Vermögensvergleich Schweiz – Deutschland đŸ‡šđŸ‡­đŸ‡©đŸ‡Ș

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Vermögensvergleich Schweiz - Deutschland

Was kommt uns Deutschen in den Sinn, wenn wir an die Schweiz denken? Hohe Berge, blaue klare Seen, freundliche Menschen und die Schweizer Banken natĂŒrlich. Die Schweizer haben alle Geld. Das weiss jedes Kind in Deutschland. Oder so lautet zumindest das Vorurteil, das viele Deutsche gegenĂŒber den Schweizer haben. Ist das aber wirklich so? Ich wage in diesem Blogbeitrag einen Vergleich der beiden LĂ€nder in Sachen Vermögen und Vermögensverteilung. 

Checkt auch gerne den Lieben Christian der Auswanderluchs ab, den Autor dieses Blogbeitrags!

Durchschnitts- und Medianvermögen

Schaut man sich das Durchschnittsvermögen an, so erkennt man, dass es in der Schweiz mit 564‘653 $ gut doppelt so hoch ist wie in Deutschland mit 216‘654 $. Da die Löhne in der Schweiz auch gut doppelt so hoch sind wie in Deutschland, kann man von einem Ă€hnlichen Wohlstandsniveau ausgehen. Das Durchschnittsvermögen ist allerdings kein guter Indikator fĂŒr den Wohlstand der BĂŒrger. Durch einige sehr grosse Ausreisser – wie zum Beispiel einige wenige sehr, sehr reiche BĂŒrger – wird der Blick auf die Vermögen pro BĂŒrger verzehrt. Eine bessere Methode, um den Wohlstand der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger abzubilden, ist das Medianvermögen. Hier sieht man einen krassen Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz. Das Medianvermögen liegt in der Schweiz bei 227‘891 $, also bei knapp 40,4 Prozent des Durchschnittsvermögens. Das Medianvermögen in Deutschland liegt bei 35‘313 $. Das entspricht 16,3 Prozent des Durchschnittsvermögens. Wenn wir die beiden Medianvermögen miteinander vergleichen, können wir gut erkennen, dass das Vermögen in Deutschland ungleicher verteilt ist, als in der Schweiz. Die HĂ€lfte der Deutschen hat weniger als 35‘313 $ (32‘819,20 €) an Vermögen. Im Gegenzug hat die HĂ€lfte der Schweizer sogar mehr als 227‘891 $ (211‘846,33 €) an Vermögen. 

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Vermögensunterschied đŸ‡šđŸ‡­đŸ‡©đŸ‡Ș

Wie lĂ€sst sich dieser Vermögensunterschied begrĂŒnden? Ich habe folgende Punkte identifizieren können:

  1. Deutschland hat den grössten Niedriglohnsektor Europas
  2. Steuern und Abgaben sind in der Schweiz viel niedriger als in Deutschland
  3. Höherer Aktienanteil am Vermögen 
  4. Die Schweiz ist kapitalistischer als Deutschland
  5. Höhere Sparquote

1. Deutschland hat mit 22 Prozent der BeschĂ€ftigten einen hohen Anteil an Geringverdienern. Die Schweiz liegt diesbezĂŒglich bei 14 Prozent. Als Geringverdiener gilt gemeinhin, wer pro Stunde weniger als zwei Drittel des Medianlohns erzielt. Hierzu gibt es einen guten Artikel in der NZZ. Diesen findest du hier.

2. Im OECD-Vergleich liegt Deutschland auf dem zweiten Platz, was die Höhe der Steuern und Sozialabgaben angeht. Verglichen wird eine alleinstehende Person ohne Kinder. In Deutschland liegt die Abgabenlast bei 39,7 Prozent. In der Schweiz dagegen nur bei 17,4 Prozent. 

3. Mit dem Sparbuch, Sparkonto oder dem Tagesgeldkonto kann man sein Vermögen nicht wirklich vermehren. Die Zinsen lagen In der Vergangenheit gerade so auf dem Inflationsniveau und heutzutage sogar darunter. Vermögen wird am besten mit Produktivkapital vermehrt. Aktien sind ein klassisches Beispiel hierfĂŒr. 

4. Hier in der Schweiz muss jeder Einzelne viel mehr Eigenverantwortung tragen als man das aus Deutschland kennt. Man zahlt deswegen aber auch weniger Steuern. Das eindrĂŒcklichste Beispiel dafĂŒr ist fĂŒr mich die Krankenkasse. Das Schweizer Krankenversicherungssystem ist vergleichbar mit dem privaten Krankenversicherungssystem in Deutschland. FĂŒr jedes Familienmitglied muss ein individueller Beitrag geleistet werden. Zahnarztleistungen mĂŒssen extra versichert werden. Jeder Erwachsene hat zudem mindestens die ersten CHF 300 an Gesundheitskosten selbst zu tragen. Der KĂŒndigungsschutz ist ein weiteres Beispiel. Dieser ist viel lockerer als in den umliegenden europĂ€ischen LĂ€ndern. Ich sehe dieses Mehr an Kapitalismus keinesfalls als Nachteil, sondern eher als Vorteil fĂŒr die Gemeinschaft. Eigenverantwortung eines jeden, erzeugt ein Bewusstsein fĂŒr die Kosten. In Deutschland werden viele Leistungen als selbstverstĂ€ndlich angesehen. Ich denke da auch an die Kinderbetreuung. In Deutschland zahlt man oft nicht direkt, sondern es wird ĂŒber Steuern finanziert. Demnach haben wir keinen direkten Einfluss auf die Kosten. Das Mehr an Kapitalismus bedeutet allerdings nicht, dass bedĂŒrftige Menschen in der Schweiz alleine gelassen werde. Keinesfalls! Das Schweizer Sozialsystem zĂ€hlt zu den besten in der Welt und ist besser als das Sozialsystem in Deutschland. Die Arbeitslosenversicherung und die Altersvorsorge in der Schweiz sind deutlich solider als in Deutschland

5. In der Schweiz wird ein grösserer Anteil des Einkommens gespart als in Deutschland. Die Schweiz liegt mit 19 Prozent international betrachtet sogar auf dem zweiten Platz, was die Sparqoute angeht. In Deutschland liegt die Sparquote bei knapp 11 Prozent.

