Zu wenig Geld zum Investieren? FALSCH! Mein Lehrlingsgehalt ist der Beweis.
„Du kannst das nicht nachvollziehen…“
Vielleicht hast du dir das auch schon gedacht: „Ich würde ja investieren, wenn ich mehr Geld hätte!“ Oder „Leute wie du können das doch nur machen, weil sie schon viel Geld haben.“ Solche Aussagen höre ich immer wieder – und ganz ehrlich, ich verstehe den Frust. Aber ich möchte dir zeigen, warum diese Einstellung dich eher blockiert als weiterbringt.
Denn ich komme selbst nicht aus reichen Verhältnissen. Ich habe mich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet, angefangen mit einem Lehrlingslohn. Und trotzdem habe ich schon früh begonnen zu investieren – auch wenn ich damals weniger als 1400 Franken pro Monat ausgegeben habe, um über die Runden zu kommen.
Perspektive ist alles
Probleme oder Lösungen – was siehst du zuerst?
Ich bin überzeugt: Es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen sehen in allem ein Problem, die anderen eine Lösung. Und das macht langfristig einen riesigen Unterschied. Wenn du in der „Ich kann nicht investieren, weil…“-Denke bleibst, dann wirst du auch keine Lösung finden.
Ich hatte auch nicht das perfekte Einkommen, als ich angefangen habe zu investieren. Trotzdem habe ich mir Möglichkeiten gesucht, wie ich wenigstens 100 Franken im Monat auf die Seite legen konnte – und genau diese kleinen Beträge haben langfristig eine riesige Wirkung entfaltet.
Kleinvieh macht auch Mist – und zwar richtig
Meine ersten 100 Franken von Google AdSense
Ich erinnere mich noch ganz genau: Die erste Auszahlung von Google AdSense – 100 Franken. Für viele mag das nach nichts klingen, aber für mich war das damals ein grosser Erfolg. Und ehrlich gesagt: Diese kleinen Schritte waren die Grundlage für alles, was später kam.
Es geht nicht darum, mit 10’000 Franken pro Monat zu starten. Es geht darum, überhaupt zu starten – egal mit welchem Betrag.
Woher ich komme – kein goldener Löffel in Sicht
Ferien bei der Verwandtschaft statt Luxusurlaub
Ich komme aus einer Familie, in der Geld immer ein Thema war – wir waren nie arm, aber eben auch nicht reich. Ferien gab’s meistens nur mit einem Elternteil, und übernachtet haben wir fast ausschliesslich bei der Verwandtschaft. Hotels? Für mich war das als Jugendlicher echter Luxus.
Mein erstes Mal im Hotel war während der Lehre, da war ich 18 oder 19. Vorher war das einfach nicht drin. Und das ist auch okay – denn genau diese Erfahrungen haben mir geholfen, zu verstehen: Reisen, Luxus, Konsum – das ist kein Grundbedürfnis. Das sind Dinge, die kommen können, wenn die Zeit reif ist. Aber sie sind nicht notwendig, um ein gutes Leben zu führen oder finanziell voranzukommen.
Erfolg kommt nicht über Nacht
10 Jahre – unterschätzt und übersehen
Was viele komplett unterschätzen: Was man in 10 Jahren alles erreichen kann. Ich habe 2018 gekündigt und bin voll in die Selbständigkeit gestartet. Heute – knapp 7 Jahre später – blicke ich auf ein solides Investment-Portfolio, mehrere Einkommensquellen und unternehmerische Freiheiten zurück.
Aber das kam nicht von ungefähr. Ich habe jahrelang 80 Stunden pro Woche gearbeitet, in Spitzenzeiten sogar 100 Stunden. Kein Urlaub, keine Ferien, keine Reisen. Einfach durchgezogen. Und das war nicht immer easy, aber notwendig, um heute dort zu stehen, wo ich stehe.
Bist du bereit, den Preis zu zahlen?
Verzicht ist nicht negativ – es ist Fokus
Viele wollen die Erfolge sehen, aber nicht den Weg dorthin. Sie sehen das Resultat – Vermögen, Freiheit, Reisen – aber nicht den Preis, der dafür gezahlt wurde. Und ja, es ist ein Preis. Nicht jeder ist bereit, diesen Preis zu zahlen, und das ist auch völlig okay.
Aber wenn du wirklich etwas erreichen willst – sei es finanziell, beruflich oder unternehmerisch – dann musst du bereit sein, eine Zeit lang den Fokus zu halten. Auch wenn das bedeutet, auf Dinge zu verzichten, die kurzfristig Spass machen.
Heute ernte ich, was ich früher gesät habe
Freiheit ist das grösste Investment-Return
Heute arbeite ich „nur“ noch 50 bis 60 Stunden pro Woche – freiwillig. Ich muss gar nicht mehr arbeiten. Ich könnte theoretisch komplett aufhören und wäre finanziell safe. Aber ich will arbeiten, weil es mir Spass macht und weil ich sehe, was alles noch möglich ist.
