ETF Hedging 2026: Schweizer Franken Absicherung oder lieber breit diversifizieren?

ETF Hedging 2026: Schweizer Franken Absicherung oder lieber breit diversifizieren?

Die beste Strategie zum Schutz deines ETF-Portfolios vor Währungsverlusten ist eine breite Diversifikation statt teurer Währungsabsicherungen. Ein ungehedgter Welt-ETF spart dir jährlich 0.3 bis 0.6 % an Gebühren und bewahrt deine Renditechancen, falls Fremdwährungen wie der US-Dollar oder der Euro wieder aufwerten. Währungs-Hedging lohnt sich für Schweizer Anleger meist nur in spezifischen Schwächephasen, was jedoch ein perfektes Market-Timing voraussetzt, das in der Praxis kaum jemand dauerhaft erfolgreich umsetzt.

Der Schweizer Franken ist aktuell im Jahr 2026 stärker denn je, und es ist weit und breit keine echte Schwäche in Sicht. Darum stellt sich für viele Anleger hierzulande eine ganz zentrale Frage: Soll man sein Portfolio auf den Schweizer Franken absichern, also hedgen, wenn man hier in der Schweiz lebt und seine laufenden Kosten in Franken bezahlt?

Denn wir sehen es jeden Tag in unseren Depots: Der US-Dollar, der Euro und auch diverse andere Währungen nehmen im Vergleich zum Franken zunehmend ab. Wenn wir unser hart verdientes Geld in amerikanische Tech-Giganten oder europäische Dividendenaktien investieren, verlieren wir durch diesen reinen Währungseffekt auf dem Papier oft enorm viel Geld. Historisch betrachtet ist der Schweizer Franken unter den Fiatwährungen ganz klar der stärkste überhaupt. Das ist nicht nur mir aufgefallen, sondern wahrscheinlich allen da draussen, die in den letzten Jahren den Finanzmarkt beobachtet haben. Besonders wenn man sich vor Augen führt, dass 2026 wird brisant: Warum Cash jetzt über dein Vermögen entscheidet, ist die Frage nach der richtigen Währungsstrategie wichtiger denn je.

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Das zweischneidige Schwert der Währungsabsicherung

Es gibt auf diese Währungsfrage nicht die eine, einfache Antwort. Ich muss an dieser Stelle etwas ausholen, möchte dir aber vorweg direkt und transparent sagen: Ich persönlich hedge mein ETF-Portfolio nicht.

Wie ich mein Portfolio stattdessen schütze, ist denkbar einfach, aber hochgradig effektiv. Ich gehe ausreichend diversifiziert an die Sache heran. Das bedeutet in der Praxis: Wenn bestimmte Währungen deutlich stärker abwerten als vom Markt erwartet, dann betrifft das nur einen bestimmten Teil meines Gesamtportfolios. Der Verlust bleibt für mich absolut verkraftbar und gefährdet meine langfristigen finanziellen Ziele nicht.

Jetzt kommt der eigentliche Clou an der Sache, den viele Anleger vergessen, wenn sie nach Sicherheit streben. Entweder du sicherst das Risiko ab und kaufst einen gehedgten ETF, damit hast du dann aber auch unweigerlich deine Chancen gehedgt. Das bedeutet konkret, dass du nicht von einer Aufwärtsbewegung profitierst, wenn eine Fremdwährung plötzlich wieder stärker gegenüber dem Franken wird. Ein Hedge kappt also nicht nur die Verluste nach unten, sondern er limitiert dich auch nach oben.

Wenn die Sicherheit Rendite kostet

Stell dir vor, du hast einen US-Dollar Index-ETF auf den Schweizer Franken gehedgt. Wenn der Dollar nun plötzlich eine Rallye hinlegt und massiv an Stärke gewinnt, profitierst du von dieser Aufwärtsbewegung exakt null. Genauso wenig, wie du von der Abwärtsbewegung betroffen bist, wenn der Dollar fällt. Dieser Hedge kostet dich aber auf einer ganz anderen Ebene reales Geld.

