1.3 Millionen CHF investiert – Kann ich jetzt für immer aufhören zu arbeiten?
Mit einem Portfolio von CHF 1’300’000 kannst du bei einer sicheren Entnahmerate von 4.0% ein lebenslanges passives Bruttoeinkommen von monatlich rund CHF 4’370 generieren, ohne dein Grundkapital aufzuzehren. Die besten Strategien, um dieses Level an finanzieller Freiheit zu erreichen und langfristig abzusichern, basieren auf einer strikten Reinvestition der Erträge, der konsequenten Nutzung des Zinseszinses und einem breit diversifizierten Anlageportfolio. Wenn du deine monatlichen Ausgaben genau kennst, kannst du deine persönliche Zielsumme exakt berechnen und deine Entnahmerate strategisch an dein individuelles Risikoprofil anpassen.
Die Magie der 4-Prozent-Regel bei einem Millionen-Portfolio
Wenn man die Summe von CHF 1’300’000 auf dem Depotkonto sieht, stellt sich unweigerlich die Frage, ob man ab diesem Punkt für immer aufhören könnte zu arbeiten. Die Antwort darauf liefert eine der bekanntesten Faustregeln der Finanzwelt: die sogenannte 4-Prozent-Regel, die massgeblich durch die Trinity-Studie geprägt wurde. Diese Studie besagt vereinfacht, dass du über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren jährlich 4.0% deines Portfoliowerts entnehmen kannst, ohne dass dein anfängliches Kapital – der sogenannte Principal – auf null fällt.
Rechnet man dies auf ein Vermögen von CHF 1’300’000 um, ergibt das eine jährliche Entnahme von CHF 52’000. Heruntergebrochen auf den Monat sind das beeindruckende CHF 4’333. Je nach genauer Ausschüttungsstruktur und Marktlage sprechen wir hier also von gut CHF 4’370, die dir jeden Monat passiv zur Verfügung stehen könnten. Das Faszinierende daran ist der fehlende Kapitalverzehr in der Theorie. Du lebst von den Erträgen, während das Grundkapital für dich weiterarbeitet. Ein Leben lang dieses Einkommen zu beziehen, rein aus der Kraft der bisherigen Investitionen, ist ein Meilenstein, der die Art und Weise, wie du über Arbeit und Zeit nachdenkst, komplett verändert.
Warum 8 Prozent Entnahme in der Praxis zu riskant sind
Natürlich könnte man jetzt auf die Idee kommen, die Entnahmerate zu erhöhen. Wenn ich mir meine eigene Performance der letzten Jahre ansehe, liege ich bei einem internen Zinsfuss (Internal Rate of Return) von durchschnittlich 11.49% pro Jahr. Meine zeitgewichtete Rendite (True Time-Weighted Rate of Return) liegt bei 8.82%. Da liegt der Gedanke nahe: Warum nicht einfach 8.0% pro Jahr entnehmen?
Bei einer Entnahmerate von 8.0% würde das passive Einkommen aus dem CHF 1’300’000 Portfolio plötzlich auf rund CHF 8’500 pro Monat ansteigen. Das klingt verlockend, aber in der Praxis ist das ein Spiel mit dem Feuer. Die Finanzmärkte sind volatil. In Jahren mit negativer Rendite würdest du bei einer derart hohen Entnahmerate massiv an die Substanz deines Portfolios gehen. Dieses sogenannte Renditereihenfolgerisiko (Sequence of Returns Risk) kann dein Vermögen in Krisenzeiten so stark dezimieren, dass es sich in den darauffolgenden Boom-Phasen nicht mehr erholen kann. Daher ist die 8-Prozent-Regel viel zu heiss. Die 4-Prozent-Regel bietet hier den deutlich solideren und stressfreieren Rahmen für die langfristige Planung.
Portfolio-Wachstum: Vom Ist-Zustand zur ultimativen Freiheit
Ein Portfolio baut sich nicht von heute auf morgen auf. Es fliessen Jahre der Disziplin, des Sparens und des klugen Investierens hinein. Doch ab einer gewissen Grösse übernimmt der Zinseszins die Schwerstarbeit. Nehmen wir an, du belässt dein Vermögen von CHF 1’300’000 im Markt und investierst weiter. Bei einer durchschnittlichen Marktrendite von 7.0% bis 8.0% verdoppelt sich dein Kapital in der Regel alle neun bis zehn Jahre.
Wenn das Investmentportfolio also in einigen Jahren die Marke von CHF 2’500’000 erreicht, verändern sich die Spielregeln erneut. Wendest du auf diese Summe die 4-Prozent-Regel an, sprechen wir bereits von einem monatlichen passiven Einkommen von über CHF 8’000. Für viele Menschen übersteigt das den benötigten Lebensstil bei Weitem.
