Lohnt sich Investieren wirklich? Meine Erfahrungen aus der Anfängerzeit erklärt

Lohnt sich Investieren wirklich? Meine Erfahrungen aus der Anfängerzeit erklärt

Thomas vor dunklen Kurs-Dashboards mit goldenen und roten Franken-Zeichen und steigendem Pfeil — Überschrift «Lohnt es sich?»

Investieren mit kleinen Beträgen lohnt sich definitiv, da der frühzeitige Aufbau von Finanzwissen und Erfahrung langfristig weitaus wertvoller ist als die anfängliche monetäre Rendite. Wer bereits in der Ausbildung mit monatlich CHF 25 bis CHF 100 startet, baut das entscheidende Fundament für spätere Portfolios in Millionenhöhe und profitiert in der Zukunft von massiv höheren absoluten Erträgen bei exakt demselben Zeitaufwand. Die Strategie des frühen Beginns schützt dich zudem davor, teure Anfängerfehler später mit grossen Summen zu machen, und etabliert Gewohnheiten, die für den langfristigen Vermögensaufbau im Jahr 2026 unerlässlich sind.

Warum der Start mit kleinen Beträgen der wichtigste Schritt ist

Sehr oft hört man das Argument, dass es sich überhaupt nicht lohnt, Zeit für das Investieren aufzuwenden, insbesondere dann, wenn man gerade mit der Lehre beginnt, im Studium steckt oder schlichtweg noch nicht viel verdient. Die Kritik lautet meistens: Die Beträge sind zu klein und die Zeit, die man in Analysen, das Lesen von Finanzberichten oder das Verstehen der Börse investiert, steht in keinem Verhältnis zur erzielten Rendite.

Wenn du beispielsweise CHF 1’000 investierst und in einem starken Börsenjahr grossartige 10% Rendite erzielst, sind das am Ende des Jahres gerade einmal CHF 100 Gewinn. Wenn du dafür unzählige Stunden aufgewendet hast, ist der kalkulatorische Stundensatz vernichtend gering. Selbst ich habe mir diese Argumentation in der Vergangenheit oft anhören müssen. Die Leute fragen mich immer wieder, wie viel Zeit ich eigentlich in meine Finanzen stecke und ob sich das für die ein oder zwei Prozent an Überrendite überhaupt noch rechnet.

Ich kann dir hier aus tiefster Überzeugung und eigener Erfahrung sagen: Es lohnt sich enorm. Vielleicht nicht exakt auf die Art und Weise, wie man anfangs denkt, aber es ist der wichtigste Hebel für deine finanzielle Zukunft.

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Die Illusion des niedrigen Stundenlohns am Anfang

Wenn du anfängst, dich mit Finanzen, Trading und wirtschaftlichen Zusammenhängen zu beschäftigen, steckst du in der Anfangszeit natürlich extrem viel Zeit in das Thema, um überhaupt erst einmal die Grundlagen zu verstehen. Das ist völlig logisch. Wenn du von Beginn an vielleicht sogar etwas aktiver an der Börse agierst, Einzelaktien bewertest oder verschiedene Anlageklassen vergleichst, ist dein effektiver Stundensatz verschwindend gering.

Doch genau hier liegt der Denkfehler vieler Menschen. Sie vergleichen das Investieren mit einem klassischen Angestelltenverhältnis, bei dem man für eine Stunde Arbeit einen fixen Betrag X erhält. Beim Investieren geht es in den ersten Jahren aber primär gar nicht um das Geld. Es geht darum, Wie du deine ersten 100’000 Franken beim Vermögensaufbau erreichst, indem du unbezahlbare Erfahrungen sammelst. Diese Erfahrungen sind für deinen späteren Lebensweg exponentiell mehr wert als der kleine monetäre Gewinn der ersten Monate.

