Abstimmung zur Stempelsteuer am 13. Februar 2022 âœđŸ»đŸ€”

Abstimmung zur Stempelsteuer am 13. Februar 2022 âœđŸ»đŸ€”

Abstimmung zur Stempelsteuer am 13. Februar 2022

Am 13. Februar 2022 stimmen wir Schweizer zur Änderung des Bundesgesetzes ĂŒber die Stempelsteuer ab. Wie ich darĂŒber denke, wen es betrifft, was du alles zur Stempelsteuer wissen musst und wie ich abstimmen werde, erfĂ€hrst du in diesem Artikel.

Was ist die Stempelabgabe?

Jeder Schweizer sollte ein kleines Infobuch sowie einen Abstimmzettel mit einem Adresszettel (bereits frankiert) erhalten haben. 

Zum VerstĂ€ndnis der Stempelabgabe musst du wissen, dass der Bund die Ausgabe und den Handel von Wertschriften mit der Stempelabgabe besteuert. Bei den Stempelabgaben gibt es drei verschiedene Abgabeformen, wobei am 13.02.2022 lediglich ĂŒber die Emissionsabgabe entschieden wird:

  • Die Emissionsabgabe (darum geht es hier bei der Abstimmung). Sie erfasst die Ausgabe und die Erhöhung des Nennwerts von inlĂ€ndischen Beteiligungsrechten
  • Die Umsatzabgabe erfasst KĂ€ufe und VerkĂ€ufe durch inlĂ€ndische EffektenhĂ€ndler von in- und auslĂ€ndischen Wertpapieren
  • Die Abgabe auf VersicherungsprĂ€mien erfasst PrĂ€mienzahlungen fĂŒr die Haftpflicht-, Feuer-, Kasko- und Hausratversicherung

Was ist die Emissionsabgabe und wie funktioniert sie?

Die Emissionsabgabe ist eine Abgabe, die Unternehmen verrichten, wenn sie z. B. neue Aktien herausgeben und dadurch Eigenkapital erhalten. Diese Emissionsabgabe betrÀgt 1 % des aufgenommenen Eigenkapitals, wobei der Freibetrag 1 Mio. CHF betrÀgt. 

Funktionsweise: Das Unternehmen macht also eine Kapitalerhöhung und gibt neue Aktien aus. Auf der anderen Seite gibt es Geldgeber (das sind wir Investoren), die die Aktien kaufen. Von dem Kauf muss derzeit 1 % an den Bund abgefĂŒhrt werden. 

Zur VollstĂ€ndigkeit (NICHT RELEVANT fĂŒr die Abstimmung am 13.02.2022) erklĂ€re ich dir noch kurz die zwei anderen Abgabeformen. 

Swissquote Gutscheincode 100 CHF Trading Credits MKT_SPARKOJOTE Gutschein SPARKOJOTE Swissquote Aktionscode 100 CHF Trading Credits Swissquote Gutschein

Swissquote Gutscheincode 100 CHF Trading Credits MKT_SPARKOJOTE Gutschein SPARKOJOTE Swissquote Aktionscode 100 CHF Trading Credits Swissquote Gutschein

Die Umsatzabgabe und die VersicherungsprÀmie

Die Umsatzabgabe ist die Stempelabgabe, die auf Transaktionen z. B. von BörsengeschĂ€ften getĂ€tigt werden. Wenn du einen Schweizer Broker hast, dann ist der Betrag i.d.R. transparent bei der Orderabrechnung mit aufgefĂŒhrt. Dieser Betrag befindet sich im Promillebereich und fĂ€llt auf den Orderumsatz / das Ordervolumen (Kauf- Verkauforder). 

Die Versicherungsabgaben sind relativ Àhnlich zur Umsatzabgabe. Diese sind lediglich im VersicherungsgeschÀft relevant. Sie betreffen uns an der Börse somit nicht direkt beim Aktienhandel.

