele sind. Christian zum Beispiel besass 2022 ein Depot bei der DKB, wo er einen ETF-Sparplan hatte — ETF-Sparpläne waren damals bei Schweizer Banken noch die Ausnahme.

Korrektur 2026: Das ist überholt. Swissquote führt Sparpläne mit Bruchteilen ab CHF 3 pro Ausführung, Yuh wiederkehrende Investitionen ab CHF 10 im Monat. Auch die Faustregel aus dem Gespräch — Einzelaktien erst ab 1’500 Franken, ETFs ab 600 Franken — gilt nicht mehr: Die Swissquote-Courtage beginnt bei CHF 3 für Orders bis 500 Franken.

Und du kannst auch Depots bei deutschen Banken haben, obwohl dein Wohnsitz in der Schweiz ist — sofern die jeweilige Bank Kunden mit Auslandwohnsitz führt.

Trade Republic

Ein beliebter Broker unter Deutschen ist Trade Republic. Hier kannst du aber keine Schweizer Aktien direkt handeln. Das liegt an der Börsenäquivalenz und am geldpolitischen Verhältnis zwischen der EU und der Schweiz. Das heisst, wenn du Schweizer Aktien haben möchtest, dann musst du die auch über die Schweizer Börse handeln.

Eine weitere Sache, die man beachten sollte: Wenn man seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt, dann muss man das Depot bei Trade Republic aufgeben. Das gilt unverändert — den heutigen Stand dazu habe ich oben aufgeschrieben.

Deutsches Depot mit Schweizer Wohnsitz

Und wie sieht das mit den Steuern aus? Hier möchte ich direkt mit einem Irrtum aufräumen, der weit verbreitet ist: Es spielt keine Rolle, ob du ein Schweizer oder ein deutsches Depot hast, zumindest auf die Steuern bezogen. Du zahlst Steuern an dem Ort, wo du steuerpflichtig bist.

Anders kann es aussehen, wenn du zum Beispiel einen Zweitwohnsitz im jeweils anderen Land hast. Wie das in diesem Fall ausschaut, damit kann dir ein Steuerberater gut helfen.

Ein deutsches Depot kannst du als in der Schweiz wohnhafte Person führen, wenn deine Bank das zulässt. Du trägst dort deinen Schweizer Wohnsitz ein und giltst als Steuerausländer. Dann wird keine deutsche Kapitalertragsteuer abgeführt, und Kirchensteuer wie Sparer-Pauschbetrag fallen weg. All diese Erträge deklarierst du stattdessen in der Schweiz — wie genau, sagt dir dein kantonales Steueramt.

Fazit: Turbo-Boost Schweiz

Du siehst also: Wenn es um den Vermögensaufbau geht, dann ist die Schweiz ein echter Turbo-Boost — absolut und prozentual. Vor allem, wenn man aus einem Land wie Deutschland hierher einwandert. Kleiner Tipp: Hör dir lieber an, was die Menschen sagen, die diese Erfahrung gemacht haben, statt auf Leute zu hören, die nur über Auswandern in der Theorie reden.

Wie Christian, der Auswanderluchs, der in seinem Blog solche und weitere Themen behandelt. Wie schaut es bei dir aus? Ist Auswandern in die Schweiz ein Thema für dich, oder bist du schon hier? Schreib mir deine Erfahrungen in die Kommentare.

Häufige Fragen

Kann ich als Deutscher ein Depot in der Schweiz eröffnen?

Ja. Mit Wohnsitz in der Schweiz eröffnest du ein Depot wie alle anderen hier auch: Ausweis, Aufenthaltsbewilligung und ein Wohnsitznachweis, der nicht älter als sechs Monate ist. Die Staatsangehörigkeit ist kein Hindernis, der Wohnsitz ist das Kriterium. Ohne Schweizer Wohnsitz wird es zur Einzelfrage: Yuh akzeptiert unter Auflagen auch Wohnsitz in Deutschland, Swissquote veröffentlicht keine Länderliste.

Kann ich Trade Republic mit Schweizer Wohnsitz behalten?

Nein. Trade Republic verlangt Wohnsitz und steuerliche Ansässigkeit in einem der Länder, in denen der Broker tätig ist, dazu eine EU-Telefonnummer und ein SEPA-Konto. Die Schweiz gehört nicht dazu. Übertrage deine Positionen vor dem Umzug auf ein Depot, das dich als Kunden behalten darf.

Was passiert mit meinem Scalable-Capital-Depot, wenn ich in die Schweiz ziehe?

