Wohin fliesst das Geld? KI Aktien und ihre Gewinner im Überblick

Wohin fliesst das Geld? KI Aktien und ihre Gewinner im Überblick

Die lukrativsten KI-Aktien findest du aktuell nicht bei den Software-Entwicklern, sondern bei den Herstellern von Hardware und Infrastruktur, die für den Betrieb von künstlicher Intelligenz unerlässlich sind. Der wahre Profit liegt bei den sogenannten Schaufelverkäufern wie Nvidia, TSMC und Unternehmen, die Rechenzentren bauen und mit Strom versorgen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie die Wertschöpfungskette der künstlichen Intelligenz funktioniert, warum Software-Giganten aktuell noch Geld verbrennen und mit welcher Strategie du als Privatanleger von diesem Megatrend profitierst, ohne blind in überbewertete Hypes zu investieren.

Warum du das wahre Potenzial von KI (noch) ignorierst

Wenn wir heute über künstliche Intelligenz sprechen, denken die meisten Menschen sofort an ChatGPT, Claude oder Midjourney. Du nutzt diese Tools wahrscheinlich auch in deinem Alltag. Aber Hand aufs Herz: Wie nutzt du sie? Die Realität ist, dass die meisten Menschen KI heute so verwenden, als würden sie einen hochqualifizierten Mitarbeiter mit einem Doktortitel in Physik ausschliesslich dafür einstellen, um den Lichtschalter ein- und auszuschalten.

Wir nutzen das volle Potenzial dieser Technologie momentan noch gar nicht. Wir fragen nach Kochrezepten, lassen uns kurze E-Mails formulieren oder suchen nach Synonymen. Doch KI kann heute schon praktisch alles, was ein Mensch an einem Computer machen kann – und das in den meisten Fällen besser und effizienter als 90% der Anwender. Das Thema ist real, es ist tiefgreifend und es verändert die Art und Weise, wie unsere Wirtschaft funktioniert, drastisch.

Doch genau hier liegt der grösste Denkfehler beim Investieren: So baust du echtes Vermögen auf! Viele Anleger stürzen sich blind auf jedes Unternehmen, das irgendwie „KI“ oder „AI“ im Namen trägt, ohne zu verstehen, wo in dieser gigantischen Industrie aktuell überhaupt echte Gewinne erwirtschaftet werden.

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Wo in der KI-Industrie das echte Geld verdient wird

Um an der Börse mit künstlicher Intelligenz erfolgreich zu sein, musst du die Wertschöpfungskette verstehen. Wir hören ständig von spektakulären Börsengängen und Milliardenbewertungen für Software-Unternehmen. Doch die harte Realität ist: Das echte, massive Geld wird aktuell im Hintergrund gemacht. Bei den Unternehmen, die das Fundament für diesen digitalen Goldrausch liefern.

Die „Schaufelverkäufer“: Hardware und Chip-Design

Während des Goldrausches im 19. Jahrhundert wurden nicht die meisten Goldsucher reich, sondern diejenigen, die Schaufeln, Spitzhacken und robuste Jeans verkauften. Genau dieses Prinzip sehen wir heute wieder. Die modernen Schaufelverkäufer heissen Nvidia, AMD oder Intel.

Diese Unternehmen entwickeln die Architektur der Chips, die für das Training und den Betrieb von Large Language Models (LLMs) zwingend notwendig sind. Nehmen wir Nvidia als konkretes Beispiel: Wenn ein Unternehmen in einem Fiskaljahr Umsätze im Bereich von USD 250 Milliarden bis USD 260 Milliarden macht und dabei Wachstumsraten von knapp 60% im Jahresvergleich hinlegt, dann reden wir hier von völlig absurden Summen.

Noch beeindruckender wird es, wenn wir uns die Margen anschauen. Von CHF 100 Umsatz bleiben bei solchen Hochleistungs-Chips teilweise CHF 75 als Bruttogewinn hängen. Das ist eine Bruttomarge von 75%. In der realen Wirtschaft gleicht das dem legalen Gelddrucken auf höchstem Niveau.

Die Produzenten im Hintergrund: TSMC und ASML

Was viele Investoren nicht wissen: Nvidia baut seine Chips gar nicht selbst. Sie entwerfen die Architektur, sie designen die Hardware, aber die eigentliche Produktion übernehmen andere. Wenn wir in der Wertschöpfungskette eine Stufe weiter nach unten gehen, stossen wir auf Unternehmen wie TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) oder ASML.

TSMC ist die Fabrik der Welt für Hochleistungschips. Ob du ein Apple MacBook kaufst oder Nvidia seine neuesten KI-Beschleuniger auf den Markt bringt – die Wahrscheinlichkeit ist extrem hoch, dass diese Chips von TSMC gefertigt wurden. ASML wiederum baut die hochkomplexen Maschinen, die TSMC überhaupt erst in die Lage versetzen, diese winzigen Strukturen auf Silizium zu drucken. Wenn du also die Infrastruktur des KI-Booms abbilden willst, kommst du an diesen Akteuren nicht vorbei.