Sparquoten im internationalen Vergleich

Zusammenfassung

Ich finde es bemerkenswert, dass im kapitalistischeren System das Vermögen breiter verteilt ist. Die oben aufgefĂŒhrten Zahlen belegen, dass die Ängste vieler AuslĂ€nder/innen hinsichtlich der hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz unbegrĂŒndet sind. Zwar ist das Leben in der Schweiz teuer, gleichzeitig sind aber auch die Löhne – sofern die Lohnverhandlungen im Vorfeld gelungen sind! 😉 – höher und die Abgaben tiefer. Insgesamt bleibt am Ende des Monats daher in der Schweiz mehr im Portemonnaie als in Deutschland. Wer also als Deutsche/r ĂŒberlegt, in die Schweiz auszuwandern, sollte sich auf jeden Fall nicht von den vermeintlich zu hohen Lebenshaltungskosten von seinem Traum abhalten lassen! 

PS: Manches ist in der Schweiz sogar gĂŒnstiger als in Deutschland. 😉

(Medianvermögen und Durchschnittsvermögen sind pro erwachsene Person angegeben.)

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Christian der Auswanderluchs

 

7 Responses

  1. P
    Phil sagt:

    Die Grafik ist nicht korrekt – kein „normaler Angestellter“ zahlt in der Schweiz lediglich 10% Einkommenssteuern. Mit Gemeinde-, Kantons- und Bundessteuern liegt man eher im Bereich 20-25%.

    Wie kommt die OECD auf 11.2% :D?

    • Hoi Phil

      Mit dem Schweizer Medianlohn von CHF 6’502 pro Monat, zahlt man mit Wohnsitz ZĂŒrich, unter 14 Prozent Lohnsteuern (Gemeinde-, Staats- und Bundessteuern). Und das ohne AbzĂŒge geltend gemacht zu machen. Macht man AbzĂŒge geltend und wohnt man vielleicht noch in einer steuergĂŒnstigeren Gemeinde, kommt man schnell auf den von der OECD angegeben Wert.

      GrĂŒsse

      Christian 🙂

      • P
        Phil sagt:

        TatsĂ€chlich – auf dem Level war ich vor langer Zeit mal (ohne das jetzt negativ zu meinen oder abgehoben zu klingen), die Erkenntnis ging bei mir wohl flöten. Dank progressivem Steuertarif lande ich seit Jahren im Bereich 20% und Ă€rgere mich jedes Jahr ;-).

        Aber korrekt, bei 65’000 CHF steuerbarem Einkommen (6500 brutto rund 90% davon gleich netto = 70K, dann 5K mal pauschal abgezogen), zahlt man knappe 7’000 CHF Kantons-/Gemeindesteuern plus 870 CHF Bundessteuern, gibt also rund 12% (vom steuerbaren Einkommen, bereits mit ein paar AbzĂŒgen).

  2. Stefan Eggl sagt:

    Toller Beitrag! Vor allem ist wieder sehr deutlich zu sehen, daß Deutsche keine Eier in der Hose haben, was ihr Vermögen angeht. Aktienanteil 6% ist lĂ€cherlich! Lieber spart sich der Deutsche auf dem Sparbuch tot. Ich bin angetreten das zu Ă€ndern. Ich selbst habe eine Aktienquote von 98% und fahre auch jetzt gerade in der Coronakrise hervorragend damit! Es gibt kein anderes Finanzinstrument, das stĂ€rker und sicherer ist, als Aktien. Nur die falschen sollte man nicht haben


  3. Stefan sagt:

    Hallo Sparkojote,

    mal wieder ein gelungener Beitrag und es zeigt wie naiv die Deutschen doch sind im Bezug auf ihre eigenen Finanzen sowie Rentenabsicherung.

    Gruß Stefan von
    Familien Finanzen im Griff

  4. R
    Rina sagt:

    Super Artikel und wirklich interessant! Finde es auch sehr spannend, dass das Vermögen in der Schweiz breiter verteilt ist. Das hĂ€tte ich spontan nicht gedacht. FĂŒr mich kommt es in nĂ€herer Zukunft zwar nicht infrage in die Schweiz auszuwandern, dennoch interessant und man weiß ja nie… 🙂

  5. H
    Hugo sagt:

    Ich finde solche Vergleiche schwierig und irrefĂŒhrend. Grund: Eine grosse Gruppe der Schweizerischen Bevölkerung hat relativ wenig freies Vermögen, aber dennoch auf dem Papier ein ordentliches Vermögen. Dies weil in der Schweizer Statistik das Vermögen der Pensionskasse (2. SĂ€ule) auch angerechnet wird. Es ist schon so, das Geld gehört einem und man kann in gewissen FĂ€llen sogar darĂŒber verfĂŒgen, jedoch wenn man es z.B. fĂŒr Wohneigentum bezieht schmĂ€lert das im Alter die Rente. Ich will nur sagen, dass sich unterschiedliche Systeme einfach nur sehr schwer vergleichen lassen…

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