Ein gehedgter ETF ist in der Verwaltung immer teurer. Nehmen wir als Beispiel einen Vanguard All-World ETF. Die Variante, die auf den Schweizer Franken abgesichert ist, kostet in der Regel zwischen 0.3 und 0.6 % mehr an jährlichen Gebühren als der entsprechende normale ETF ohne Absicherung. Was absolut sicher und fix ist, sind diese Kosten. Du bezahlst sie jedes Jahr, unabhängig davon, ob die Fremdwährung fällt, steigt oder seitwärts verläuft.

Besonders dann, wenn eine Währung über längere Zeit sehr stabil gegenüber dem Franken bleibt, sind diese Gebühren reine Renditekiller. Hättest du nicht gehedgt, hättest du nach ein paar Jahren deutlich mehr Geld in der Tasche, einfach weil du diese Absicherungsgebühren nicht hättest zahlen müssen. Dies ist oft der Grund, warum dein Portfolio stagniert – Die gefährlichste Phase beim Investieren erklärt!, weil schleichende Kosten über die Jahre den Zinseszins sabotieren.

Das unlösbare Problem des Market-Timings

Über die letzten zwei bis drei Jahre müssen wir natürlich nicht diskutieren. Wer in dieser extremen Phase einen Euro-Hedge oder einen US-Dollar-Hedge im Depot hatte, war hochgradig profitabel unterwegs, weil der Franken enorm aufgewertet hat. Aber die entscheidende Frage für uns Investoren ist jetzt: Ist es jetzt immer noch profitabel? Soll man im Jahr 2026 weiterhin hedgen?

Lohnt es sich auf lange Sicht, oder verbrennen wir ab jetzt nur noch Rendite? Wie lange soll man diese Strategie fahren? Soll man permanent hedgen, weil man davon ausgeht, dass der Franken auf ewig stark bleiben wird, oder soll man nur punktuell in Krisenzeiten absichern? Genau an diesen Fragen scheiden sich die Geister der Finanzwelt.

Wenn man sich die historischen Daten der letzten 10, 15 oder 20 Jahre anschaut, stellt man etwas Erstaunliches fest. Wäre man die gesamte Zeit über strikt gehedgt investiert gewesen, hätte das unterm Strich nicht wirklich viel mehr Rendite gebracht. Die Daten zeigen eindeutig, dass sich ein Währungs-Hedge dann am meisten lohnt, wenn man ihn nur periodenweise einsetzt.

Wann ein- und wann aussteigen?

Periodenweise bedeutet, genau wie in dem Beispiel der letzten 18 bis 24 Monate, dass man nur in starken Abwertungsphasen der Fremdwährungen gehedgt ist und danach wieder in ungehedgte Produkte wechselt. Und hier stossen wir auf den ganz grossen Knackpunkt bei dieser Strategie: Woher weiss ich im Voraus, wann ich hedgen muss und wann nicht?

Wann genau ist der perfekte Tag, um den gehedgten ETF zu kaufen, und wann muss ich ihn wieder verkaufen, um in die ungehedgte Variante umzuschichten? Wir landen hier bei einer klassischen Market-Timing-Frage. Und wie wir alle wissen, ist Market-Timing extrem schwierig bis unmöglich dauerhaft erfolgreich umzusetzen.

Natürlich reden wir hier nicht über das klassische „Rein und Raus“ am Aktienmarkt, bei dem du im absoluten Peak alles verkaufst und im tiefsten Crash wieder all-in gehst. Das Währungs-Timing ist etwas nuancierter, weil du ja grundsätzlich die ganze Zeit am Aktienmarkt investiert bleibst. Du tauschst lediglich das Instrument aus. Aber du musst dennoch die Währungsbewegungen korrekt vorhersagen, was selbst professionellen Devisenhändlern oft schwerfällt.

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Warum der frühe Start wichtiger ist als der Hedge

Ob du dich nun für die gehedgte oder ungehedgte Variante entscheidest, die eiserne Grundregel des Vermögensaufbaus bleibt bestehen: Du solltest so früh wie möglich anfangen. Jeder Tag an der Seitenlinie kostet dich potenziellen Zinseszins.

Du kannst heutzutage bereits mit Beträgen ab CHF 25 loslegen. Das ist der Gegenwert einer bestellten Pizza pro Monat. Wenn du Ready for Money: So baust du in der Schweiz mit Aktien & ETFs echtes Vermögen auf! gelesen hast, weisst du, wie wichtig dieser erste Schritt ist. Du kannst dir bei deinem Broker alles bequem einrichten, einen Sparplan starten und den Dingen ihren Lauf lassen.

