Warum ich jetzt Schiesspulver für den nächsten Börsencrash bereithalte
Die beste Strategie, um von einem kommenden Börsencrash zu profitieren, ist die Kombination aus einem stetig laufenden ETF-Sparplan und einer gezielt aufgebauten Cash-Reserve. Dieser Ansatz ermöglicht es dir, bei Marktkorrekturen von 20 bis 30 Prozent durch strategische Zukäufe massiv Anteile zu akkumulieren, ohne dein langfristiges Investment aus dem Takt zu bringen. Anleger, die monatlich CHF 500 bis CHF 2’000 investieren und parallel einen Puffer aufbauen, sichern sich so Renditechancen, die reines Buy-and-Hold in volatilen Phasen deutlich übertreffen können.
Warum ich genau jetzt Schiesspulver für den nächsten Crash sammle
Der Crash und die Korrektur werden kommen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Aktienmarkt ist aktuell extrem aktiv, und wir sehen heute, im September 2026, wieder einmal ein sehr, sehr gieriges Sentiment an den Märkten. Das lässt sich wunderbar an breit gestreuten Indizes wie dem Vanguard FTSE All-World beobachten. Aktuell bekommst du für die Sparplanrate, die du regelmässig ausführst, schlichtweg sehr wenige Anteile. Der Kurs des Vanguard All-World steht schlichtweg höher als üblich.
Das ist natürlich aus der Perspektive eines Käufers immer etwas unschön. Wir wollen als Investoren eigentlich Anteile akkumulieren und nicht für die exakt gleichen Unternehmensanteile immer mehr und mehr Geld auf den Tisch legen. Natürlich ist mir bewusst, dass die langfristige Flugbahn und die Richtung über weite Zeiträume klar nach oben zeigen. Es wäre traumhaft, wenn wir für unsere Aktien-ETFs und generellen Investments heute noch dieselben Preise zahlen könnten wie vor zehn Jahren. Aber die Realität sieht anders aus, und Korrekturen oder gar massive Crashs werden mit absoluter Sicherheit wieder folgen.
Genau aus diesem Grund bereite ich mich vor. Ich lasse meinen ganz regulären Sparplan weiterlaufen. Wenn du meine Entwicklungen verfolgst und beispielsweise mein Dividenden und Cashflow – Mein Juli 2026 Depot Update gesehen hast, weisst du, dass ich das seit fast einem Jahrzehnt konsequent durchziehe. Aber parallel dazu habe ich mir einen ordentlichen Puffer aufgebaut. Dieses Schiesspulver, die Cash-Reserve, das Pulverfass – nenn es, wie du willst – liegt bereit.
Die Psychologie hinter den hohen Kursen
Wenn die Kurse steigen, schüttet das menschliche Gehirn Dopamin aus. Man freut sich über das wachsende Portfolio. Doch der rationale Investor weiss: Die wahren Renditen werden im Einkauf gemacht. Wenn die Märkte extrem hoch bewertet sind, sinkt die zukünftige Erwartungsrendite. Es ist psychologisch anspruchsvoll, in einer Phase der Gier geduldig zu bleiben und nicht das gesamte verfügbare Kapital blind in den Markt zu werfen, aus Angst, den fahrenden Zug zu verpassen (FOMO – Fear of Missing Out).
Genau hier setzt das Schiesspulver an. Es gibt dir psychologische Sicherheit. Wenn die Kurse weiter steigen, profitierst du durch deinen laufenden Sparplan. Wenn die Kurse fallen, freust du dich, weil du endlich dein Pulver trocken hast und zuschlagen kannst. Du bist in beiden Szenarien ein emotionaler Gewinner.
Meine zweigleisige Strategie: Sparplan plus Cash-Puffer
Die Idee hinter meiner Strategie ist simpel, aber extrem wirkungsvoll. Falls – und ich betone ausdrücklich das Wort falls – es in den nächsten Monaten wirklich wackelig werden sollte oder der Markt tatsächlich einkracht, dann habe ich noch einiges an Pulver zu verschiessen.
Das kann für verschiedene Assetklassen gelten:
- Kryptowährungen: Wenn Bitcoin massiv korrigiert.
- ETFs: Der klassische Nachkauf beim Vanguard FTSE All-World.
