Der wahre Grund, warum Buy & Hold unschlagbar ist!
Immer wieder höre ich denselben Spruch: „Die Luft ist raus, es wird keine neuen Alltime Highs mehr geben.“ Das klingt im ersten Moment plausibel, weil man denkt, dass Märkte nicht ewig steigen können. Aber wenn wir ehrlich sind, ist genau das die gleiche Leier, die Investoren seit Jahrzehnten hören – und trotzdem erreichen die Börsen in schöner Regelmässigkeit neue Höchststände.
Selbst Investorenlegenden wie Warren Buffett haben diese Zweifel immer wieder gehört und trotzdem eisern an ihrer Strategie festgehalten. Und genau das ist der Schlüssel: dranbleiben, auch wenn es unbequem wird.
Warum Markettiming fast nie funktioniert
Viele Anleger glauben, dass sie den Markt timen können: am Hoch verkaufen und am Tief wieder kaufen. Klingt logisch, oder? In der Realität schafft das aber so gut wie niemand.
Wer versucht, ständig rein und raus zu gehen, verpasst meistens die besten Tage an der Börse – und genau diese wenigen Tage machen den grössten Teil der Rendite aus. Studien zeigen immer wieder, dass Investoren, die investiert bleiben, langfristig die besseren Ergebnisse erzielen.
Die wahre Kunst liegt nicht im Verkaufen, sondern im Investiertbleiben.
Langfristig denken: 10, 20 oder 30 Jahre an der Börse
Wenn du wirklich Vermögen aufbauen willst, musst du in Jahrzehnten denken. Ich selbst bin seit über 11 Jahren an der Börse aktiv und kenne Investoren, die seit 20 oder 30 Jahren dabei sind. Was alle gemeinsam haben? Sie sind auch in schlechten Zeiten investiert geblieben.
Es gibt immer Krisen: Finanzkrise, Corona-Crash, Inflation, geopolitische Unsicherheiten. Aber am Ende zeigt sich immer wieder: die Märkte erholen sich und steigen über die Zeit weiter an.
Die Ausnahme: Gezieltes Nachkaufen in Schwächephasen
Heisst das jetzt, dass Markettiming komplett nutzlos ist? Nicht ganz. Es gibt eine Form, die tatsächlich Sinn macht: gezieltes Nachkaufen in Phasen, in denen Aktien irrational günstig sind.
Das bedeutet nicht, dass du alles verkaufst und dann versuchst, den perfekten Zeitpunkt zum Neueinstieg zu finden. Stattdessen bleibst du investiert, nutzt aber Schwächephasen, um deine Positionen zu attraktiven Preisen auszubauen.
Beispiel Meta (Facebook)
Ein konkretes Beispiel ist Meta. Als die Aktie zeitweise unter 100 Dollar notierte, war das für mich völlig irrational. Meta ist eines der grössten Social-Media-Unternehmen der Welt und verdient Milliarden mit Werbung.
Ich habe in dieser Phase nicht gezögert und über Sparpläne sowie gezielte Käufe massiv nachgelegt. Heute notiert Meta bei rund 800–900 Dollar – eine Verzigfachung in weniger als zwei Jahren.
Weitere Beispiele: Netflix, Acceleron und Nvidia
Nicht nur Meta hat sich als Chance herausgestellt. Auch Netflix oder der Spinoff Acceleron (ABB-Abspaltung) waren Gelegenheiten, die ich gezielt genutzt habe.
- Acceleron: Einstieg bei rund 15 Franken, heute über 70 Franken, mit Potenzial auf 100.
- Netflix: Ebenfalls in einer Schwächephase massiv nachgekauft, mit grossem Erfolg.
- Nvidia: Hier habe ich einen Teil der Gewinne realisiert, um mein Klumpenrisiko zu verringern. Rund 100 Aktien habe ich verkauft – weniger als 10 % meiner Position, aber genug, um den gesamten Einsatz und Gewinn abzusichern.
Das zeigt: Manchmal ist es auch sinnvoll, Gewinne mitzunehmen, um das Portfolio neu auszubalancieren. Diversifikation schützt dich vor unerwarteten Rückschlägen.
Rebalancing: Warum Umallokation wichtig ist
Viele Anleger unterschätzen, wie wichtig Rebalancing ist. Es geht nicht nur darum, Gewinne laufen zu lassen, sondern auch darum, Risiken im Griff zu behalten.
Wenn eine Aktie wie Nvidia plötzlich einen riesigen Teil des Portfolios ausmacht, entsteht ein Klumpenrisiko. Durch das Teilverkaufen kann man wieder Diversifikation herstellen, ohne das langfristige Wachstumspotenzial komplett aufzugeben.
Das bedeutet nicht, dass du ständig an deinem Depot rumschrauben musst – aber hin und wieder Anpassungen vorzunehmen, ist Teil einer gesunden Investmentstrategie.
Emotionen ausschalten und rational handeln
Der grösste Feind eines Investors sind nicht die Märkte – es sind die eigenen Emotionen. Panik im Crash, Euphorie im Bullenmarkt – genau das führt zu Fehlentscheidungen.
Die erfolgreichsten Investoren sind diejenigen, die in Krisen Ruhe bewahren und rational entscheiden. Statt panisch zu verkaufen, nutzen sie Rückgänge, um ihre Positionen zu stärken.
Oder wie man so schön sagt: „An der Börse wechseln die Gewinne von den Ungeduldigen zu den Geduldigen.“
Fang klein an: Dein erstes Depot und Sparplan
Wenn du bisher noch gar nicht investiert bist, dann fang klein an. Es braucht kein riesiges Startkapital. Schon mit einem Sparplan von 25 Franken pro Monat kannst du loslegen und erste Erfahrungen sammeln.
Das Wichtigste ist nicht die Höhe des Einstiegs, sondern dass du anfängst und dranbleibst. Je früher du startest, desto stärker wirkt der Zinseszins-Effekt für dich.
Fazit: Langfristig investieren und Chancen nutzen
Die Börse ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer langfristig investiert bleibt, übersteht nicht nur die unvermeidlichen Krisen, sondern profitiert am Ende von der Erholung und dem Wachstum der Märkte.
- Markettiming funktioniert nicht – ausser in Form von gezielten Nachkäufen.
- Dranbleiben ist entscheidend – in guten wie in schlechten Zeiten.
- Rationalität schlägt Emotionen – wer in der Krise kühlen Kopf bewahrt, gewinnt langfristig.
- Diversifikation und Rebalancing schützen dein Depot.
Wenn du also überlegst, ob die Luft an der Börse draussen ist: Nein, sie ist nicht draussen. Es gibt immer wieder neue Chancen – du musst nur die Geduld haben, sie zu nutzen.





















One Response
Kommt darauf an, wie man buy and hold definiert. Es gibt Phasen, in denen man die Aktienquoten reduzieren sollte.