Die Gebühren bei vielen Schweizer Anbietern wurden kürzlich, Mitte Juli 2026, auch für grössere Orders dauerhaft und deutlich gesenkt. Es gibt also keine Ausreden mehr. Ich selbst baue meine Depots seit Jahren konsequent auf. Mein Zweitportfolio ist über die letzten vier bis fünf Jahre mittlerweile auf über CHF 150’000 angewachsen. Das ist wirklich verrückt, wenn man bedenkt, wie klein alles angefangen hat. Wichtig ist einfach, dass du dabei bist, in ETFs, Aktien oder von mir aus auch als Beimischung in Krypto investierst und den Motor für deine finanzielle Zukunft startest.

Die Spekulation auf die Trajektorie

Natürlich hast du mit einem Hedge den mathematischen Vorteil auf deiner Seite, wenn der Dollar innerhalb eines einzigen Jahres um 10 % abwertet. Diese negative Entwicklung machst du mit dem gehedgten ETF einfach nicht mit. Dein Portfolio bleibt in Schweizer Franken stabil.

Aber stell dir die Frage: Möchtest du dieses Market-Timing betreiben? Ich habe für mich festgestellt, dass ich den Sinn dahinter im aktuellen Marktumfeld nicht sehe. Es ist schlichtweg zu schwierig abzuschätzen. Man könnte nun argumentieren, dass die wirtschaftliche Trajektorie der USA und Europas in den nächsten zehn Jahren genauso weitergehen wird. Dann wäre eine Absicherung logischerweise hochprofitabel.

Aber so weit mag ich mich nicht aus dem Fenster lehnen, um fix zu garantieren, dass ich bereit bin, jährlich 0.5 bis 0.6 % meiner Rendite als Versicherungsprämie abzugeben. Wenn ich mir einen ETF anschaue, achte ich sehr genau darauf, in welchen Währungen die zugrundeliegenden Werte notieren. Ein Welt-ETF hat unzählige Währungen integriert, wobei der Schweizer Franken ohnehin ein sehr spezieller und isolierter Fall im globalen Währungsgefüge ist.

Absicherung vs. Spekulation: Ein fundamentaler Unterschied

Es ist enorm wichtig, die Motivation hinter einem Hedge zu verstehen, je nachdem, wo du auf der Welt lebst. Wenn ich als jemand, der seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz hat und seine Miete und Steuern in Schweizer Franken bezahlt, einen gehedgten ETF kaufe, dann ist das eine reine Absicherung meiner lokalen Kaufkraft.

Wenn nun aber eine in Deutschland oder Österreich lebende Person, deren Alltag in Euro stattfindet, gezielt nach einem Schweizer Franken ETF sucht, dann ist das aus ihrer Perspektive keine Absicherung. Es ist eine bewusste Spekulation auf eine andere Währung. Sie setzen darauf, dass der Franken gegenüber dem Euro stärker wird, um Währungsgewinne zu erzielen.

Diese beiden Szenarien sind zwar technisch gesehen dasselbe Finanzprodukt, haben aber völlig andere Hintergründe, Lebenssituationen und Risikoprofile. Man darf das nicht in denselben Topf schmeissen. Als Schweizer Anleger ist meine Strategie immer darauf ausgelegt, von 0 auf CHF 1 Million: So habe ich mit Aktien & Co mein Vermögen aufgebaut! zu skalieren, und dabei spielt die Währung meines Heimatlandes natürlich eine zentrale Rolle. Ich spekuliere nicht auf den Franken, ich lebe in ihm.

Der Schweizer Steuervorteil beim Umschichten

Ein grosser Vorteil, den wir beim Thema Hedging in der Schweiz haben, ist unser Steuerrecht. Es ist ein echtes Privileg. Für die allermeisten Privatpersonen spielt das Umschichten von einem ungehedgten in einen gehedgten ETF und zurück steuerlich keine Rolle, da wir keine Kapitalertragssteuer auf Kursgewinne zahlen (ich bin natürlich kein Steuerberater, dies ist die generelle Praxis für private Anleger).