- Einzelaktien: Wenn solide Unternehmen ungerechtfertigt abgestraft werden.
- Edelmetalle: Als sicherer Hafen, wenn alles andere brennt.
Je nachdem, was gerade auf der Agenda steht und wo die grössten Rabatte winken, kann ich dann punktuell massive Zukäufe tätigen. Ich meine damit nicht: „Hey, ich gehe jetzt mit meinem gesamten Schiesspulver All-In.“ Vielmehr sage ich mir, dass wir für bestimmte, gezielte Monate den Sparplan verdoppeln, verdreifachen oder sogar verfünffachen.
Ein konkretes Rechenbeispiel aus der Praxis
Lass uns das an einem konkreten Beispiel durchspielen. Angenommen, dein normaler Sparplan beläuft sich auf CHF 200 pro Monat für den Vanguard FTSE All-World ETF. Gleichzeitig hast du dir eine Cash-Reserve, also Schiesspulver, in Höhe von CHF 10’000 angespart.
Nun passiert das Unvermeidliche: Der Markt crasht und rauscht um 30 Prozent in die Tiefe.
Anstatt nun in Panik zu geraten, nutzt du deine Position der Stärke. Du lässt deinen Basis-Sparplan von CHF 200 einfach weiterlaufen. Aber für die nächsten Monate schiesst du zusätzlich jeden Monat weitere CHF 1’200 in den Markt ein. Du investierst also plötzlich das Sechsfache deiner normalen Rate. Warum? Weil du dir sagst: „Hey, 30 Prozent Rabatt auf die Weltwirtschaft? Das ist ein genialer Deal, ich will in dieser Zeit so viele Anteile wie möglich einsammeln.“
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Das ist das Grossartige an dieser Methode. Du kannst punktuell, wenn das Blut auf den Strassen fliesst, massiv mehr Anteile zu unfassbar günstigen Preisen akkumulieren. Wer sich Sorgen um Korrekturen macht und sich fragt, S&P 500 Crash voraus? So sicherst du dir deinen langfristigen Börsengewinn!, der findet exakt in dieser Cash-Strategie die beruhigende Antwort.
Market Timing: Funktioniert das überhaupt?
Diese Art von Vorgehen ist natürlich eine Form von Market Timing. In meinen Augen ist es jedoch die einzige Art von Market Timing, die realistisch betrachtet die höchste Wahrscheinlichkeit hat, auf lange Sicht zu funktionieren. Es ist ein selektives Zukaufen. Der fundamentale Unterschied zum klassischen, oft scheiternden Market Timing ist, dass du den Markt nicht komplett verlässt. Deine Sparpläne laufen unverändert weiter. Du timest nicht den Ausstieg, sondern du nutzt Extremereignisse für einen verstärkten Einstieg.
Diese Strategie funktioniert natürlich nur, wenn du bereits ein sauberes Setup hast. Wenn du ganz am Anfang stehst oder noch einen zuverlässigen Broker suchst, bei dem du vielleicht schon ab CHF 25 loslegen kannst, dann musst du dieses Fundament zuerst bauen. CHF 25 – das ist umgerechnet einmal auf eine Pizza im Monat verzichten. Mit so kleinen Beträgen kannst du heute problemlos in Aktien, ETFs, Krypto und Edelmetalle investieren und deine Investment-Karriere starten.
Dass ich das in dieser Form und vor allem in dieser Grössenordnung mache, ist für mich aktuell tatsächlich etwas Neues. Natürlich hatte ich in der Vergangenheit immer Cash-Reserven und habe mal hier, mal da punktuell nachgekauft. Aber nicht in diesem strategischen Ausmass, wo ich wirklich sagen kann: „Hey, ich drücke hier jetzt richtig massiv aufs Gas“, um von tieferen Kursen extrem zu profitieren.
Der Gummiband-Effekt an der Börse
Das Spannende an der aktuellen Marktphase im Jahr 2026 ist ein Phänomen, das ich gerne als Gummiband-Effekt bezeichne. Wenn du in den letzten 6, 9 oder gar 18 Monaten investiert hast, hattest du vielleicht Phasen, in denen sich dein Portfolio keinen Millimeter bewegt hat. Vielleicht ging es sogar leicht bergab. Du bist auf der Stelle getreten. Egal wie viel frisches Kapital du monatlich in dein Portfolio geschoben hast, die leichten Marktkorrekturen haben deine Einzahlungen direkt wieder neutralisiert. Das kann extrem frustrierend sein.