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Wie sich der Zinseszins auf das passive Einkommen auswirkt
An diesem Punkt hast du den Luxus der Wahl. Du musst nicht zwingend mehr Geld ausgeben, nur weil dein Portfolio es zulässt. Stattdessen kannst du das Risiko drastisch reduzieren. Wenn du weiterhin nur rund CHF 6’000 im Monat zum Leben brauchst, entspricht das bei einem Portfolio von CHF 2’500’000 einer Entnahmerate von unter 3.0%.
Das bedeutet, dass dein Vermögen überproportional weiterwächst. Du lässt den Grossteil der Rendite im Markt und lebst nur von einem Bruchteil der tatsächlichen Gewinne. Der Zinseszins entfaltet hier eine Dynamik, die fast schon unaufhaltsam ist. Jeder nicht entnommene Franken generiert im nächsten Jahr wieder neue Erträge. Das ist der wahre Schneeballeffekt des passiven Investierens.
Die Entnahmerate anpassen: Von 4 Prozent bis zur 1-Prozent-Strategie
Um deine finanzielle Freiheit wirklich greifbar zu machen, musst du deine Ausgaben kennen. Der erste und wichtigste Schritt im Vermögensaufbau ist das exakte Tracking deiner monatlichen Kosten. Nur wenn du weisst, was dein Leben kostet, kannst du dein Ziel-Portfolio berechnen.
Nehmen wir an, dein perfekter Lebensstil – vielleicht inklusive Familie, Haus und Hobbys – erfordert Ausgaben von CHF 7’500 pro Monat. Das sind CHF 90’000 im Jahr. Mit der 4-Prozent-Regel rechnest du einfach CHF 90’000 mal 25. Das ergibt ein benötigtes Anlagevermögen von CHF 2’250’000.
Möchtest du jedoch absolut auf Nummer sicher gehen und planst mit einer extrem konservativen 1-Prozent-Regel, bräuchtest du für denselben Lebensstil ein Portfolio von CHF 9’000’000. Das ist natürlich ein völlig anderes Kaliber. Die Kunst besteht darin, Meilensteine zu definieren. Erreichst du den Punkt, an dem die 4-Prozent-Regel deine Kosten deckt? Grossartig. Arbeitest du weiter, erreichst du irgendwann die 3-Prozent-Regel, dann die 2-Prozent-Regel und so weiter. Mit jedem gesunkenen Prozentpunkt steigt deine finanzielle Sicherheit exponentiell an.
Meine persönliche Strategie: Akkumulation statt Kapitalverzehr
Auch wenn diese Rechenspiele enorm motivierend sind, befinde ich mich persönlich aktuell in einer anderen Phase. Ich entnehme keinen einzigen Rappen aus meinem Portfolio. Die CHF 4’370, die ich gemäss der 4-Prozent-Regel theoretisch jeden Monat zur Verfügung hätte, sind für mich reine Potenzialzahlen.
Mein Fokus liegt zu 100% auf der Akkumulation. Jeder ausgeschüttete Franken aus Dividenden oder Optionsprämien wird direkt reinvestiert. Ich lebe nicht vom Cashflow meines Portfolios, sondern lasse das System mit maximaler Kraft weiterlaufen. Aber genau diese Berechnungen im Hinterkopf zu haben, gibt eine unglaubliche Ruhe. Es motiviert enorm zu wissen, dass das Sicherheitsnetz bereits gespannt ist. Wenn ich heute aufhören wollte zu arbeiten, könnte ich es. Diese psychologische Freiheit ist oft mehr wert als das Geld selbst.
Instrumente für den Vermögensaufbau: Broker, Kredite und Cashflow
Um ein solches Vermögen aufzubauen und effizient zu verwalten, benötigst du die richtige Infrastruktur. Ein verlässlicher Broker ist das Herzstück deiner finanziellen Unabhängigkeit. Ich nutze für mein Hauptportfolio eine professionelle Plattform, die mir nicht nur den einfachen Kauf von Aktien und ETFs ermöglicht, sondern auch komplexe Strategien zulässt.
Wenn du in der Liga der Millionenportfolios spielst, reicht einfaches Kaufen und Liegenlassen manchmal nicht mehr aus, um das Potenzial zu maximieren. Man beginnt, sich mit fortgeschrittenen Themen der finanziellen Bildung auseinanderzusetzen.
Buy, Borrow, Die: Liquidität ohne Aktienverkauf
Ein extrem spannendes Konzept, das in der Finanzwelt oft von sehr wohlhabenden Investoren genutzt wird, nennt sich „Buy, Borrow, Die“. Anstatt Aktien zu verkaufen und damit den Zinseszins zu unterbrechen, nutzt man sein Portfolio als Sicherheit für einen Lombardkredit.
