Warum dein Portfolio stagniert – Die gefährlichste Phase beim Investieren erklärt!
Die effektivste Strategie gegen ein stagnierendes Portfolio in Seitwärtsmärkten ist das sture Weiterführen von ETF-Sparplänen kombiniert mit gezielten, antizyklischen Zukäufen. Diese Phasen der gefühlten Stagnation bauen den sogenannten Gummiband-Effekt auf, der bei der nächsten Markterholung zu überdurchschnittlichen Renditen führt. Wer jetzt diszipliniert investiert und die Volatilität aushält, legt das entscheidende Fundament für ein langfristiges Portfoliowachstum von 6 bis 8 Prozent pro Jahr bei einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren.
Warum dein Portfolio auf der Stelle tritt (und warum das gut ist)
Jeder Investor kennt diese zermürbende Phase: Du überweist jeden Monat fleissig Geld auf dein Verrechnungskonto, führst deine Sparpläne aus, kaufst Aktien nach – und trotzdem bewegt sich der Gesamtwert deines Portfolios keinen Millimeter nach oben. Manchmal geht er sogar leicht zurück. In genau so einer Marktphase befinden wir uns häufiger, als man denkt. Egal, wie viel Kapital man in den Markt pumpt, das Portfolio scheint wie festgefroren zu sein.
Meine persönliche Erfahrung: CHF 50’000 investiert, Nullrendite?
Lass mich dir absolute Transparenz geben. Ich habe über das letzte halbe Jahr massiv investiert. Um genau zu sein, sind fast CHF 50’000 frisches Kapital in den Markt geflossen. Mein Portfolio stand noch vor wenigen Monaten bei rund CHF 1’210’000. Und wo stehe ich heute? Bei exakt CHF 1’200’000.
Wenn man die reine Mathematik betrachtet, habe ich in diesem halben Jahr faktisch ein Minus gemacht, obwohl ich kontinuierlich frisches Geld nachgeschossen habe. Ich weiss, dass es extrem vielen Privatanlegern da draussen genau gleich geht. Wenn du dir diese Performance in deinem Broker anschaust, fühlt sich das im ersten Moment natürlich alles andere als angenehm an. Man arbeitet hart für sein Geld, man verzichtet auf Konsum, man investiert – und die Belohnung bleibt aus.
Doch genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wenn wir uns die grösseren Diagramme anschauen, sehen wir, dass sich der Markt oft über Monate hinweg seitwärts bewegt, selbst wenn Indizes kurzzeitig neue Allzeithochs erreichen. Diese Marktlage gehört zum Investieren zwingend dazu. Wer jetzt zittrig wird, verpasst die grösste Chance des gesamten Investorenlebens.
Der Gummiband-Effekt an der Börse
Wenn ich mir anschaue, warum ich trotz dieser gefühlten Stagnation absolut ruhig schlafen kann, dann liegt das an einem Phänomen, das ich den „Gummiband-Effekt“ nenne. Wer langfristig an der Börse investiert ist und Buy-and-Hold betreibt, weiss, wie dieser Mechanismus funktioniert.
Stell dir vor, der Markt ist ein Gummiband. Jedes Mal, wenn du in einer Seitwärts- oder Abwärtsphase Geld investierst – also Anteile von Unternehmen oder ETFs kaufst –, ziehst du dieses Gummiband ein Stück weiter nach hinten auf. Du baust Spannung auf. Der Preis der Aktien bewegt sich nicht nach oben, aber die Anzahl deiner Anteile wächst kontinuierlich.
Rückblick auf Krisen: Das Jahr 2022 als Paradebeispiel
Wir müssen gar nicht weit in die Vergangenheit schauen, um diesen Effekt in Aktion zu sehen. Nehmen wir das Jahr 2022. Der Ukraine-Konflikt, die explodierende Inflation, die Zinserhöhungen der Zentralbanken – all das hat die Märkte massiv unter Druck gesetzt.