Vom Lernenden zum Millionär: Die wahre Rendite ist Erfahrung

Als ich damals in meiner Ausbildung stand, war das Geld, das ich investiert habe, und die daraus resultierende kleine Rendite nicht der ausschlaggebende Faktor für meinen heutigen Erfolg. Viel wichtiger waren die Erfahrungen, die Fehler, die ich gemacht habe, und natürlich auch die Entscheidungen, die richtig waren.

Wenn ich mich zurückerinnere, welche Aktien ich damals gekauft habe und vor allem warum ich sie gekauft habe, erkenne ich den wahren Wert dieser Zeit. Ich habe gelernt, Marktbewegungen zu analysieren, meine eigenen Emotionen bei Kursverlusten zu kontrollieren und Geschäftsmodelle zu verstehen. Ich war zum Beispiel schon sehr früh in das Gaming-Unternehmen Activision Blizzard investiert. Damals lag der Kurs bei wenigen US-Dollar pro Aktie. Später wurde das Unternehmen dann von Microsoft für $95.00 pro Aktie übernommen. Solche frühen Erfolge, aber auch krachende Niederlagen, formen dein Verständnis für die globalen Finanzmärkte nachhaltig.

Teure Fehler vermeiden: Warum Verluste am Anfang wertvoll sind

Einer der wichtigsten Gründe, warum du so früh wie möglich anfangen solltest, ist die Fehlerkultur an der Börse. Du wirst Fehler machen. Das ist eine unausweichliche Tatsache in jeder Investorenkarriere. Die entscheidende Frage ist nur: Wie teuer werden diese Fehler sein?

Vor rund vier Jahren musste ich eine äusserst bittere Pille schlucken. Ich war auf einer Kryptoplattform namens Celsius investiert. Die Plattform ging insolvent und mein dort gelagertes Kapital war weg. Das war ein Verlust von rund CHF 100’000. So schmerzhaft das war, bin ich heute unglaublich dankbar, dass ich dieses 12 Jahre investieren: Das Learning, das dein Portfolio für immer verändert! bereits in dieser Phase gemacht habe. Warum? Weil der Fehler nicht an meinem Investment (wie Bitcoin oder Ethereum) lag, sondern an der Wahl des Verwahrers. Hätte ich diesen Fehler erst heute oder in zehn Jahren gemacht, hätte ich womöglich nicht hunderttausend, sondern eine Million Franken oder mehr verloren.

Aus solchen Rückschlägen lernst du Dinge, die dir kein Buch und keine Theorie beibringen kann:

  • Risikomanagement: Du verstehst plötzlich, warum Diversifikation nicht nur eine Floskel ist.
  • Gegenparteirisiko: Du lernst, dass es eine Rolle spielt, wem du dein Geld anvertraust.
  • Sicherheitsbedürfnis: Ich bin langfristig viel vorsichtiger geworden und fokussiere mich heute deutlich stärker auf etablierte Schweizer Banken und solide Sachwerte.
  • Einlagensicherung: Ich achte penibel darauf, dass ich bei keiner einzelnen Bank mehr als die gesicherten CHF 100’000 in bar liegen habe.

Du wirst kritischer, hinterfragst Finanzprodukte genauer und bist plötzlich auch bereit, für echte Sicherheit und Qualität bei Brokern und Banken etwas mehr Gebühren zu bezahlen. Diese essenziellen Lektionen verinnerlichst du nur, wenn du selbst einmal in eine solche Situation gerätst.

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Der Zinseszins auf dein Finanzwissen

Je später du im Leben mit dem Investieren beginnst, desto verheerender können sich Anfängerfehler auswirken. Stell dir vor, Was wäre wenn ich erst mit 30 angefangen hätte? Wenn jemand erst mit 30 oder 40 Jahren anfängt, sich mit dem Aktienmarkt zu beschäftigen, und bereits CHF 100’000 oder mehr auf einem Sparkonto angespart hat, ist die Versuchung gross, direkt mit massiven Summen in den Markt einzusteigen.

