Vanguard FTSE All World: CHF oder USD kaufen – Was ist wirklich besser?
Ob du den Vanguard FTSE All-World ETF in Schweizer Franken oder US-Dollar kaufst, macht für die inhaltliche Zusammensetzung und das tatsächliche Währungsrisiko deines Portfolios absolut keinen Unterschied. Beide Varianten enthalten exakt dieselben globalen Aktien, unterliegen den gleichen Marktschwankungen und bieten langfristige Renditechancen von historisch 7-8% p.a., weshalb der einzige echte finanzielle Vorteil beim Kauf in CHF die Ersparnis der direkten Wechselgebühren beim Broker ist. Für den systematischen Vermögensaufbau ist es elementar zu verstehen, dass eine reine Notierung in einer lokalen Handelswährung keine automatische Währungsabsicherung bedeutet, sofern du dich nicht explizit für einen teureren, gehedgten Fonds entscheidest.
Vanguard FTSE All-World: Warum die Handelswährung am Ende egal ist
Eine der am häufigsten gestellten Fragen im aktuellen Anlageumfeld dreht sich um die Wahl der richtigen Handelswährung für globale Indexfonds. Viele Anleger sehen bei ihrem Broker plötzlich denselben ETF in US-Dollar, Euro oder eben in Schweizer Franken gelistet und fragen sich, ob sie nun ihr bestehendes Portfolio umschichten müssen. Die kurze Antwort lautet: Nein, musst du nicht.
Wenn wir uns die Basisdaten dieser Finanzprodukte ansehen, stellen wir schnell fest, dass es sich um exakt denselben ETF mit identischem Inhalt handelt. Der einzige Unterschied liegt in der Währung, in der der Fonds an der jeweiligen Börse gehandelt wird. Die Unternehmen, die in diesem ETF stecken – von amerikanischen Tech-Giganten bis hin zu asiatischen Industriekonzernen – operieren global und generieren ihre Gewinne in unzähligen verschiedenen Währungen. Die Basiswährung des Vanguard FTSE All-World ist und bleibt der US-Dollar. Das kannst du jederzeit im Factsheet des ETFs nachlesen.
Wenn du den Fonds nun in Schweizer Franken kaufst, rechnet der Market Maker oder der Broker den aktuellen USD-Wert einfach in CHF um. Du kaufst also denselben Korb an Aktien, nur dass das Preisschild für dich im Schaufenster in deiner Heimatwährung ausgewiesen wird.
Der Mythos vom eliminierten Währungsrisiko
Ein fataler Denkfehler, der selbst bei Portfolios im hohen sechsstelligen oder gar siebenstelligen Bereich immer wieder vorkommt, ist die Annahme, man hätte durch den Kauf in CHF das Währungsrisiko eliminiert. Das ist schlichtweg falsch.
Wenn der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken an Wert verliert, wird der in CHF notierte ETF exakt im gleichen Verhältnis an Wert einbüssen, wie die USD-Variante. Dein Risiko bleibt identisch. Du bist weiterhin voll den globalen Währungsschwankungen ausgesetzt. Es ist enorm wichtig, dass du weisst, welche Risiken du dir ins Portfolio holst, besonders wenn du wie du deine ersten 100’000 Franken beim Vermögensaufbau erreichst und danach dein Kapital weiter skalierst. Falsche Annahmen können hier zu Fehlentscheidungen führen, die dich langfristig viel Rendite kosten.
Der einzige massive und handfeste Vorteil, wenn du direkt in Schweizer Franken kaufst: Du musst deine Franken nicht erst in Dollar umtauschen. Dadurch sparst du dir die Währungswechselgebühr, die viele Broker bei Fremdwährungstransaktionen aufschlagen. Gerade bei monatlichen Sparplänen summiert sich diese Ersparnis über die Jahre zu einem beachtlichen Betrag.
Wann eine Währungsabsicherung (Hedging) wirklich Sinn macht
Wenn du das Währungsrisiko tatsächlich ausschalten willst, müsstest du zu einem sogenannten „hedged“ ETF greifen. Diese Fonds sichern Währungsschwankungen über komplexe Finanzinstrumente wie Termingeschäfte ab. Doch das hat seinen Preis.