🎁 Der Broker meiner Wahl ist Swissquote, ein sehr bekannter Schweizer Online-Broker. Mein vollstĂ€ndiges Depot befindet sich dort, mittlerweile mehr als 395’000 Franken. Ich investiere regelmĂ€ssig ĂŒber Aktien & ETF SparplĂ€ne. Als Kunde kann man ĂŒbrigens auch kostenlos in die Swissquote-Lounge in ZĂŒrich, Bern oder Gland, dort gibt es gratis Kaffee und Schokolade ;-). Wenn Du ein Depot bei Swissquote eröffnen willst, kannst Du bei der Anmeldung folgenden Aktionscode „MKT_SPARKOJOTE“ nutzen, um 100 CHF Trading Credits bei der Eröffnung zu erhalten (only for swiss residents). Nutze dazu diesen Link*.

– Auf Persönliche Empfehlung vom Sparkojoten 🩊🇹🇭

Auswirkung durch Abschaffung der Emissionsabgabe

Bitte verwechsle nicht, dass es bei der Abstimmung nicht um die Abschaffung der Umsatzabgabe geht! Es geht lediglich um die Emissionsabgabe. Wenn Unternehmer neues Eigenkapital im Unternehmen benötigen und neue Aktien herausgeben, dann wird heute darauf 1 % bezahlt. Wenn diese Emissionsabgabe abgeschafft wird, verliert der Bund dadurch ungefĂ€hr jĂ€hrlich 250 Mio. CHF an Steuergeldern. 

Ich möchte an dieser Stelle folgendes betonen: Das Eigenkapital der Investoren wurde bereits vollstĂ€ndig versteuert (z. B. Einkommenssteuer). Durch diese Emissionsabgabe wird es derzeit insgesamt betrachtet daher mindestens zweimal versteuert. 

Unternehmer können alternativ auch einfach einen Kredit aufnehmen und so die Emissionsabgabe umgehen. Dies wĂ€re kostengĂŒnstiger fĂŒr das Unternehmen und es könnte die Zinsen gegen rechnen. 

Fazit: Die Emissionsabgabe soll abgeschafft werden, da das Einkommen der Investoren bereits versteuert wurde

Insgesamt ist es eine sehr schwierige Entscheidung, ob 250 Mio. Steuereinnahmen fĂŒr Bund oder mehr Kapital fĂŒr die Unternehmen (mehr Innovationen / neue ArbeitsplĂ€tze) wichtiger sind. Ich persönlich kann nicht abschĂ€tzen, was der Verlust von 250 Mio. CHF Steuereinnahmen fĂŒr den Bund heisst.

Dem gegenĂŒber steht mehr Kapital fĂŒr Unternehmen und somit mehr Innovation und neue ArbeitsplĂ€tze. Die Unternehmen könnten allerdings auch mehr Kapital fĂŒr sich behalten und dabei keinen Mehrwert fĂŒr die Gesellschaft schaffen.

Als Fazit behaupte ich, dass eine Emissionsabgabe nicht sinnvoll auf Eigenkapital zu erheben ist, da dieses bereits durch die Einkommenssteuer versteuert wird. Daher bin ich der Meinung, dass die Emissionsabgabe abgeschafft werden soll.

Fairerweise mĂŒsste bei der Aufnahme von Fremdkapital ebenfalls diese Abgabe von 1 % geleistet werden (zusĂ€tzlich auf den Zins mit einem Freibetrag von 1 Mio. CHF). Dieses Gesetz finde ich in Relation etwas seltsam, da Unternehmen in Form einer Fremdkapital-Aufnahme keine Emissionsabgaben bezahlen mĂŒssen.

YouTube Kanal von Thomas der Sparkojote

Thomas der Sparkojote

 

9 Responses

  1. D
    Daniel Saxer sagt:

    Hallo Thomas, ich finde dieses Segment bei welchen du die Abstimmungen hinterfragst sehr abwechslungsreich. Ich finde es erfrischend wenn die Thematik auch mal von einem Investor anstelle eines Politikers vorgestellt wird. Je mehr Blickwinkel desto einfach ist die eigene Meinungsbildung.