Wenn ich mir meine eigenen Einzahlungen aus dieser Zeit anschaue (die berühmt-berüchtigte graue Linie im Portfolio-Tracker), dann sehe ich, dass ich das ganze Jahr über ordentlich eingezahlt habe. Bis weit in das Jahr 2023 hinein kam das Portfolio nicht vom Fleck. Zeitweise war ich sogar deutlich im Minus, obwohl ich kontinuierlich nachkaufte.
Aber was passierte danach? Die Spannung des Gummibands entlud sich. Nach diesem zähen Abschnitt folgte eine enorm explosionsartige Rendite. Das Portfolio schoss nach oben, weil ich in der Zeit der Stagnation extrem viele günstige Anteile eingesammelt hatte.
Genau dasselbe wird über kurz oder lang auch in den aktuellen oder kommenden Seitwärtsphasen passieren. Ich kann dir nicht seriös vorhersagen, ob das in sechs Monaten, in zwölf Monaten oder erst in drei Jahren der Fall sein wird. Aber wenn wir uns den SMI, den DAX, den Nasdaq oder den S&P 500 über Jahrzehnte hinweg anschauen, sehen wir immer wieder exakt dieses Muster.
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Aktiv investieren versus passiv bleiben
Als Investor hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten, mit solchen Marktphasen umzugehen. Die passivste und für die meisten Menschen beste Variante ist der stumpfe, automatisierte ETF-Sparplan. Doch wer den Markt aktiv verfolgt, kann solche Phasen auch für gezielte antizyklische Zukäufe nutzen.
Antizyklisch handeln: Chancen bei Einzeltiteln nutzen
Neben meinen passiven Investments setze ich punktuell auf Einzeltitel. Ein konkretes Beispiel aus meinem aktuellen Handeln ist Nintendo. Ich habe meine Position erst kürzlich auf 600 Stück ausgeweitet. Sollten wir in diesem Jahr noch den einen oder anderen Dip bei dieser Aktie sehen, bin ich absolut gewillt, meine Position auf 1’000 Stück aufzustocken.
Warum tue ich das? Weil ich bei solchen Unternehmen nicht auf die nächsten ein, zwei oder drei Jahre schaue. Ich blicke auf die nächsten 10 bis 15 Jahre. Ich sehe ein enormes Potenzial in dem, was diese Unternehmen erschaffen und aufbauen.
Oft gibt es am Markt kurzfristige Probleme oder fundamentale Fehleinschätzungen durch die breite Masse. Wenn ich der Meinung bin: „Hey, der Markt übersieht hier gerade den langfristigen Wert“, dann steige ich ein. Natürlich habe ich keine magische Glaskugel. Am Ende des Tages weiss ich nicht zu 100 Prozent, ob meine These aufgeht oder ob der Markt recht behält. Investieren bedeutet immer, dass eine These gegen eine andere These antritt. Erst in 5, 10 oder 20 Jahren sehen wir das finale Resultat.
Aber mein Grundsatz lautet: I put my money where my mouth is. Ich rede nicht nur theoretisch über spannende Aktien, sondern ich setze genau dort mein hart verdientes Geld ein.
Performance-Vergleich: Mein Portfolio vs. Weltportfolio
In Phasen der Stagnation ist es essenziell, die eigene Performance ins Verhältnis zum Gesamtmarkt zu setzen. Wer fleissig investiert und nicht vom Fleck kommt, muss analysieren, woran das liegt. Bewegt sich dein Portfolio seitwärts, leicht aufwärts oder geht es abwärts? Das hängt massgeblich von deiner Asset-Allokation ab.
Wer aktuell sehr defensiv investiert ist, verzeichnet vielleicht leichte Gewinne. Wer hingegen aggressiver unterwegs ist – mit einem hohen Anteil an Tech-Aktien, Krypto-Währungen wie Bitcoin und wachstumsorientierten Einzeltiteln –, der sieht aktuell vielleicht eher rote Zahlen.