Wenn diese Person dann aus Unerfahrenheit auf einen Hype aufspringt oder einer unseriösen Plattform vertraut, tut der Verlust extrem weh und schreckt für den Rest des Lebens ab. Wer hingegen mit Anfang 20 mit ein paar hundert Franken startet, für den ist ein Totalverlust von CHF 500 zwar ärgerlich, aber ein hervorragend bezahltes Lehrgeld für die Zukunft.

Zeitaufwand vs. Ertrag bei einem grossen Portfolio

Die Dinge, die vor allem in der Anfangszeit scheinbar den geringsten Payoff bieten, sind genau jene, die sich über lange Zeiträume am krassesten entwickeln. Das ist der Zinseszins des Wissens.

Lass uns ein kurzes Rechenbeispiel aus dem aktuellen Jahr 2026 machen. Ich investiere nach wie vor sehr viel Zeit in mein Portfolio, lese Analysen und verfolge die globalen Wirtschaftstrends. Nehmen wir an, diese aktive Arbeit bringt mir im Durchschnitt 1% mehr Rendite pro Jahr ein als ein rein passives Portfolio. Bei einem Depotwert von CHF 1’500’000 entspricht dieses eine Prozent einer Summe von CHF 15’000.

Rechnen wir das einmal in Stundenlöhne um:

  • Bei einem Stundenlohn von CHF 30.00 müsste jemand 500 Stunden hart arbeiten, um CHF 15’000 zu verdienen.
  • Bei CHF 40.00 pro Stunde sind es immer noch 375 Stunden.
  • Bei CHF 50.00 pro Stunde sprechen wir von 300 Arbeitsstunden.

Gibt es ein starkes Börsenjahr, in dem mein erlerntes Wissen vielleicht sogar 2% Überrendite generiert, sprechen wir direkt von CHF 30’000. Selbst wenn jemand durch eine hervorragende Ausbildung CHF 150.00 pro Stunde verdient, müsste diese Person für diese zusätzlichen 2% immer noch mehr als einen ganzen Arbeitsmonat im Büro verbringen.

Hier wird deutlich: 1.3 Millionen CHF investiert – Kann ich jetzt für immer aufhören zu arbeiten? Die Zeit, die du in jungen Jahren investiert hast, als dein Stundenlohn rechnerisch noch im Rappen-Bereich lag, skaliert im Alter massiv. Der Payoff kommt nicht sofort, sondern mit erheblicher Verzögerung – dann aber mit einer extremen Wucht.

Parallelen zum Unternehmertum: Der Break-even deines Portfolios

Der Prozess des Investierens lässt sich hervorragend mit dem Aufbau einer Selbstständigkeit oder eines eigenen Unternehmens vergleichen. Wenn du dich auf eigene Projekte fokussierst, verdienst du am Anfang meist gar nichts. Im Gegenteil, du investierst Zeit, Energie und oft auch Ersparnisse, ohne eine Garantie auf Erfolg zu haben.

Als ich mich 2018 selbstständig gemacht habe, hat es ganze sechs Monate gedauert, bis ich den sogenannten Break-even-Punkt erreicht hatte. Das war der Moment, an dem meine Einkünfte endlich meine privaten Ausgaben sowie die Geschäftskosten decken konnten und ich nicht mehr von meinen Ersparnissen leben musste. Nach diesem Punkt ging es wirtschaftlich steil bergauf.

Doch genauso wie an der Börse verläuft auch das Unternehmertum nicht linear. Es gibt Fluktuationen. Gute Jahre wechseln sich mit schwächeren Jahren ab. Es gibt Phasen, in denen man rote Zahlen schreibt, und dann wieder Phasen des rasanten Wachstums. Diese Volatilität gehört zum wirtschaftlichen Leben einfach dazu. Wer diese Zyklen früh am Aktienmarkt kennenlernt, bringt eine emotionale Stabilität mit, die auch in anderen Bereichen des Lebens von unschätzbarem Wert ist.

Konstanz schlägt Timing: Warum du nicht auf das grosse Geld warten darfst

Ein fataler Denkfehler vieler junger Menschen ist der Glaube, sie müssten erst ein hohes Einkommen erzielen, bevor sie anfangen können, zu investieren. Doch der Startschuss fällt nicht erst ab einer bestimmten Kontogrösse. Dank moderner Technologien und innovativer Finanz-Apps kannst du heute problemlos bereits ab kleinsten Beträgen loslegen.