In Deutschland oder anderen Ländern sieht das ganz anders aus. Jeder Verkauf löst dort ein steuerliches Ereignis aus, was eine Umschichtung massiv unrentabel machen kann. Wir in der Schweiz haben dieses Alleinstellungsmerkmal. Ausser der eidgenössischen Stempelabgabe fallen beim Portfolio-Umbau keine steuerlichen Transaktionskosten an. Wir könnten dieses Währungs-Timing theoretisch und praktisch sehr einfach umsetzen.

Warum ich ungehedgt bleibe

Trotz dieses enormen Steuervorteils mache ich es nicht. Ich finde die Idee spannend und habe mit vielen sehr erfolgreichen Leuten gesprochen, die genau das tun und damit im Schnitt 1 bis 2 % mehr Rendite pro Jahr auf ihr Investment herausholen. In gewissen Jahren ist der Ertrag extrem hoch, in anderen Jahren, wenn der Franken plötzlich schwächer wird, bauen sie sich damit eine ordentliche Misere zusammen.

Für mich persönlich sind ETFs klassische Buy-and-Hold Instrumente. Ich bespare sie systematisch, baue Vermögen auf und partizipiere bewusst an der Entwicklung mehrerer globaler Währungen. Mein Ziel ist es, die Aufwärtsbewegungen von Fremdwährungen langfristig voll mitzunehmen. Niemand weiss, wie lange der Schweizer Franken noch derart stark bleiben wird. Er ist eine der ältesten und stabilsten Währungen der Welt und gilt als ultimativer sicherer Hafen. Aber makroökonomische Bedingungen können sich ändern.

Man sollte sich niemals in seine Investments verlieben – und auch nicht in seine Heimatwährung. Wenn du ständig gehedgt bist, nimmst du zwar eine Rendite mit, die sehr nah an der Marktrendite liegt, aber du hinkst durch die Kosten immer leicht hinterher. Wer jedoch extreme Kursschwankungen mental nicht aushält und bereit ist, auf ein halbes bis ganzes Prozent Rendite im Jahr zu verzichten, für den kann die permanente gehedgte Variante durchaus ein Garant für ruhigen Schlaf ohne böse Überraschungen sein.

🎁 Der Broker meiner Wahl ist Swissquote, ein sehr bekannter Schweizer Online-Broker. Mein vollständiges Depot befindet sich dort, mittlerweile mehr als 800’000 Franken. Ich investiere regelmässig über Aktien & ETF Sparpläne (Jetzt Neu auch mit Fractional Shares).

Swissquote, die Schweizer Bank für Investments, bietet eine Vielzahl an Anlagemöglichkeiten – von Aktien, Anleihen und ETFs bis hin zu Optionen und Rohstoffen.

Als Kunde kann man übrigens auch kostenlos in die Swissquote-Lounge in Zürich oder Gland, dort gibt es gratis Kaffee und Schokolade ;-). Wenn Du ein Depot bei Swissquote eröffnen willst, kannst Du bei der Anmeldung folgenden Aktionscode „MKT_SPARKOJOTE“ nutzen, um 100 CHF Trading Credits bei der Eröffnung zu erhalten (only for swiss residents). Nutze dazu diesen Link*.

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Fazit

Der starke Schweizer Franken ist ein Privileg, stellt uns als ETF-Investoren aber auch vor Herausforderungen. Meine Entscheidung für das Jahr 2026 und darüber hinaus steht fest: Ich verzichte auf eine pauschale Währungsabsicherung in meinem ETF-Portfolio. Die permanenten Zusatzkosten von jährlich 0.3 bis 0.6 % fressen langfristig durch den entgangenen Zinseszins einfach zu viel Rendite auf.

Zudem beraubt dich ein Hedge der Chance, von möglichen Erholungen des Dollars oder Euros zu profitieren. Erfolgreiches Hedging erfordert präzises Market-Timing, was in der Realität über Jahrzehnte hinweg kaum machbar ist. Stattdessen setze ich auf maximale Diversifikation über globale Welt-ETFs und einen langen Anlagehorizont. Wenn du die währungsbedingten Kursschwankungen mental gut verkraftest, fährst du ungehedgt auf Dauer günstiger und flexibler. Bleibe diszipliniert investiert und fokussiere dich auf den stetigen Vermögensaufbau, statt dich in teuren Währungsspekulationen zu verlieren.

Thomas der Sparkojote

 

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