Erstens zahlst du für diese Absicherung höhere laufende Kosten (TER). Zweitens – und das ist der entscheidende Punkt – kappst du damit nicht nur deine Verluste bei einer schwachen Fremdwährung, sondern auch deine potenziellen Gewinne, wenn die Fremdwährung stark performt. Es gibt an der Börse keinen „Free Lunch“, bei dem du nur nach oben profitierst und nach unten abgesichert bist.
Bei einem Portfolio, das zu grossen Teilen aus Schweizer Unternehmen besteht (wie etwa bei einem iShares Swiss Dividend ETF), ist eine Absicherung ohnehin obsolet. Die Unternehmen bilanzieren in CHF und halten ihre Rücklagen in CHF. Bei globalen Aktien sieht das anders aus. Hier solltest du dir genau überlegen, ob sich ETF Hedging 2026: Schweizer Franken Absicherung oder lieber breit diversifizieren? für dich rechnet. In den meisten Fällen frisst die Absicherung langfristig genau die Rendite auf, die sie eigentlich schützen soll.
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Ausschüttend (Distributing) oder Thesaurierend (Accumulating)?
Neben der Währungsfrage stellt sich oft die Entscheidung zwischen der ausschüttenden und der thesaurierenden Variante des ETFs. Auch hier gilt: Inhaltlich gibt es keinen Unterschied.
Die thesaurierende Variante nimmt die Dividenden, die von den Unternehmen im Index gezahlt werden, und reinvestiert sie automatisch wieder in den Fonds. Das ist besonders komfortabel, wenn du dich um nichts kümmern möchtest und den Zinseszinseffekt maximal passiv für dich arbeiten lassen willst. Die ausschüttende Variante zahlt dir diese Dividenden regelmässig auf dein Verrechnungskonto aus. Das gibt dir Flexibilität, motiviert psychologisch durch sichtbare Cashflows und erlaubt dir, das Kapital manuell dort zu reinvestieren, wo du es gerade für sinnvoll hältst.
Steuern in der Schweiz: Gibt es einen Unterschied?
Aus steuerlicher Sicht macht es in der Schweiz für Privatanleger kaum einen Unterschied, für welche der beiden Varianten du dich entscheidest. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) besteuert die Erträge (Dividenden) in beiden Fällen als Einkommen.
Bei der thesaurierenden Variante meldet der Fondsgesellschaft den fiktiven Ertrag an die ESTV, und du musst diesen genauso versteuern, als hättest du ihn bar auf dein Konto erhalten. Kapitalgewinne, also reine Kurssteigerungen der Aktien, sind in der Schweiz für private Anleger ohnehin steuerfrei. Daher ist die Entscheidung zwischen Distributing und Accumulating reine Präferenzsache und abhängig von deiner persönlichen Strategie zur Generierung von Cashflow.
Marktrückblick 2026: Die aussergewöhnliche Performance der letzten Jahre
Wir schreiben heute den 09.09.2026, und es ist ein hervorragender Zeitpunkt, um die Performance der letzten Jahre kritisch zu reflektieren. Der Vanguard FTSE All-World in der ausschüttenden Variante notiert aktuell bei rund CHF 150. Das ist eine absolut verrückte Entwicklung, wenn wir bedenken, dass der Preis vor nicht einmal fünf bis sechs Jahren noch bei etwa CHF 75 lag.
Der Fonds hat sich in diesem vergleichsweise kurzen Zeitraum verdoppelt. Normalerweise kalkulieren wir an der Börse damit, dass sich ein breit gestreutes Investment alle 8 bis 10 Jahre verdoppelt, je nach durchschnittlicher Marktrendite. Dass wir diese Verdopplung nun in knapp 6 Jahren gesehen haben, liegt massgeblich am Einstiegszeitpunkt vieler Anleger während der Marktkorrekturen 2020 und 2021 sowie an dem unglaublichen Bullenmarkt der Folgejahre. Wenn du in dieser Zeit angefangen hast zu investieren, konntest du 12 Jahre investieren: Das Learning, das dein Portfolio für immer verändert! quasi im Zeitraffer erleben.
Dieser rasante Anstieg war getrieben durch massive expansive Geldpolitiken, die Erholung nach diversen globalen Krisen und nicht zuletzt durch den extremen Boom rund um das Thema Künstliche Intelligenz (AI), der die Technologiewerte überproportional beflügelt hat.