Aber dann kommt dieser Gummiband-Effekt. Das Gummiband wird über Monate gespannt. Und plötzlich, wie wir es gerade in den letzten Wochen im Juli und August dieses Jahres wieder extrem gespürt haben, schnallt das Band nach oben. Das Portfolio springt in einem einzigen Monat plötzlich um 3, 4, 5 oder sogar 6 Prozent nach oben.
Genau diese Momente, wenn das Band extrem gespannt ist – sei es nach oben oder nach unten –, spürst du massiv in deinem Vermögen. Und wenn es in einem Crash stark nach unten gespannt wird, ist das der exakte Moment, in dem du dein Schiesspulver von der Seitenlinie holst und voll reingehst.
Backtesting: Was wäre, wenn?
Nun könntest du völlig berechtigt argumentieren: „Hey Thomas, wenn du dieses Geld für dein Schiesspulver bereits von Anfang an voll investiert hättest, wäre es doch viel besser angelegt gewesen und du hättest langfristig eine höhere Rendite erzielt.“
Und weisst du was? Damit hast du absolut recht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein direkter Einmalbetrag (Lump-Sum-Investing) auf lange Sicht eine aufgesparte Cash-Reserve schlägt, ist hoch. Oft mache ich solche Gedankenexperimente und frage mich dann: Was wäre wenn ich erst mit 30 angefangen hätte? oder was wäre passiert, wenn ich nie Cash gehalten hätte?
Wir wissen es aber immer erst im Nachhinein. Wir müssen abwarten, bis die Marktbewegungen passiert sind, um das Ganze einem echten Backtest zu unterziehen. Ich kann beispielsweise mein gesamtes Portfolio und all meine Einzahlungen nehmen – da ich alles seit Jahren feinsäuberlich tracke – und exakt zurückschauen. Ich kann mir ansehen: Was wäre passiert, wenn ich seit Tag eins stur jede einzelne Einzahlung, jeden Bonus, jeden Extrataler ausschliesslich in den Vanguard FTSE All-World gesteckt hätte? Wo würde mein Vermögen heute exakt stehen?
So testest du dein eigenes Portfolio
Das sind Backtests, die unglaublich wertvoll sind. Es geht dabei nicht nur um einen reinen Performance-Vergleich, sondern darum, zu prüfen, ob eine völlig andere Strategie oder ein anderer Leit-ETF zu einem signifikant anderen Ergebnis geführt hätte.
Das ist relativ einfach machbar, wenn du deine Finanzen sauber trackst. Nutzt du Excel, Google Sheets oder Tools wie Portfolio Performance, hast du alle Daten zur Hand. Wenn du allerdings noch nie etwas aufgezeichnet hast oder gerade erst mit dem Tracking beginnst, fehlt dir die Historie. Ohne genaue Einzahlungsdaten und Kauf- respektive Verkaufszeitpunkte ist ein sauberes Backtesting nahezu unmöglich.
Wie du dein Schiesspulver richtig aufbaust
Wenn du jetzt sagst: „Okay, das klingt logisch, ich möchte mir auch so einen Puffer aufbauen“, dann gibt es dabei ein paar goldene Regeln zu beachten. Vielleicht bist du aktuell zu 100 Prozent investiert, hast deinen Notgroschen brav auf dem Sparkonto, möchtest aber für die nächsten 6 bis 12 Monate etwas trockenes Pulver ansammeln.
Es ist nie zu spät dafür. Aber mein wichtigster Rat lautet: Lass deine laufenden Sparpläne unangetastet.
Baue dein Schiesspulver völlig unabhängig von deinem Kern-Investment auf. Der Sparplan läuft stoisch weiter, das Pulver sammelt sich parallel an. Wie schnell das geht, hängt natürlich stark von deiner individuellen Sparquote ab. Diesen parallelen Aufbau durchzuziehen, ist der absolute Goldstandard des Vermögensaufbaus.
