Säule 3a nachzahlen: Dieses Jahr zum ersten Mal möglich

Säule 3a nachzahlen: Dieses Jahr zum ersten Mal möglich

Säule 3a nachzahlen: Dieses Jahr zum ersten Mal möglich

Jahrzehntelang galt bei der dritten Säule: Ein verpasstes Jahr ist für immer weg. Seit diesem Jahr stimmt das nicht mehr. Wer die Säule 3a nachzahlen will, kann 2026 bis zu 14’516 Franken einzahlen, die Hälfte davon für eine Lücke aus dem Jahr 2025. Dafür gibt es aber einige Bedingungen und auch eine Falle, die dich das ganze Jahr kosten kann. Ich zeige dir, was neu ist, wie viel geht und ob sich das für dich überhaupt lohnt.

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Was bei der Säule 3a neu ist

Der Bundesrat hat die Verordnung BVV 3 geändert, in Kraft ist das seit dem 1. Januar 2025. Neu kannst du sogenannte Einkäufe machen, also nachträglich einzahlen für Jahre, in denen du nicht das Maximum einbezahlt hast.

Die Lücke gilt allerdings erst ab 2025. Alles davor bleibt weg. Deshalb ist 2026 das erste Jahr, in dem wir überhaupt für ein vergangenes Jahr nachzahlen dürfen. Lücken lassen sich dafür bis zu 10 Jahre rückwirkend schliessen. Ich könnte also zum Beispiel 2034 noch für 2025 nachzahlen. Und das Beste: Der Einkauf ist voll vom steuerbaren Einkommen abziehbar, genau wie eine normale Einzahlung.

Wie viel du wirklich nachzahlen kannst

Pro Jahr darfst du zusätzlich zum normalen Betrag einen Einkauf machen. Der normale Betrag für 2026 liegt mit Pensionskasse bei 7’258 Franken. Selbständige ohne Pensionskasse können normalerweise deutlich mehr einzahlen, abhängig vom Einkommen, aber die Obergrenze fürs Nachzahlen ist auch für sie dieselbe.

Nehmen wir an, du hast 2025 schon 2’000 Franken eingezahlt. Dann beträgt deine Lücke 5’258 Franken. Hast du 2025 gar nichts eingezahlt, kannst du 2026 zweimal 7’258 Franken einzahlen, also 14’516 Franken. Das ist auch der maximale Abzug für dieses Jahr. Du kannst auch mehrere Lückenjahre kombinieren, aber der Einkauf bleibt auf diese 7’258 Franken begrenzt.

Die sechs Bedingungen

Einfach so geht das Nachzahlen nicht. Diese sechs Punkte musst du kennen:

1. AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen in der Schweiz

Du brauchst es sowohl im Lückenjahr als auch im Jahr des Einkaufs. Für 2025 nachzahlen kannst du also nur, wenn du 2025 und auch 2026 ein AHV-pflichtiges Einkommen hast.

2. Zuerst das laufende Jahr voll machen

Wer das laufende Jahr noch nicht voll einbezahlt hat, kann die Lücke noch gar nicht füllen. Die Reihenfolge ist also fest vorgegeben.

3. Eine Zahlung pro Lücke

Du kannst eine Lücke nicht in Raten über mehrere Jahre schliessen. Auch ein Sparplan funktioniert dafür nicht.

4. Höchstens ein Einkauf pro Jahr

Mehr als einen Einkauf pro Jahr gibt es nicht, also solltest du ihn gut planen.

5. Noch keine Altersleistung bezogen

Hast du bereits eine Altersleistung aus der Säule 3a bezogen, ist der Einkauf nicht mehr möglich.

6. Vorher bei der Vorsorgeeinrichtung beantragen

Du kannst das Geld weder bei frankly noch bei einem anderen Anbieter einfach überweisen. Der Einkauf muss kurz vorbereitet werden.

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Wer davon profitiert und wer nicht

Enorm profitieren können Teilzeitarbeitende, die dieses Jahr wieder Vollzeit arbeiten, Selbständige mit einem schwachen Jahr 2025 oder alle, die die Einzahlung schlicht vergessen haben. Nichts bringt die Regel hingegen Menschen ohne Erwerbseinkommen, zum Beispiel im Studium ohne Job. Sie haben kein AHV-pflichtiges Einkommen und können deshalb gar nicht einzahlen.

