Neue Allzeithochs überall – und jetzt?
Der Markt explodiert: Der S&P 500 kratzt an der Schallmauer, Bitcoin steht bei 120’000 US-Dollar, Ethereum über 4’000 US-Dollar, ETFs boomen, Tech-Aktien wie Nvidia und Netflix explodieren – ja, es fühlt sich gut an, Investor zu sein. Vielleicht sogar zu gut.
Wenn alles scheinbar nur noch steigt, kommt schnell das Gefühl auf: Jetzt geht’s richtig los! Aber genau in solchen Phasen ist es entscheidend, nicht den Kopf zu verlieren.
Euphoriephasen: Warum sie gefährlich sein können
Alles steigt – also Augen zu und kaufen?
Ich kenne das selbst. Wenn das Depot jede Woche neue Höchststände erreicht, denkt man sich: „Warum nicht noch ein bisschen mehr riskieren? Was soll schon schiefgehen?“ Doch genau hier lauert die Gefahr: Wir verlassen unsere Strategie, werfen unser Risikoprofil über Bord und investieren plötzlich in Assets, die wir eigentlich nie angefasst hätten. Warum? Weil gerade alles zu funktionieren scheint.
Dabei vergessen viele: Es ist völlig normal, dass Märkte in Zyklen laufen – mit Höhen und Tiefen. Und genau wie in einem Bärenmarkt Besonnenheit gefragt ist, sollten wir in Bullenmärkten nicht in Euphorie verfallen.
Strategietreue statt Hype-Jagd
Der einzige Faktor, den wir kontrollieren: unser Verhalten
Ob der Markt rauf oder runter geht – das liegt nicht in unserer Hand. Was wir aber sehr wohl beeinflussen können, ist, wie wir reagieren. Ob wir Panikverkäufe tätigen, in der Euphorie zu viel riskieren oder eben besonnen bleiben und unsere Strategie weiterverfolgen.
Ich habe in den letzten 11 Jahren gelernt: Investieren ist zu einem grossen Teil Psychologie. Wer sich selbst kennt, der kann auch in turbulenten Phasen ruhig bleiben.
Wachstumsgrenzen verstehen: Warum „weiter verdoppeln“ nicht endlos geht
Der Trugschluss der ewigen Verdopplung
Klar, es ist beeindruckend, wenn eine Nvidia-Aktie sich in wenigen Jahren verhundertfacht hat. Oder Netflix plötzlich bei über 1’200 Dollar steht. Aber wir dürfen nicht vergessen: Ab einer gewissen Grösse wird exponentielles Wachstum schlichtweg unrealistisch.
Ein Unternehmen mit einer Bewertung von 1 Billion kann sich nicht „mal eben“ noch mal verhundertfachen. Da sprechen wir von Marktwerten, die ganze Volkswirtschaften übersteigen würden. Dagegen ist es für ein kleineres Unternehmen mit 1 oder 10 Milliarden Marktkapitalisierung realistischer, sich zu verfünffachen oder zu verzehnfachen – zumindest auf lange Sicht und mit entsprechendem Businessmodell.
Ein Beispiel: Swissquote vs. Big Tech
Nehmen wir mal Swissquote. Ein solides Unternehmen, aber verglichen mit Nvidia oder Netflix eine ganz andere Grössenordnung. Das Potenzial für starkes Wachstum ist da – wenn es international weiter expandiert und Marktanteile gewinnt. Das ist realistisch, aber es passiert eben nicht über Nacht.
Diversifikation vs. Performance: Was bringt den Erfolg?
ETFs als Basis – Einzelaktien für die Extra-Rendite
In meinem Portfolio machen ETFs rund 25 % aus. Das ist mein Core – breit diversifiziert, solide, sicher. Die restlichen 75 % stecke ich in Einzelaktien, Kryptowährungen und Edelmetalle. Warum? Um den Markt zu outperformen.
Und ja, das hat über die letzten 11 Jahre tatsächlich funktioniert. Ich habe den Markt, gemessen am Vanguard FTSE All World ETF, geschlagen. Das war keine Selbstverständlichkeit – sondern eine Mischung aus Strategie, Analyse, Geduld und – ja, auch eine Portion Glück.
Glück – der unterschätzte Faktor beim Investieren
Du kannst alles richtig machen und trotzdem verlieren
Viele reden nicht gern darüber, aber es ist nun mal so: Auch beim Investieren gehört Glück dazu. Du kannst die richtige Aktie, zur richtigen Zeit, mit der richtigen Strategie kaufen – und trotzdem läuft es nicht, weil der Markt es noch nicht „kapiert“. Und drei Jahre später kommt jemand anderes mit der gleichen Idee – und der Markt springt drauf an.