Du könntest rein theoretisch deine Sparplanrate senken, um die Differenz als Schiesspulver auf die Seite zu legen. Das würde ich dir aber ausdrücklich nicht empfehlen. Ich sehe es viel lieber, wenn du versuchst, deine gesamte Sparquote leicht zu erhöhen.
Wie machst du das?
- Durch einen kleinen Nebenverdienst (Side Hustle).
- Durch Zusatzeinnahmen oder Boni im Hauptjob.
- Durch das Verkaufen von alten Dingen, die ungenutzt bei dir zu Hause herumliegen.
- Durch das Leisten von bezahlten Überstunden.
Genau dieses frische, zusätzliche Geld nutzt du, um deinen Cash-Puffer aufzubauen, anstatt an deinem langfristigen Investment-Fundament herumzuschrauben. Das ist der Ansatz, den ich selbst lebe und den ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann.
Statistik versus Realität: Warum ich manchmal gegen die Regel spiele
Zum Abschluss möchte ich noch auf einen sehr wichtigen philosophischen Punkt beim Investieren eingehen. Die Meinungen zu Cash-Reserven gehen extrem auseinander. Man kann sich hinstellen und sagen: „Nein, ich will zu jeder Sekunde meines Lebens zu 100 Prozent im Markt investiert sein, das macht statistisch gesehen am meisten Sinn.“
Und rein mathematisch und statistisch betrachtet, stimmt das auch. Time in the market beats market timing.
Aber lass mich dir dazu einen kleinen Gedankenanstoss geben. Es ist statistisch gesehen auch immer sinnvoller, niemals Unternehmer zu werden oder sich selbstständig zu machen. Warum? Weil statistisch gesehen rund 90 Prozent aller Start-ups und Unternehmen in den ersten zwei bis drei Jahren krachend scheitern. Statistisch gesehen ergibt es auch absolut keinen Sinn, gewisse Risiken im Leben einzugehen.
Trotzdem tun wir es. Am Ende ist es immer die Frage: Theoretiker vs. Macher: So wirst du endlich finanziell frei – Die Wahrheit!. Manchmal muss man Dinge einfach machen. Manchmal hat man auch einfach Glück, oder man erarbeitet sich dieses Glück durch mutige, antizyklische Entscheidungen.
Ich verlasse mich natürlich nicht blind auf mein Glück. Aber wenn man das Leben und die Finanzen ausschliesslich nach der reinen Statistik ausrichten würde, dann würde man extrem viele Dinge gar nicht erst probieren. Dinge, die das Potenzial haben, echten, durchschlagenden Erfolg zu bringen. Man kann Strategien wie das gezielte Market Timing in Crashs einfach mal mit einem Teil seines Kapitals ausprobieren. Im schlimmsten Fall blickt man Jahre später zurück und sagt: „Hey, ich hab’s versucht, es hat sich für mich nicht gelohnt, ich mache es beim nächsten Mal wieder anders.“
Das ist mein pragmatischer Ansatz. Und wer weiss, vielleicht ist genau dieses Schiesspulver im nächsten grossen Rücksetzer der Hebel, der mein Portfolio auf das nächste Level katapultiert.
Fazit
Die Kombination aus einem konsequenten ETF-Sparplan und einer strategischen Cash-Reserve ist ein mächtiges Werkzeug für deinen Vermögensaufbau. In überhitzten Marktphasen wie heute bewahrt dich das „Schiesspulver“ vor FOMO und gibt dir die nötige Gelassenheit. Sobald der Markt um 20 bis 30 Prozent korrigiert, kannst du deine monatlichen Investitionen aus der Position der Stärke heraus massiv hochfahren und Aktienanteile im Ausverkauf sichern.
Wichtig ist dabei: Reduziere niemals deine laufenden Sparpläne, um diesen Puffer aufzubauen. Nutze stattdessen Zusatzeinnahmen oder Nebenverdienste. Auch wenn die reine Statistik oft für sofortiges All-In-Investieren spricht, bietet die Schiesspulver-Methode einen unschlagbaren psychologischen Vorteil. Du bist handlungsfähig, wenn andere in Panik geraten. Bereite dein Pulver vor, halte dich an deine Strategie und nutze die Chancen, sobald sich der Markt bereinigt.



