Warum du deine Rendite-Erwartungen für 2032 anpassen musst
Es ist essenziell, dass du aus dieser jüngsten Vergangenheit keine linearen Erwartungen für die Zukunft ableitest. Eine aussergewöhnlich hohe Rendite in den letzten fünf Jahren bedeutet nicht automatisch, dass wir in den nächsten fünf Jahren dasselbe Tempo sehen werden.
Ich gehe persönlich nicht davon aus, dass wir im Jahr 2031 oder 2032 einen Kurs von CHF 300 pro Vanguard FTSE All-World Anteil sehen werden. Das wäre eine erneute Verdopplung in kürzester Zeit und aus fundamentaler Sicht schlichtweg absurd. Natürlich schliesse ich an der Börse niemals etwas komplett aus, aber man muss realistisch bleiben. Die letzten Jahre waren ein Ausnahmezustand. Die Märkte werden sich langfristig wieder ihrem historischen Mittelwert annähern.
Das Gleiche gilt für die Entwicklung des Schweizer Frankens. Die Stärke des CHF gegenüber dem Euro und dem US-Dollar in den letzten zwei bis fünf Jahren war phänomenal. Er hat in den letzten fünf Jahren quasi die Dynamik von anderthalb Jahrzehnten vorweggenommen. Auch hier dürfen wir nicht erwarten, dass diese extremen Währungsverschiebungen in genau demselben rasanten Tempo weitergehen.
Die richtige Broker-Wahl und die stetige finanzielle Bildung
Wenn du dein Portfolio aufbaust und solche strategischen Entscheidungen triffst, brauchst du ein solides Setup. Ein Depot, das dir Zugang zu globalen Aktien, ETFs, Krypto und sogar dem Optionshandel bietet, ist hierbei Gold wert. Wenn du deine Kosten optimieren willst, macht es durchaus Sinn, bei Brokern zu agieren, die dir faire Konditionen für den Kauf in deiner Heimatwährung bieten.
Ich führe den Grossteil meiner Strategie über Swissquote aus, wo mein Hauptdepot mittlerweile einen siebenstelligen Betrag erreicht hat. Manchmal nutze ich dort auch Lombardkredite, um flexibel auf Marktchancen reagieren zu können. Wer sich aktuell für ein neues Depot interessiert, kann sich mit dem Promo Code „MKT_Sparkojote“ CHF 100 Trading Credit sichern. Das ist ein solider Startbonus, um die ersten Transaktionskosten direkt abzudecken.
Neben dem richtigen Werkzeug ist dein eigenes Wissen der grösste Hebel. Egal ob du tiefer in die Materie einsteigen willst oder dich erst seit Kurzem mit dem Investieren befasst: Dauerhafte Weiterbildung ist der Schlüssel. Ready for Money: So baust du in der Schweiz mit Aktien & ETFs echtes Vermögen auf! ist dabei ein hervorragender Begleiter, um genau diese fundamentalen Zusammenhänge zwischen Währungen, Produkten und langfristigen Zielen zu verstehen. Investiere nicht nur in ETFs, sondern in erster Linie in deinen eigenen finanziellen IQ.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es fundamental keinen Unterschied macht, ob du deinen globalen ETF in Schweizer Franken oder US-Dollar kaufst. Die zugrundeliegenden Werte, die Unternehmensgewinne und das Währungsrisiko bleiben absolut identisch. Der einzige echte und spürbare Vorteil der CHF-Variante liegt in der direkten Einsparung der Wechselgebühren bei deinem Broker. Lass dich nicht von der reinen Handelswährung blenden und verstehe, dass du das Währungsrisiko ohne einen expliziten Hedge nicht ausschliesst. Gerade im aktuellen Marktumfeld des Jahres 2026, nach einer Phase extrem starker Kursgewinne, ist eine realistische Renditeerwartung für die kommenden Jahre absolut essenziell. Akzeptiere die natürlichen Schwankungen der Währungen als Teil des globalen Investierens und fokussiere dich auf eine disziplinierte, langfristige Strategie. Optimiere deine Fixkosten, wähle einen verlässlichen Broker und bleibe deiner Investmentphilosophie treu, ohne in teure Absicherungsmechanismen zu flüchten.




