    Ich persönlich habe auch gegen die Stempelsteuer gestimmt. FĂŒr mich war jedoch ausschlaggebend dass wir etwas gegensteuern gegen die Anhebung der Besteuerung der Firmen auf die internationalen 15% um den WIrtschaftsstandort international attraktiv zu halten.

  2. D
    David sagt:

    Hallo Thomas

    Vielen Dank fĂŒr diesen Artikel.
    Ich bin mit deiner Hauptargumentation, die Emissionsabgabe sei abzuschaffen, da das Einkommen der Investoren bereits versteuert wurde, jedoch nicht einverstanden.

    Dieses Argument könnte man auch 1:1 auf die Mehrwertsteuer und die Vermögenssteuer anwenden. Auf meinen Lohn zahle ich nĂ€mlich Einkommenssteuern. Gebe ich mein Geld aus, fĂŒr was auch immer, zahle ich zusĂ€tzlich die 7.7 bzw. 2.5% Mehrwertsteuern, obwohl ich bereits Einkommenssteuern bezahlt habe. Wenn ich das Geld zunĂ€chst auf meinem Sparkonto spare und erst danach ausgebe, zahle ich sogar dreimal Steuern. Die Einkommenssteuern, die Vermögenssteuern und dann noch die Mehrwertssteuer.
    Noch absurder wird es, wenn man bedenkt, dass mein Arbeitgeber das Geld, das ich als Lohn ausbezahlt bekomme, wohl ebenfalls als Einkommen bereits versteuert hat. Er muss es ja auch zuerst verdienen.
    So gesehen könnte man die Einkommens-, Vermögens- und Mehrwertssteuer fĂŒr Privatpersonen ebenfalls abschaffen und nur noch juristische Personen besteuern…

    Die Stempelabgabe wurde ursprĂŒnglich als Pendant der Mehrwertssteuer fĂŒr die Banken- und Versicherungsbranche eingefĂŒhrt, da diese von der Mehrwertssteuer nicht betroffen sind. Wenn man die Stempelsteuer abschafft, mĂŒsste man im Gegenzug auch die Mehrwertssteuern streichen. Ich sehe nicht, weshalb Unternehmen steuerlich entlastet werden sollten und Privatpersonen nicht.

    Zudem ist die Emissionsabgabe mit 1% eine eher moderate Steuer, besonders wenn man es mit der Einkommenssteuern fĂŒr Privatpersonen vergleicht. Nimmt ein Unternehmen neues Eigenkapital von 1.1 Mio auf, zahlen sie darauf 1000 CHF Steuern (wegen dem Freibetrag von 1 Mio). Ich bezweifle also, dass diese Steuer fĂŒr die Wirtschaft eine hemmende Wirkung hat bzw. eine Abschaffung zu mehr Investitionen fĂŒhrt.

    • @David

      Ich sehe Investitionssteuer vs Konsumentensteuer deutlich anders. MwSt. Ist eine Konsumsteuer, die Emissionsabgabe eine Investitionssteuer.

      Ich finde Konsum soll besteuert werden, LuxusgĂŒter gerne auch mehr. Dinge fĂŒr den tĂ€glichen bedarf weniger.

      Investitionen sollten wenn möglich gar nicht besteuert werden, erst der daraus resultierende Gewinn. In diesem Fall wenn das Unternehmen am Ende einen Jhresabschluss macht und dieserr Positiv ausfÀllt.

      Danke fĂŒr deinen Input! Es ist immer spannend andere Ansichten zu sehen.

      LG
      Thomas

      • D
        David sagt:

        Danke fĂŒr deinen Input. Wie stehst du dann zur Einkommens- und Vermögenssteuer? WĂŒrdest du diese ebenfalls abschaffen wollen und dafĂŒr die MwSt erhöhen?