Infrastruktur als heimlicher Gewinner: Strom und Kühlung

Ein weiterer, völlig unterschätzter Bereich ist die physische Infrastruktur. KI benötigt Strom. Unmengen davon. Die Rechenzentren, die rund um die Uhr laufen, um Daten zu verarbeiten und Modelle zu trainieren, verschlingen Energie in einem Ausmass, das wir bisher so nicht kannten.

Dazu kommt die Kühlung. Diese Server-Farmen erzeugen eine gigantische Hitze und müssen oft mit riesigen Mengen an Wasser gekühlt werden. Stromlieferanten, Entwickler von Kühlsystemen und Betreiber von Rechenzentren sind daher fundamentale Profiteure dieses Megatrends, die in den Mainstream-Medien oft viel zu wenig Beachtung finden.

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Warum Software-Unternehmen aktuell noch Geld verbrennen

Während die Hardware-Hersteller Rekordgewinne einfahren, sieht die Realität bei den reinen KI-Software-Unternehmen noch ganz anders aus. Egal ob OpenAI, Anthropic oder andere spannende Start-ups – die meisten dieser Unternehmen sind heute noch weit davon entfernt, wirklich profitabel zu sein.

Die immensen Kosten der Large Language Models

Warum ist das so? Die Antwort liegt in den sogenannten „Capital Expenditures“ (CapEx), also den Investitionsausgaben. Um ein KI-Modell wettbewerbsfähig zu halten, müssen hunderte Millionen, teilweise Milliarden in Hardware (die eben genannten Chips) und Rechenzentren investiert werden.

Zudem sind die laufenden Kosten für Berechnungen extrem hoch. Ich nutze für meine eigenen Projekte und Systeme stark APIs von OpenAI und Claude. Wenn man das intensiv nutzt, kommen schnell Rechnungen von USD 20’000 im Monat zusammen. Das klingt viel, aber wenn man weiss, welche Serverkapazitäten im Hintergrund beansprucht werden, ist das fast schon günstig.

Wenn du wüsstest, was es die Anbieter tatsächlich an reiner Rechenleistung kostet, dir ein einfaches Pizzatezept zu generieren, würdest du verstehen, warum die aktuellen Abo-Modelle für CHF 20.00 im Monat oft nicht kostendeckend sind. Die Software-Branche im KI-Sektor befindet sich noch in einer tiefen Aufbauphase. Sie investieren massiv in Marktanteile und hoffen, dass die Technologiekosten in Zukunft durch Skalierung und technologischen Fortschritt sinken werden.

Datenschutz treibt den Hardware-Bedarf

Ein weiterer Treiber für den massiven Hardware-Ausbau ist der Datenschutz. Viele Grossunternehmen und Konzerne dürfen aus Compliance-Gründen ihre sensiblen Kundendaten nicht einfach über eine Cloud an OpenAI oder andere Drittanbieter schicken.

Ihnen bleibt also gar nichts anderes übrig, als eigene, lokale Rechenzentren aufzubauen und Open-Source-Modelle intern zu betreiben, um mit ihren Daten sicher interagieren zu können. Das führt zu einem gigantischen Investitionsstau bei den Unternehmen und treibt die Umsätze der Hardware-Hersteller weiter in die Höhe.

Befinden wir uns in einer KI-Blase wie im Jahr 2000?

Kritiker und diverse Star-Investoren werfen immer wieder die Frage auf: Ist das nicht alles nur ein riesiger Hype? Erleben wir gerade eine Wiederholung der Dotcom-Blase aus dem Jahr 2000? Das Argument lautet oft: Das Geld dreht sich nur im Kreis. Nvidia wird von Big Tech finanziert, diese wiederum versuchen den Investoren Software zu verkaufen, die noch keine Gewinne abwirft.

Diese Erklärung ist mir persönlich viel zu einfach. Wer tiefer in die Materie eintaucht, versteht, wie tief künstliche Intelligenz bereits heute im Backend der globalen Wirtschaft verankert ist. Ohne dass du es als Endkonsument aktiv merkst, optimiert KI bereits Lieferketten, steuert medizinische Auswertungen und automatisiert Finanzströme.

Würden wir heute alle KI-Systeme weltweit abschalten, hätten wir ein massives Systemrisiko. Es käme dem fast gleich, als würden wir das Internet abschalten. KI ist nicht einfach nur ein neues Tool, es ist das nächste Layer des Internets.

Damals, beim Aufkommen des mobilen Internets und der ersten Smartphones, konnte sich auch niemand vorstellen, dass Unternehmen wie Meta (Facebook) oder Uber mit einfachen Apps zu den wertvollsten Konzernen der Welt aufsteigen würden. Ähnlich wird es bei KI sein: Die wirklich disruptiven und hochprofitablen Geschäftsmodelle im Softwarebereich werden sich erst in den nächsten zwei bis fünf Jahren formen. Wir werden dann zurückblicken und sagen: „Es war doch völlig logisch, dass das funktioniert.“

Meine persönliche Strategie: So investiere ich in KI-Aktien

Wie setze ich dieses Wissen nun in der Praxis um? Ich teile gerne meine persönliche Philosophie mit dir. Wichtig: Das ist keine Anlageberatung, sondern transparent mein eigener Weg, von 0 auf CHF 1 Million: So habe ich mit Aktien & Co mein Vermögen aufgebaut!