9 Responses
Kauf in CHF an der SIX ist bei Schweizer Brokern wie Swissquote dennoch meist die günstigste Variante. Wenn du den Fonds nun in Schweizer Franken (CHF) an der SIX Swiss Exchange kaufst, profitierst du in erster Linie von niedrigeren Broker-Courtagen und sparst dir die oft teuren Wechselkursgebühren (FX-Gebühren) deines Anbieters, die bei einem Kauf in US-Dollar für den Währungstausch anfallen würden.Technisch gesehen findet die Umrechnung von der Fondswährung (USD) in deine Handelswährung (CHF) in diesem Moment einfach im Hintergrund durch den Market Maker an der Börse statt zu einem meist extrem fairen und engen Spread. Inhaltlich bleibt alles identisch: Du kaufst ein Stück Weltwirtschaft.Für Schweizer Anleger ist die CHF-Variante an der Heimatbörse SIX daher schlicht der administrativ einfachste und kosteneffizienteste Weg, um ohne versteckte Gebühren an der langfristigen Rendite des Weltmarktes zu partizipieren.
@Wallstreet Tom
Genau, für Sparpläne ist die CHF-Linie an der SIX meistens der einfachste Weg. Wichtig ist mir nur der Punkt aus dem Beitrag: Die Gebühr für den Währungstausch fällt weg, das Währungsrisiko aber nicht. Der CHF-Kurs ist einfach der umgerechnete USD-Wert.
LG
Thomas
Swissquote hat im Vergleich zum restlichen Markt extrem hohe Wechselkursgebühren. Die Unterschiede zu Saxo etc. sind frappant, aber da hört bei dir die Objektivität dann auch auf, ja?
Erwischt. Ich vergess immer, dass nicht jeder das Budget hat, Währungsgebühren als Statussymbol zu betrachten. Wer es sich leisten kann, zahlt bei Swissquote gerne den „Elite-Zuschlag“. Für den Rest gibt es ja glücklicherweise Saxo, damit auch die Sparfüchse ein bisschen Depot spielen dürfen.
SAXO BANK UNTERIRDISCHER KUNDENSERVICE
Ich hatte schon bei vielen Banken Konti. Aber so übel wie bei der Saxobank war es noch nie. Dauernd werden Fragen gestellt, die schon 10x beantwortet wurden. Persönlicher Kontakt zur Compliance ist anscheinend nicht möglich. Völlig bürokratische und ineffiziente Prozesse. Der Kunde und seine Bedürfnisse sind bei dieser Bank absolut irrelevant.
Ich stelle diesen unterirdischen Kundenservice als sogenannter VIP-Kunde fest. Wie werden normale Kunden behandelt?
Die Handelskonditionen sind zwar attraktiv, aber die Plattform hat einen störenden Fehler bei der Schlussauktion an der Schweizer Börse. Trotz mehrfachem Hinweis hat das aber niemanden interessiert. Bleiben Sie dieser Bank fern, wenn Sie Ihre Nerven schonen wollen.
@Maximilian
Danke fürs Teilen deiner Erfahrung. Das zeigt gut, dass bei der Broker-Wahl nicht nur die Gebühren zählen, sondern auch Service und Plattform. Am Ende muss jeder für sich abwägen, was ihm wichtiger ist.
LG
Thomas
@Tobba
Die Frage ist berechtigt. Swissquote ist ein Partner von mir, und das darfst du bei meiner Einschätzung berücksichtigen. Bei den Wechselkursgebühren gehört Swissquote nicht zu den günstigsten, da hast du recht. Genau darum ist der Kauf in CHF dort der sinnvollere Weg, weil der Währungstausch wegfällt. Wer oft in Fremdwährungen handelt, sollte die Broker vergleichen. Ich nutze Swissquote seit Jahren selbst, das heisst aber nicht, dass es für jeden die günstigste Lösung ist.
LG
Thomas
VWRL von 75 auf 150…
Ja, da nimmst du genau das Tief des Corona-Crashs und vergleichst es mit dem heutigen AI-Hype. IMHO kein guter Beobachtungszeitraum…
@Alain
Da hast du recht, der Startpunkt im Corona-Tief macht die Verdopplung besonders eindrücklich. Genau darum schreibe ich im Beitrag auch, dass die letzten Jahre ein Ausnahmezustand waren und man daraus keine Erwartungen für die Zukunft ableiten sollte. Mit CHF 300 im Jahr 2032 rechne ich jedenfalls nicht.
LG
Thomas