Scalable Capital schreibt im Hilfecenter, dass die Geschäftsbeziehung bei einem Umzug in ein Land ausserhalb des EWR nicht fortgeführt werden kann. Die Schweiz liegt ausserhalb des EWR. Melde den Umzug frühzeitig und kläre den Depotübertrag, bevor du dich in Deutschland abmeldest.

Was kostet ein Depotübertrag von Deutschland in die Schweiz?

Die Einlieferung bei Swissquote ist elektronisch kostenlos. Was du zahlst, hängt vom abgebenden Institut ab — das regelt jede Bank selbst. Umgekehrt kostet die Auslieferung aus der Schweiz bei Swissquote CHF 50 pro Position, physisch CHF 200. Rechne mit ein bis vier Wochen Bearbeitungszeit, bei trägen Gegenstellen auch länger.

Muss ich mein deutsches Depot auflösen, wenn ich in die Schweiz ziehe?

Nicht zwingend. Klassische Banken und Direktbanken führen Depots teilweise auch für Kundinnen und Kunden mit Auslandwohnsitz weiter — das ist Hausrecht jeder Bank, und du solltest vor dem Umzug schriftlich nachfragen. Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital können es nicht.

Wie werden Aktien und ETFs in der Schweiz besteuert?

Kursgewinne im Privatvermögen sind steuerfrei, eine Abgeltungssteuer auf Kursgewinne gibt es nicht. Dividenden und Zinsen sind steuerbares Einkommen, das Depot selbst gehört zum steuerbaren Vermögen — die Vermögenssteuer erheben Kanton und Gemeinde. Auf Schweizer Erträgen behält der Bund 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die du zurückbekommst, wenn du alles in der Steuererklärung deklarierst.

Wie hole ich die Verrechnungssteuer zurück?

Über die ordentliche Steuererklärung: Du deklarierst Vermögenswerte und Erträge im Wertschriftenverzeichnis, zuständig ist der Kanton, in dem du am Ende des Kalenderjahres gewohnt hast. Der Anspruch erlischt, wenn du den Antrag nicht innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Fälligkeitsjahres stellst.

Was ist das Formular DA-1?

Das DA-1 ist das Ergänzungsblatt zum Wertschriftenverzeichnis, mit dem du dir ausländische Quellensteuern anrechnen lässt — etwa die 15 Prozent auf US-Dividenden, die im Quellenstaat bleiben. Bagatellfälle sind ausgenommen: Bleiben die nicht rückforderbaren ausländischen Steuern bei 100 Franken oder darunter, wird nichts angerechnet.

Quellen

Alle Quellen am 16. September 2026 abgerufen. Dieser Beitrag ist meine Einordnung und keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Verbindlich sind die Bedingungen deiner Bank und die Auskunft deines kantonalen Steueramts beziehungsweise deines Finanzamts.

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15 Responses

  1. Marcus sagt:

    Danke für deinen Beitrag. Ich bin seit 6 Jahren in der Schweiz und habe ein Depot bei Flatex eröffnet für ETF Sparpläne. Bei Trade Republic ist dies mit Schweizer Wohnsitz nicht möglich. Bezüglich Steuern habe ich mich für die thesaurierende Variante entschieden, da ich den Ansatz Buy and Hold verfolge, sollte ich nur Vermögensteuer in der Schweiz zahlen müssen, aber dies kläre ich mit dem Steuerberater nochmal ab.
    Gibt es auch ein Schweizer Depot, wo ich Einzelaktien in kleineren Summen kaufen kann? Swissquote ist schon sehr teuer. Yuh hat nur 219 Aktien, das ist für mich leider nicht attraktiv.
    Vielen Dank für deine wertvollen Videos und hilfreichen Informationen.

  2. Alain Surlemur sagt:

    „Jetzt gibt es viele Menschen, die in der Schweiz ihre Karriere boosten oder hier nicht sesshaft werden wollen und dann nach zum Beispiel 10 Jahren nach Deutschland zurückkehren.“

    Das mit dem Zurückkehren haben schon viele gesagt.
    Der Traum : Einfach ein paar Jahre in der Schweiz leben, arbeiten und eisern sparen, dann zurück nach [Italien / Spanien / Portugal / Jugoslawien / Türkei / wasauchimmer ], mit dem Gesparten ein Häuschen bauen und eine Familie gründen.