Transparenz: Wenn man den Markt underperformt
Lass uns absolut ehrlich sein. In meinem Gesamtportfolio stehe ich aktuell bei einer Rendite von -4.0 Prozent für das laufende Jahr. Zum Vergleich: Der Vanguard FTSE All-World ETF (einer der breitesten und beliebtesten Welt-ETFs) steht im selben Zeitraum bei -1.9 Prozent.
Das bedeutet im Klartext: Mit meiner aggressiveren und aktiveren Strategie bin ich aktuell mit -2.1 Prozent schlechter dran als ein Anleger, der einfach nur passiv den gesamten Weltmarkt kauft. Ich performe schlechter als mein eigener Benchmark.
Kann das passieren? Absolut. Muss man das aushalten können? Zwingend. Wir befinden uns gerade erst am Anfang eines neuen Zyklus. Ein Jahr hat zwölf Monate, und innerhalb von neun verbleibenden Monaten kann an der Börse extrem viel passieren. Die Märkte sind dynamisch, und Sektoren, die heute abgestraft werden, können morgen die grossen Gewinner sein. Das Wichtigste ist, dass man solche Schwankungen nicht überbewertet und vor allem nicht in Panik verfällt und seine Strategie über den Haufen wirft.
Tools und Broker für den langfristigen Vermögensaufbau
Wenn du dir aktuell unsicher bist, ob du überhaupt mit dem Investieren beginnen sollst, kann ich dir nur raten: Denk langfristig. Genau diese zähen, scheinbar unrentablen Phasen sind oft die besten Einstiegszeitpunkte.
Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, in ETFs zu investieren, sollte das Thema Automatisierung in den Fokus rücken. Der menschliche Geist ist nicht dafür gemacht, in Krisenzeiten rational auf den „Kaufen“-Button zu drücken. Wir haben Angst, noch mehr Geld zu verlieren.
Die Kraft des automatisierten Sparplans
Ich persönlich löse dieses psychologische Problem durch Automatisierung. Mein Vanguard FTSE All-World Sparplan läuft absolut regelmässig. Jeden Monat fliessen fixe Summen in den Markt, völlig unabhängig davon, ob die Kurse gerade oben oder unten stehen. Diese regelmässigen Einkäufe glätten den durchschnittlichen Einstiegspreis und nehmen die Emotionen komplett aus der Gleichung.
- Der Cost-Average-Effekt: Wenn die Kurse fallen, kaufst du für den gleichen monatlichen Betrag mehr ETF-Anteile.
- Kein Market-Timing: Du musst dir nie wieder die Frage stellen, ob „jetzt“ der richtige Zeitpunkt ist. Du bist einfach immer investiert.
- Zinseszins: Die ausgeschütteten oder reinvestierten Dividenden kaufen automatisch neue Anteile, die wiederum neue Dividenden generieren.
Warum dein Broker mit dir wachsen muss
Wenn du am Anfang stehst, reicht ein simpler Broker für ETF-Sparpläne. Doch wenn dein Vermögen wächst, ändern sich deine Bedürfnisse. Ich nutze für meine Hauptinvestments einen professionellen Broker, der mir ein breites Spektrum an Werkzeugen bietet.
Mit wachsendem Kapital möchte man vielleicht nicht nur ETFs kaufen, sondern:
- Optionen handeln: Um zusätzliche Cashflows auf bestehende Aktienpositionen zu generieren.
- Wertpapierleihe betreiben: Um ungenutzte Aktien für eine kleine Zusatzrendite an Leerverkäufer zu verleihen.
- Lombardkredite nutzen: Ich habe kürzlich selbst einen kleinen Lombardkredit aufgenommen. Das bedeutet, ich beleihe mein eigenes Aktiendepot zu extrem tiefen Zinsen, um kurzfristig liquide zu sein oder taktische Zukäufe zu tätigen, ohne meine langfristigen Positionen verkaufen zu müssen.