Wer heutzutage monatlich CHF 50 oder CHF 100 übrig hat, kann sich über sogenannte Fractional Shares – also Bruchteile von Aktien (wie etwa 0.01 Aktien eines teuren Tech-Unternehmens) – oder per ETF-Sparplan ein breit diversifiziertes Portfolio aufbauen. Es geht in den ersten Jahren einzig und allein um das Trainieren des „Investitions-Muskels“. Wer es nicht schafft, von CHF 1’000 Lohn CHF 100 zur Seite zu legen, der wird es auch nicht schaffen, von CHF 10’000 Lohn plötzlich CHF 1’000 zu investieren. Die Gewohnheit muss etabliert werden, solange die Beträge noch klein sind.

Denke immer daran: Die Zeit, die du heute in dieses Thema steckst, legt das absolute Fundament für deine Zukunft. Viele Menschen blenden dieses Fundament komplett aus. Sie sehen bei erfolgreichen Investoren nur die grosse Zahl im Depot, aber sie sehen nicht die tausenden Stunden, die vor zehn oder fünfzehn Jahren in den Aufbau des wirtschaftlichen Verständnisses geflossen sind.

Ohne diese Basis, ohne die frühen Fehler, ohne das sture Dranbleiben auch bei winzigen Renditen, wäre es unmöglich, irgendwann die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Ich bin meinem jüngeren Ich unglaublich dankbar, dass es in der Lehre die Disziplin hatte, kontinuierlich zu sparen und sich in die Thematik der Finanzmärkte einzuarbeiten. Das Nettovermögen, das heute existiert, ist das direkte Resultat dieser frühen, scheinbar unrentablen Entscheidungen.

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Fazit: Investieren lohnt sich – gerade heute im Jahr 2026

Der Glaube, Investieren lohne sich bei kleinen Beträgen nicht, ist einer der teuersten Irrtümer unserer Zeit. Die wahre Rendite der ersten Jahre misst sich nicht in Schweizer Franken, sondern in finanzieller Bildung, emotionaler Resilienz und dem Begreifen von Marktdynamiken. Wer früh mit kleinen Summen startet, macht seine teuersten Anfängerfehler dann, wenn sie noch günstig sind. Das Finanzwissen, das du dir heute aufbaust, wirkt wie ein Hebel: Es skaliert exponentiell, sobald dein Portfolio wächst. Die investierte Zeit von damals zahlt dir später absolute Erträge aus, die mit regulärer Arbeit kaum noch aufzuholen sind. Lass dich nicht von kleinen Anfangsrenditen entmutigen. Fange heute an, etabliere eiserne Spargewohnheiten und baue das Fundament, für das dir dein zukünftiges Ich in zehn Jahren unendlich dankbar sein wird.

 

2 Responses

  1. Adrian sagt:

    Danke für die Worte. Ist bei mir nicht anders.

    Während meines Studiums habe ich das Thema immer verworfen. Angst vor möglichen Verlusten und die exorbitanten Gebühren meiner damaligen Bank haben das immer unattraktiv gemacht.
    Der Gamechanger für mich waren vor allem die Game Changer. Bei 1€ Gebühr für Kleinstbeträge sind beide Hürden plötzlich ausgeräumt gewesen.

    Heute weiß ich, wie viel Rendite ich dadurch verloren habe und würde mein damaliges Ich gern kontaktieren. 😀

    • @Adrian

      Das kenne ich gut. Hohe Gebühren und die Angst vor Verlusten halten viele vom Start ab. Dass man heute schon mit kleinen Beträgen für wenig Geld investieren kann, ist ein riesiger Vorteil. Das Wichtigste ist, dass du jetzt dabei bist. Die beste Zeit zum Anfangen war gestern, die zweitbeste ist heute.

      LG
      Thomas

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