Lohnt sich das Nachzahlen überhaupt?

Entscheidend ist dein Grenzsteuersatz, also wie viel Steuern du auf den letzten verdienten Franken zahlst. Auf eine volle Nachzahlung von 7’258 Franken sparst du bei einem Grenzsteuersatz von 15% rund 1’090 Franken, bei 25% rund 1’815 Franken und bei 35% rund 2’500 Franken.

Ich zahle ohnehin jedes Jahr den vollen Betrag ein, und mein Grenzsteuersatz ist relativ hoch. Hätte ich eine Lücke aus 2025, würde ich sie deshalb auf jeden Fall füllen. Für deine eigene Situation kannst du das im Säule 3a Rechner selbst nachrechnen.

Die Falle: Das musst du wissen

Das Geld ist gebunden

Beziehen kannst du es frühestens fünf Jahre vor dem Referenzalter. Ausnahmen sind Wohneigentum, Selbständigkeit oder Auswandern. Das ist zwar Standard bei der Säule 3a, sollte dir aber klar sein.

Die Bezugssteuer

Mehr 3a-Geld bedeutet auch höhere Steuern beim Bezug. Verteile dein Guthaben deshalb auf mehrere Konten, damit du später gestaffelt beziehen kannst. Ich finde fünf Konten dafür super wichtig.

Nicht einfach überweisen

Melde den Einkauf an, bevor du für 2025 einzahlst. Sonst entsteht viel unnötiger bürokratischer Aufwand, und im Worst Case kommt das Geld einfach kommentarlos zurück.

Die Frist

Das Geld muss per Ende Jahr gutgeschrieben sein, also spätestens am 31. Dezember vor 17:00 Uhr eintreffen, für Neukunden spätestens bis zum 30. Dezember. Prüfe die Fristen unbedingt noch einmal bei frankly oder deinem jeweiligen Anbieter.

Der Platz von 2026

Weil pro Jahr nur ein Einkauf möglich ist, verlierst du den Platz von 2026, wenn du dieses Jahr auslässt. Die Lücke kannst du zwar später schliessen, aber plane den Zeitpunkt sauber. Und fairerweise muss man sagen: Du brauchst die 14’516 Franken erst einmal. Das sind umgerechnet rund 1’200 Franken pro Monat, die in die Säule 3a fliessen.

Mein Setup und der Ausblick auf 2027

Ich nutze seit 2020 frankly, ein Produkt der Zürcher Kantonalbank, und zahle jährlich den maximalen Betrag in die Strategie Extreme 95 Index ein. Das ist keine Anlageempfehlung, so mache ich es einfach persönlich. Über die letzten fünf, sechs Jahre sind so inklusive Rendite gut 60’000 Franken zusammengekommen. Die Details findest du in frankly Erfahrungen 2026: Meine Säule 3a bei der ZKB nach 6 Jahren.

2027 steigen die Beträge wieder: Mit Pensionskasse kannst du dann 7’373 Franken einzahlen, ohne Pensionskasse maximal 36’864 Franken. Wie die Säule 3a ins Gesamtbild passt, erkläre ich in Das 3-Säulen-Prinzip der Schweiz. Und noch eine kleine Entwarnung: Die geplante höhere Steuer auf Kapitalbezüge aus der Säule 3a und der Pensionskasse hat das Parlament gekippt. Ich hoffe, das bleibt auch so.

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Fazit

Dass du die Säule 3a nachzahlen kannst, ist eine echte Neuerung. Verpasste Jahre sind ab 2025 nicht mehr automatisch verloren, und je höher dein Grenzsteuersatz, desto mehr lohnt sich der Einkauf. Halte aber die Reihenfolge ein: zuerst das laufende Jahr voll machen, den Einkauf vorher anmelden und das Geld rechtzeitig vor Ende Jahr einzahlen.

Hast du 2025 bereits voll einbezahlt, oder wirst du die neue Regel nutzen und rückwirkend einzahlen?

 

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