Auch das gehört zur Realität des Investierens. Und wer das akzeptiert, geht deutlich entspannter an die Sache ran.
Rebalancing und Umschichtung: Wann macht es Sinn?
Soll ich meine besten Aktien jetzt verkaufen?
Wenn ein Investment plötzlich einen viel grösseren Anteil im Portfolio ausmacht, stellt sich die Frage: Verkaufen und umschichten? Ich persönlich verkaufe selten die stärksten Titel – einfach weil ich glaube, man sollte nicht die „Beine des besten Pferdes“ stutzen.
Aber manchmal, besonders aus psychologischen Gründen, macht ein Teilverkauf Sinn. Bei Nvidia habe ich z.B. einen kleinen Teil verkauft – weniger als 10 % meiner Position – einfach um den Einsatz rauszuholen. Für mich war das wichtig, weil ich so wusste: Mein Risiko ist draussen, der Rest ist Gewinn.
Faktisch macht das keinen Unterschied – das Geld ist Geld – aber psychologisch hilft es enorm. Und Investieren ist eben auch Kopfsache.
Selbstreflexion: Wie du langfristig rational bleibst
Verstehe dich selbst – das ist dein grösster Hebel
Ob du nun seit einem Jahr oder seit zehn Jahren investierst: Du wirst mit emotionalen Hochs und Tiefs konfrontiert. Euphorie, Angst, Zweifel – alles dabei. Der Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Investoren ist oft nicht die Strategie, sondern das Verhalten.
Wenn du dich selbst gut kennst, kannst du in heissen Phasen rational bleiben. Für mich bedeutet das z.B., Teilverkäufe zu tätigen, wenn ein Investment durch die Decke geht – einfach um ruhig zu schlafen. Für andere funktioniert das vielleicht nicht, und das ist auch okay.
Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, aber es gibt ein passend für dich.
Fazit: Bleib deiner Strategie treu – gerade jetzt
Die Märkte feiern gerade eine Mega-Party. Überall neue Allzeithochs, Gewinne, Wachstum, Euphorie. Es fühlt sich fantastisch an – aber genau jetzt ist die Zeit, besonnen zu bleiben.
Denk daran:
- Der Markt kann nicht ewig nur steigen.
- Grosse Unternehmen wachsen langsamer – und das ist normal.
- Dein Verhalten ist der wichtigste Erfolgsfaktor.
- Diversifikation ist kein Renditekiller, sondern dein Sicherheitsnetz.
- Auch Glück spielt eine Rolle – und das darf man akzeptieren.
- Rebalancing ist individuell – finde deinen Weg.
- Verstehe dich selbst – das ist deine Superkraft als Investor.
Wenn du deine Strategie kennst, ihr treu bleibst und dich nicht von kurzfristigen Hypes oder Panik leiten lässt, dann wirst du auch in 10 oder 20 Jahren noch mit Freude investieren – und davon profitieren.
Bleib dran, bleib rational, und viel Erfolg auf deinem Weg als Investor.
🎁 Der Broker meiner Wahl ist Swissquote, ein sehr bekannter Schweizer Online-Broker. Mein vollständiges Depot befindet sich dort, mittlerweile mehr als 800’000 Franken. Ich investiere regelmässig über Aktien & ETF Sparpläne (Jetzt Neu auch mit Fractional Shares).
Swissquote, die Schweizer Bank für Investments, bietet eine Vielzahl an Anlagemöglichkeiten – von Aktien, Anleihen und ETFs bis hin zu Optionen und Rohstoffen.
Als Kunde kann man übrigens auch kostenlos in die Swissquote-Lounge in Zürich oder Gland, dort gibt es gratis Kaffee und Schokolade ;-). Wenn Du ein Depot bei Swissquote eröffnen willst, kannst Du bei der Anmeldung folgenden Aktionscode „MKT_SPARKOJOTE“ nutzen, um 100 CHF Trading Credits bei der Eröffnung zu erhalten (only for swiss residents). Nutze dazu diesen Link*.
Only for swiss residents.
– Auf Persönliche Empfehlung vom Sparkojoten 🦊🇨🇭



















2 Responses
Und jetzt?
Nach dem ATH kommt das nächste ATH.
@Gurki
Die Börse spielt gerade verrückt!