Volatilität als Cashcow: So erzielst du planbaren Cashflow mit der Wheel-Strategie bei Optionen

Volatilität als Cashcow: So erzielst du planbaren Cashflow mit der Wheel-Strategie bei Optionen

Volatilität ist nicht dein Feind – sie ist dein Rohstoff. Wenn du dir einen systematischen, planbaren Cashflow aufbauen willst, kannst du Optionstrading gezielt dafür einsetzen. Insbesondere das „Volatility Harvesting“, also das gezielte Nutzen von impliziter Volatilität auf der Verkäuferseite, bietet dir jeden Monat kalkulierbare Prämieneinnahmen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du mit der sogenannten Wheel-Strategie regelmässig Erträge generierst – ohne Market Timing, ohne Zockerei und mit einem klaren Regel-Set aus der Praxis.

Warum Optionen kein Zock-Instrument sind – wenn du’s richtig machst

Viele haben Angst vor Optionshandel – sie denken sofort an massive Verluste, Margin Calls oder komplexe Strategien. Dabei liegt das Risiko nicht in der Option selbst, sondern in der Art, wie sie eingesetzt wird. Wenn du auf der Verkäuferseite bist und mit planvoller Struktur vorgehst, dann wird aus der Volatilität ein Rohstoff, den du dir regelmässig „erntest“. Genau darum spreche ich auch von Volatility Harvesting.

Wenn du eine Option schreibst, sprich: verkaufst, erhältst du eine Prämie. Diese Prämie bezahlst du nicht für Spekulation, sondern um Unsicherheit am Markt abzudecken – und genau das macht man sich zunutze. Über 80 % aller Optionen verfallen wertlos. Das heisst: Die Mehrheit kassiert die Prämie, ohne dass es überhaupt zur Ausübung kommt. Ziel ist es nicht, kurzfristig zu spekulieren, sondern über Wochen Prämien auf stabile, berechenbare Aktien zu verdienen – ohne auf Kurssteigerungen angewiesen zu sein.

Die Wheel-Strategie: Das perfekte System für planbaren Cashflow

Die sogenannte Wheel-Strategie nutzt zwei einfache strategische Elemente:

  1. Cash Secured Puts (CSPs) – du verkaufst Verkaufsoptionen auf eine Aktie, die du auch wirklich kaufen willst.
  2. Covered Calls (CCs) – sobald die Aktie dir zugeteilt wurde, schreibst du Verkaufsoptionen auf deine bestehenden Aktienbestände.

Das Ganze funktioniert wie ein Kreislauf – ein Wheel eben:

  • Du beginnst mit einem Cash Secured Put. Wird dir die Aktie zugeteilt, greifst du zum Covered Call.
  • Wird sie dir dann per Call-Option wieder „weggenommen“, drehst du das Rad weiter – also wieder zurück zum Put.

Wichtig dabei: Du kassierst jedes Mal eine Prämie – egal ob der Trade ausgelöst wird oder nicht.

2026 Swissquote Gutscheincode 100 CHF Trading Credits MKT_SPARKOJOTE Gutschein SPARKOJOTE Swissquote Aktionscode 100 CHF Trading Credits Swissquote Gutschein

2026 Swissquote Gutscheincode 100 CHF Trading Credits MKT_SPARKOJOTE Gutschein SPARKOJOTE Swissquote Aktionscode 100 CHF Trading Credits Swissquote Gutschein

Praxisbeispiel: Nvidia als Wheel-Play

Nehmen wir Nvidia, ein Titel, den viele kennen. Angenommen, der aktuelle Kurs liegt bei $180. Du willst aber nur bei $165 einsteigen. Statt eine Limit-Order zu setzen, verkaufst du einen Cash Secured Put mit Strike $165 und Laufzeit von ca. 30–45 Tagen.

Was passiert?

  • Wenn der Kurs über $165 bleibt: Du kassierst die Prämie – kein Kauf erfolgt.
  • Wenn der Kurs darunter fällt: Du wirst „eingebucht“ – besitzt nun 100 Nvidia-Aktien zum effektiven Einstiegspreis (Strike – Prämie).

Jetzt gehst du zur nächsten Phase über: Covered Call schreiben. Du setzt z.B. einen Strike bei $180 (10 % über deinem Einstieg) – ebenfalls mit 30–45 Tagen Laufzeit.

So kannst du den Prozess permanenter Cashflows starten, indem du deine Aktien immer wieder verleihst – und dafür Prämien kassierst. Diese Strategie ist vor allem bei Seitwärtstiteln oder leicht aufwärts tendierenden Aktien extrem effizient.