Ich nehme mir jetzt jeden Sonntag frei – für viele ganz normal, für mich war das früher ein unerreichbarer Luxus. In ein paar Jahren werde ich vielleicht auch den Samstag oder Montag dazunehmen. Ich kann entscheiden, wie ich arbeite, wann ich arbeite, wo ich arbeite. Und das ist für mich wahre Freiheit.
Wenn du frei bist, kannst du auch geben
Unterstützung für Familie und Freunde
Ein ganz besonderer Punkt für mich: Ich kann heute meine Familie finanziell unterstützen, wenn es nötig ist. Als unser altes Elternhaus in Zürich abgerissen wurde, war das eine riesige Herausforderung. Ohne meine Unterstützung hätten meine Eltern Zürich verlassen müssen. Heute arbeiten sie sogar Vollzeit bei mir.
Das Gefühl, im Notfall für die Familie da sein zu können – das ist unbezahlbar. Und auch das ist ein Resultat von Entscheidungen, die ich vor Jahren getroffen habe.
Fazit – Finde deine Lösungen, nicht deine Ausreden
Ich verstehe, dass es manchmal schwerfällt, zu starten. Vielleicht ist das Geld knapp, vielleicht fehlt die Motivation. Aber du hast immer zwei Optionen: Entweder du bleibst in der Problemzone oder du beginnst, nach Lösungen zu suchen.
Du musst nicht mit 1000 Franken pro Monat investieren. Fang mit 50 an. Oder mit 10. Wichtig ist nur, dass du startest.
Und bitte vergiss eines nie: Jeder Schritt zählt. Und die Summe dieser Schritte macht in 5, 10 oder 15 Jahren den Unterschied. Nicht das eine grosse Ding – sondern die kleinen, konstanten Entscheidungen.
Quick-Tipps zum Starten mit wenig Geld
1. Budget erstellen
Finde heraus, wie viel du wirklich einnimmst und ausgibst. Ein realistisches Budget ist der erste Schritt zur finanziellen Freiheit.
2. Mini-Investitionen
Starte mit kleinen Beträgen – viele Plattformen ermöglichen Investitionen ab 1 Franken. Hauptsache, du beginnst.
3. Nebeneinkommen schaffen
Nutze deine Hobbys, Fähigkeiten oder Online-Plattformen, um zusätzliches Einkommen zu generieren.
4. Konsum hinterfragen
Frage dich bei jedem Kauf: Brauche ich das wirklich oder möchte ich einfach nur kurzfristige Befriedigung?
Zum Schluss
Du kannst dein Leben verändern – auch ohne Startkapital, ohne reichen Background, ohne Lottogewinn. Was du brauchst, ist die Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen und den ersten Schritt zu gehen.
Wenn ich das kann, dann kannst du das auch.




















4 Responses
Gut auf den Punkt gebracht. Jede Situation und Lebenslage sind anders, und vergiss nicht, für die ältere Generationen gab es noch nicht selbständiges Anlegen, sondern erst ab einem Vermögen z.B. bei UBS in 2008 war es ab SRF 20 000.- möglich zu investieren. So könnte man als Kleinanleger mit sehr happigen Gebühren und nur mit dem Investment Banker zusammen zu tun.
Ich bin froh, dass es nicht mehr der Fall ist ;-), und hab Vieles in den letzten Jahren von dir gelernt, viele gute Bücher gelesen und seit 3,5 Jahren investiere ich jeden Monat einen eher kleinen Betrag (ich bin aber nicht berufstätig als Frau mit einer Tochter mit komplexen Behinderungen, es ist bisher unmöglich. Aber meine Zeit kommt auch. Mein Mann arbeitet 100% und wir leben ganz ohne staatliche Unterstützungen).
Meine Motivation zum Investieren ist es, die ausfallenen Arbeitsjahren mit der Zeit etwas zu kompensieren.
Liebe Grüsse
Laura
Kann ich voll bestätigen. Als ich mit Investieren angefangen habe waren die Courtagen bei 1 – 1.5% mit einem Minimum von 100.– bis 200.–, je nach Bank. So gesehen waren Investitionen von weniger als 20K pro Posten prohibitiv teuer. Aufträge wurden per Telefon ( Zusatzgebühren ) oder Fax erteilt. Und nein, es gab weder Indexfonds noch Sparpläne. „Kleinanleger“, also unter 1 Mio Portfoliowert, wurden von den Banken höchstens geduldet…
So gesehen brach gerade zur rechten Zeit für dich das Kleinsparerparadies aus :_)
Absolut :), einverstanden. Ich bin schon über 40, und deshalb probiere ich die 20-30 Jährige in meinem Bekanntenkreis zum Investieren motivieren, weil auch schon 300.- pro Monat einen Unterschied macht, über Jahrzehnten. Ich sehe es oft, genau wie Thomas schreibt, „wenn ich 1000.-/ im Monat hätte zum Investieren, würde ich ja auch“. Ja, ist natürlich schneller messbaren finanziellen Erfolg, 1000.- oder noch höheren Beträgen zu investieren als 300.-, aber steigern kann man oft etwas später 😉 Ich gönne es jedem, die es schafft, um seine/ihre Situation längerfristig zu verbessern.
Für mich ist unser Sparkojote der Bret The Hitman Hart der Finfluencer!