Diese Flexibilität ist Gold wert. Achte also bei der Brokerwahl darauf, dass die Plattform nicht nur für deine ersten CHF 1’000 geeignet ist, sondern auch alle Tools bietet, wenn dein Depot auf CHF 100’000 oder CHF 1’000’000 anwächst.
Langfristiges Denken schlägt kurzfristigen Frust
Ich bin nun seit bald 12 Jahren an der Börse aktiv. Das ist im historischen Kontext noch keine Ewigkeit, aber es reicht völlig aus, um diverse Marktzyklen, Crashes, Hypes und Krisen miterlebt zu haben.
Die wichtigste Lektion aus diesen bald 12 Jahren, die ich dir mitgeben kann, ist simpel: Es hat sich immer, wirklich immer gelohnt, langfristig dranzubleiben. Regelmässig nachzukaufen und das Geld nicht vom Markt abzuziehen, ist der ultimative Schlüssel zum Erfolg.
Der Blick in den Rückspiegel
Erinnerst du dich an den grossen Pandemie-Crash Anfang 2020? Die Märkte sind extrem schnell und extrem stark eingebrochen. Damals fühlte es sich an, als würde das Finanzsystem kollabieren. Wenn wir uns heute den langfristigen Chart anschauen, ist dieser gewaltige Crash nur noch ein winziger „Hick“ auf dem Bildschirm. Eine kleine Delle in einem ansonsten nach oben gerichteten Trend.
In zehn Jahren wird auch die aktuelle Seitwärtsphase, in der wir uns scheinbar nicht vom Fleck bewegen, nur noch wie eine unbedeutende kleine Linie im Chart aussehen. Je länger du dabei bleibst, desto kleiner erscheinen diese Marktbewegungen und Crashes im Rückspiegel.
Das höre ich auch immer wieder von hunderten Privatinvestoren aus der Community: Wer die ersten grossen Krisen ohne Panikverkäufe überstanden hat, entwickelt eine mentale Hornhaut. Man lässt alles Revue passieren, führt seine Sparpläne fort, tätigt seine Einmalkäufe und weiss, dass der breite Markt langfristig nur eine Richtung kennt: nach oben.
Bleib also dran. Lass dich nicht beirren und investiere fleissig weiter. Auch wenn du das Gefühl hast, aktuell keinen Schritt vorwärtszukommen – du bist nicht alleine. Egal, ob dein Portfolio bei CHF 5’000 oder bei CHF 1’200’000 steht, die psychologischen Herausforderungen sind exakt dieselben. Wir sitzen alle im selben Boot. Der einzige Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Investoren ist das Durchhaltevermögen in genau solchen Phasen.
Fazit
Ein stagnierendes Portfolio ist kein Zeichen für eine falsche Strategie, sondern ein völlig normaler Bestandteil des langfristigen Vermögensaufbaus. Wer in Seitwärtsmärkten diszipliniert weiter investiert, profitiert massiv vom Gummiband-Effekt: Du akkumulierst kontinuierlich Anteile zu fairen Preisen, deren Wert bei der nächsten Markterholung überproportional in die Höhe schnellen wird. Es ist essenziell, sich nicht von kurzfristigen Underperformances gegenüber dem Gesamtmarkt verunsichern zu lassen, sondern stur an automatisierten ETF-Sparplänen und ausgewählten Einzeltiteln festzuhalten. Historische Daten und persönliche Erfahrung beweisen: Krisen und Stagnationen verkommen im langfristigen Chart-Rückspiegel zu unbedeutenden Dellen. Nutze professionelle Broker, behalte deine Emotionen im Griff und vertraue auf den Zinseszinseffekt. Wer heute nicht aufgibt, wird in zehn Jahren für seine Ausdauer finanziell belohnt.


