      • @David spannende Idee, die durchaus eine ĂŒberlegung wert sein könnte. MĂŒsste halt die jeweiligen Defizite aufheben/ausgleichen. Dann auf jedenfall.

    • R
      Roger sagt:

      Das Löhne bereits vom Arbeitgeber versteuert wurden ist schlichtweg falsch. Löhne kann der Arbeitgeber als Aufwand abziehen und werden nicht versteuert. Anders wĂ€ren hier die Dividenden, jene wurden zuerst von der Firmaals Gewinn versteuert und mĂŒssen danach vom AktionĂ€r nochmals (wenn aktuell auch mit verringertem Steuersatz) nochmals als Einkommen versteuert werden.

      • D
        David sagt:

        @Roger

        Sorry, mein Fehler. In diesem Fall mĂŒsste man alle Steuern bis auf die Einkommenssteuer abschaffen, da sonst jeder Franken doppelt besteuert wird. Kann man schon machen. Die Steuern fĂŒr natĂŒrliche Personen wĂŒrden dann aber sehr stark steigen… und warum sollte ich dann noch arbeiten?

    • R
      Raphael sagt:

      Ich stimme hier dem Thomas zu: Steuern, die Arbeit bestrafen, sollten abgeschafft werden.
      Am Ende ist es doch so, dass jemand sich immer ĂŒberlegen muss, wie viel er arbeitet anhand der Steuer, denn Steuern sind nun mal in erster Linie ein Instrument der Strafe analog zur Busse oder GefĂ€ngnishaft.
      Das heisst: Wenn sich das Individuum ĂŒberlegt ob es jetzt mehr Risiko eingehen soll als Unternehmer, dann berĂŒcksichtigt es natĂŒrlich auch die Steuern dabei und lĂ€sst dann einfach die Investition oder das Startup sein.
      Ich habe selbst schon zwei Startups gegrĂŒndet und wĂ€re intellektuell in der Lage nun noch ein Drittes zu grĂŒnden.
      Inzwischen habe ich aber immer weniger Lust dazu, weil gefĂŒhlt die Gesellschaft will, dass ich nicht so viel arbeite und mich um meine Kinder kĂŒmmere, dafĂŒr aber nur das Minimum arbeite (am besten max 30 Stunden pro Woche).
      WĂŒrden also Schritt fĂŒr Schritt Steuern auf Arbeit abgeschafft werden, wĂŒrde ich wieder mehr arbeiten und mehr an innovativen Produkten arbeiten. Eine Überlegung ist fĂŒr mich auch die OECD zu verlassen in die steuerfreie Welt der Digitalnomaden.

    • A
      Alain Surlemur sagt:

      Da Muss ich dir widersprechen.

      Die Stempelsteuer ( auf Kantonsebene ) gibt es seit 1803. 1917 wurde das Recht zur Erhebung dieser Steuer dem Bund ĂŒbertragen. Die Mehrwertsteuer gibt es in der Schweiz seit 1995, die VorgĂ€ngersteuer ( Warenumsatzsteuer ) wurde 1941 eingefĂŒhrt. Schau dir die Daten an und vergleiche es mit dem Geschichtsbuch. Merkst du was?
      Wenn du schon dabei bist schau dir auch die „Wehrsteuer“, heute „Direkte Bundessteuer“ an, die auch in Kriegszeiten „befristet“ eingefĂŒhrt wurde….

      Versuch mal den BĂŒrokraten und Umverteilern eine Einnahmequelle wegzunehmen, du wirst dich wundern.

      So gesehen mache ich mir wenig Hoffnung dass diese Abstimmung in Thomas‘ Sinn ausgeht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

đŸŽ™ïž Finanzrudel Podcast 🎧

Finanzrudel Podcast mit Thomas Brandon Kovacs