Das bedeutet, du leihst dir Geld von deinem Broker zu sehr günstigen Konditionen, da dein grosses Portfolio als Sicherheit dient. Du erhältst sofortige Liquidität für Investitionen oder Anschaffungen, während dein Kapital im Markt bleibt und weiter Rendite erwirtschaftet. Solange die Rendite deines Portfolios nach Steuern höher ist als die Zinsen für den Kredit, machst du Gewinn. Ich habe in diesem Jahr meine ersten kleinen Schritte mit solchen Lombardkrediten gemacht, um diese Mechanik in der Praxis zu testen. Es ist ein mächtiges Werkzeug, erfordert aber eiserne Disziplin und ein tiefes Verständnis für Risikomanagement.
Dividenden, Optionsprämien und Sachwerte als Renditetreiber
Neben dem reinen Kurswachstum von Aktien und ETFs sind es die stetigen Cashflows, die ein Portfolio berechenbar machen. Durch das gezielte Schreiben von Optionen (Optionsprämien) und das Kassieren von Dividenden generierst du einen kontinuierlichen Zahlungsstrom.
Diese Erträge sind das eigentliche passive Einkommen. Wenn du dein Portfolio so strukturierst, dass es regelmässig hohe Ausschüttungen generiert, musst du im Idealfall nicht einmal Anteile verkaufen, um deine monatliche Entnahmerate von beispielsweise CHF 4’000 zu decken. Die Cashflows fliessen automatisch auf dein Konto. Dies erfordert jedoch aktives Management beim Aufbau des Portfolios und eine bewusste Entscheidung für ausschüttende Werte.
Der Weg zur ersten Million: Realistische Erwartungen und Durchhaltevermögen
Man darf sich keinen Illusionen hingeben: Ein Portfolio von über einer Million Schweizer Franken baut sich nicht nebenbei in zwei Jahren auf. Es ist das Resultat von über einem Jahrzehnt konsequenter Arbeit. Bei mir hat dieser Prozess bald 13 Jahre in Anspruch genommen. Es gab Höhen und Tiefen, Korrekturen an den Märkten und Momente, in denen Geduld die wichtigste Tugend war.
Es ist völlig normal, dass man auf diesem Weg auch Fehler macht. Wichtig ist, dass man seine Zahlen im Griff hat. Du musst wissen, wo jeder Franken hingeht und wie viel du monatlich investieren kannst. Wer sein Vermögen vergrössern will, muss die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben maximieren und diese Differenz stur jeden Monat an der Börse investieren.
Finanzielle Bildung als Schlüssel zum Erfolg
Einer der grössten Beschleuniger auf dem Weg zur finanziellen Freiheit ist der Austausch mit Gleichgesinnten. Wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, neue Investmentansätze zu diskutieren und von den Fehlern anderer zu lernen, bringt dich Jahre voran.
Deshalb ist es so wichtig, sich in Communities zu engagieren, Events zu besuchen und den offenen Diskurs über Geld zu suchen. In unserer Gesellschaft ist Geld oft noch ein Tabuthema. Doch nur wer offen über Renditen, Entnahmeraten und Strategien spricht, kann seinen eigenen Horizont erweitern. Umgib dich mit Menschen, die ähnliche finanzielle Ziele haben wie du. Fachsimpeln über die besten Broker, die Auswirkungen von Aktiensplits oder die Feinheiten der 4-Prozent-Regel hält die Motivation hoch und schützt vor emotionalen Fehlentscheidungen an der Börse.
Fazit
Finanzielle Freiheit ist kein abstraktes Konzept, sondern eine mathematische Gewissheit, die aus Disziplin, Zeit und Zinseszins entsteht. Mit einem Portfolio von CHF 1’300’000 und der klassischen 4-Prozent-Regel kannst du bereits ein monatliches Bruttoeinkommen von rund CHF 4’370 generieren – ein Meilenstein, der das Arbeiten optional macht. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, nicht frühzeitig an die Substanz zu gehen, Erträge strikt zu reinvestieren und das Risiko durch sinkende Entnahmeraten bei wachsendem Vermögen kontinuierlich zu minimieren. Optimiere deine Ausgaben, wähle eine professionelle Infrastruktur für deine Investments und bilde dich wirtschaftlich stetig weiter. Wenn du diese Prinzipien konsequent über Jahre anwendest, baust du dir ein finanzielles Fundament auf, das nicht nur dir, sondern auch kommenden Generationen absolute Freiheit und Sicherheit garantiert.



















3 Responses
Ja könntest Du. Da Du aber gierig bist und nix zu tun hast außer Vermögen anzuhäufen um im jeden 2. Blogeintrag damit anzugeben, wirst Du es nicht tun Kermit. Das Ziel heißt 2 Mio, 5 Mio und 10 Mio. Und wer weiß? Vielleicht sogar 100 Millionen? Wir werden es alle erfahren.
Gefühlt dümpelst Du seit Jahren im 1 Mio Bereich rum. Wann wird es denn mal mehr? Oder berichtest Du nur ständig davon und entsprechend merkt man die Sprünge als Leser nicht mehr? Könnte auch sein…
Ist die Berechnung Inflationsbereinigt, oder wird nur der absolute Betrag berücksichtigt?