Ich beschäftige mich aufgrund meines IT-Hintergrunds schon seit vielen Jahren mit diesen Themen und habe bereits 2017 meine ersten Positionen in Nvidia aufgebaut. Damals war das Thema KI noch lange nicht so in der breiten Öffentlichkeit präsent wie heute.

Gewinne laufen lassen und den Einsatz absichern

Wenn du Einzelaktien in einem solch volatilen und dynamischen Markt hältst, brauchst du starke Nerven. Ich habe in diesen Jahren Phasen durchlebt, in denen die Aktie massive Einbrüche von 50% hinnehmen musste. Der Schlüssel zum Erfolg war für mich, nicht bei der ersten Korrektur in Panik zu verkaufen, sondern im Gegenteil: in Schwächephasen nachzukaufen.

Viele Anleger machen den Fehler, dass sie Gewinner viel zu früh verkaufen, sobald sie 100% im Plus sind, und die Verlierer ewig im Portfolio mitschleifen in der Hoffnung, dass sie sich irgendwann erholen. Wenn du an die langfristige Story eines Unternehmens und das Zukunftspotenzial glaubst, musst du starke Positionen halten können.

Was ich jedoch ab und zu mache, um ruhig schlafen zu können: Ich nehme meinen ursprünglichen Einsatz vom Tisch. Wenn sich eine Position vervielfacht hat, verkaufe ich genau so viele Aktien, dass ich mein initiales Investment wieder sicher auf dem Konto habe. Der restliche Gewinn bleibt investiert und darf weiter wachsen – es ist faktisch ein „Freeroll“. Mit dieser Taktik habe ich einen kleinen Einsatz zu einer signifikanten Position in meinem Portfolio aufgebaut.

Einzelaktien vs. Welt-Portfolio

Trotz meines Erfolgs mit bestimmten Tech-Titeln setze ich nicht alles auf eine Karte. Ich bin extrem stark diversifiziert. Mein Portfolio enthält Aktien, Edelmetalle wie Gold und auch Bitcoin. Kein einziges Unternehmen, auch nicht mein bester Performer, darf ein zu grosses Klumpenrisiko darstellen.

Zudem halte ich mich strikt an meinen Kompetenzkreis (Circle of Competence). Ich kaufe keine Einzelaktien aus Sektoren, die ich nicht im Detail verstehe. Ich besitze zum Beispiel keine einzige Pharma-Einzelaktie. Ich weiss schlichtweg zu wenig über klinische Studien oder Patentrechte in der Medizin.

Wie investiere ich trotzdem in solche Branchen? Ganz einfach über einen breit gestreuten Indexfonds. 3600 vs. 10.000 Aktien: Welcher Vanguard Welt-ETF lohnt sich wirklich für dich? – über solche Welt-ETFs bespare ich monatlich den gesamten Markt und profitiere auch von Sektoren, in denen ich keine Experten-Kenntnisse habe. Wenn du in Einzelaktien investieren willst, solltest du zwingend das Unternehmen, seine Bilanzen und seinen Platz in der Wertschöpfungskette verstehen. Kaufe Firmen, keine Schlagzeilen.

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Fazit

Der Hype um künstliche Intelligenz ist absolut berechtigt, doch das Geld fliesst nicht immer dorthin, wo es in den Medien am lautesten propagiert wird. Während die Software-Anbieter noch um Marktanteile kämpfen und Milliarden in ihre Infrastruktur stecken, sind es die Hardware-Produzenten, Chip-Designer und Infrastruktur-Dienstleister, die heute schon exorbitante Gewinne einfahren.

Für dich als Investor bedeutet das: Schau hinter die Kulissen. Verstehe die Wertschöpfungskette von den grossen Sprachmodellen bis hinunter zum Stromanschluss des Rechenzentrums. Wenn du in Einzelaktien investieren möchtest, konzentriere dich auf die Schaufelverkäufer und halte dich strikt an deinen Kompetenzkreis. Für alles andere ist ein breit diversifizierter ETF die entspanntere und oft auch profitablere Wahl. Der KI-Megatrend steht erst am Anfang – positioniere dich klug und langfristig.

Thomas der Sparkojote

 

One Response

  1. L
    LJ sagt:

    Guter Überblick über die Wertschöpfungskette, aber die “diesmal ist alles anders”-Argumentation kennt man aus jeder Blase. 1999 hiess es genauso: Telekom, Lucent, Cisco als “Schaufelverkäufer” des Internets, die Technologie war real und hat die Welt verändert, trotzdem hat die T-Aktie über 90% verloren. Reale Relevanz einer Technologie und überzogene Bewertung schliessen sich nicht aus.

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