    Die Realität: Komischerweise sind die meisten in der Schweiz kleben geblieben…

  3. Frank sagt:

    Hallo Thomas
    Mich verwundert Dein Satz:
    „Es spielt keine Rolle, ob du ein Schweizer Depot oder ein Deutsches Depot hast, zumindest auf die Steuern bezogen. Du zahlst Steuern an dem Ort, wo du steuerpflichtig bist.“

    Ist es nicht so das ein deutscher Depotanbieter wie die DKB die Steuern auf „Kursgewinne“ (und Dividenden) direkt abzieht? (Abgeltungssteuer) In der Schweiz werden die „Kursgewinne“ gar nicht besteuert. Kann ich diese dann mit Schweizer Wohnsitz wieder zurückfordern?

  4. Frank sagt:

    Hallo Thomas

    danke für den Info.
    Mit „Steuerausländer“ gesucht, finde ich sogar den passenden Artikel.
    Hier findet man auch einen Musterbrief wie die fälschlicherweise eingezogenen Steuern wieder zurückgeholt werden können.
    https://www.deutscheskonto.org/de/steuertipps/steuerauslaender/

    LG

    Frank

  5. Martin sagt:

    Hallo Thomas

    Besten Dank ebenso von mir für deinen Einsatz. Habe schon vieles auf deiner Seite mit Interesse gelesen.

    Zu meiner Frage:
    Ich habe aktuell ein Depot mit recht vielen Positionen (die ich nicht verkaufen will/kann) bei Smartbroker. Leider akzeptieren die aber nur noch bis max. 30.04.24 Schweizer Kunden. Da man nun beim Umzug auf ein Schweizer Depot für jedes einzelne Aktienpaket hohe Gebühren zahlen muss, frage ich mich schon etwas verzweifelt, was ich nun machen kann. – Gibt es Alternativen in Deutschland? Hier fällt mir eigentlich nur die DKB ein, bei der ich bisher nur einen Sparplan führe.

    Bin sehr gespannt auf deine Antwort 🙂

    Beste Grüße
    Martin

  6. Alex sagt:

    Hallo Thomas,

    ich bin derzeit in der Schweiz gemeldet und besitze nur die Schweizer Staatsbürgerschaft. Ich habe bei flatex in Deutschland ein Depot eröffnet, um monatlich in ETFs zu investieren. In diesem Kontext ergeben sich für mich einige Fragen bezüglich der steuerlichen Behandlung von Kursgewinnen und Ausschüttungen aus den ETFs, die ich über das flatex-Depot in Deutschland erwerben werde. Ich bin mir bewusst, dass ich in der Schweiz steuerpflichtig bin, aber ich bin unsicher, wie meine Kapitalerträge aus einem deutschen Depot steuerlich behandelt werden. Konkret interessieren mich folgende Aspekte:
    1.     Werden Kursgewinne und Ausschüttungen aus ETFs, die über ein deutsches Depot erzielt werden, anders steuerlich behandelt als solche, die ich über eine schweizerische Depotbank erhalten würde?
    2.     Werde ich aufgrund meiner Investitionen in Deutschland kapitalertragsteuerpflichtig und unterliege ich damit deutschen Steuergesetzen?
    3.     Gibt es besondere steuerliche Regelungen oder Vereinbarungen zwischen der Schweiz und Deutschland, die meine Situation beeinflussen könnten?
    Ich möchte sicherstellen, dass ich meine finanziellen Angelegenheiten korrekt und im Einklang mit den geltenden Gesetzen behandle. Daher wäre es für mich von grosser Bedeutung, alle steuerlichen Implikationen zu verstehen, da ich wohnhaft in der Schweiz bin.
    Vielen Dank für deine Hilfe.
    Gruss
    Alex

  7. Maik sagt:

    Hallo Thomas,
    hast du hier noch einen Tipp:
    Ich arbeite seit kurzem in der Schweiz, habe auch mittlerweile ein Schweizer Girokonto aber wohne in Deutschland. Einen Teil der Schweizer Franken würde ich nun gerne anlegen, allerdings ist es schwer ein Schweizer Depot zu bekommen so lange ich nicht in der Schweiz wohne. Was würdest du machen?
    Danke für eine Hilfe!
    Maik

  8. Oli sagt:

    Hallo Thomas

    Ich habe folgende Frage. Ich arbeite schon jahrelang in der Schweiz, habe aber den Wohnsitz in Deutschland. Zusätzlich zu meinen „deutschen Euro-Depot“ möchte ich auch in CHF ein Portfolio in der Schweiz aufbauen. Was für Online-Broker kann ich in der Schweiz überhaupt nutzen ohne schweizer Wohnsitz? Bleibt mir nichts anderes übrig als bei einer Bank ein (viel zu teures) Wertschriften-/Fondskonto zu haben?

    Danke Dir
    Oli

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