Welche Aktien eignen sich für die Wheel-Strategie?

Nicht jeder Titel ist geeignet. Meme-Stocks, Penny Stocks oder ultracyclische Aktien mit extremen Schwankungen sind ein No-Go. Ideal sind:

  • Liquidität: Hohe Handelsvolumen = bessere Spreads.
  • Grosse Unternehmen: Blue Chips mit planbarem Geschäftsmodell.
  • Seitwärtstendenzen: Titel mit stabiler Preisentwicklung und geringerem Trendrisiko.

Beispiele:

  • Nestlé: Ein Klassiker, bei dem ich seit Jahren das Wheel durchgehend laufen lasse.
  • Novartis: Ebenfalls seitwärts, Dividendenstark.
  • Procter & Gamble: Geringe Vola, stabile Geschäftsentwicklung.

Hingegen weniger geeignet:

  • Nvidia, Tesla, AMD – nur phasenweise sinnvoll.
  • Einzelaktien vor Earnings oder FDA-Entscheiden.
  • SPACs, Biotech ohne stabile Fundamentaldaten.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

Damit das Trading systematisch bleibt, brauchst du klare Regeln. Ich orientiere mich an folgenden Parametern:

Laufzeit der Option („DTE“ – Days to Expiration)

  • Ideal: Zwischen 30 und 45 Tagen
  • Rollen bei: Noch 21 Tagen Restlaufzeit

Das hat zwei Gründe: Zum einen sinkt das Zeitwertverhältnis (Theta) genau in diesem Zeitraum überproportional. Zum anderen lässt sich Verlustrisiko besser managen, wenn du vor Earnings oder Ereignissen raus bist.

Delta: Idealer Risiko-Pricer

  • Zielbereich: Delta von 0.2 bis 0.4

Das Delta gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass deine Option „In the Money“ endet – also du z.B. die Aktie tatsächlich bekommst. Bei einem Delta von 0.2 liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit bei 20 %.

Strike-Auswahl:

  • Put-Strike: 5–10 % unter dem aktuellen Kurs
  • Call-Strike: 5–10 % über dem aktuellen Kurs

So balancierst du attraktive Prämie und Ausübungsrisiko perfekt aus.

Risikofilter: Volatilität, Theta und Vega sauber im Griff

Implizite Volatilität (IV)

  • Optimaler Bereich: 30–45 % IV beim Einstiegszeitpunkt

IV ist dein Cashflow-Anzeiger. Hohe IV = hohe Prämien. Aber Vorsicht: Wenn Earnings anstehen, ist die IV oft künstlich aufgebläht – du willst keine kurzfristigen Events im Weg haben.

Theta: Dein Freund

Theta misst den Zeitwertverlust – das, was du als Verkäufer kassierst:

  • Ziel: 2–5 % Tagesverlust gemessen an der aktuellen Prämie.

Das heisst, mit jeder verstrichenen Nacht „verdienst“ du durch Zeitablauf – völlig unabhängig von der Kursentwicklung.

Vega: Dein Risikobarometer

  • Ziel: Verhältnis Vega/Prämie zwischen 4–8 %

Vega teilt dir mit, wie stark deine Option auf Veränderung der Volatilität reagiert. Zu viel? Dann wird der Trade unberechenbar.

🎁 Der Broker meiner Wahl ist Swissquote, ein sehr bekannter Schweizer Online-Broker. Mein vollständiges Depot befindet sich dort, mittlerweile mehr als 800’000 Franken. Ich investiere regelmässig über Aktien & ETF Sparpläne (Jetzt Neu auch mit Fractional Shares).

Swissquote, die Schweizer Bank für Investments, bietet eine Vielzahl an Anlagemöglichkeiten – von Aktien, Anleihen und ETFs bis hin zu Optionen und Rohstoffen.

Als Kunde kann man übrigens auch kostenlos in die Swissquote-Lounge in Zürich oder Gland, dort gibt es gratis Kaffee und Schokolade ;-). Wenn Du ein Depot bei Swissquote eröffnen willst, kannst Du bei der Anmeldung folgenden Aktionscode „MKT_SPARKOJOTE“ nutzen, um 100 CHF Trading Credits bei der Eröffnung zu erhalten (only for swiss residents). Nutze dazu diesen Link*.

– Auf Persönliche Empfehlung vom Sparkojoten 🦊🇨🇭

Wie du Positionen verwaltest: Halten, Rollen oder Schliessen?

Kommen wir zum Timing deiner Entscheidung:

1. Halten:

  • Noch über 21 Tage Restlaufzeit
  • Position ist stabil im Zielbereich

2. Rollen:

  • Restlaufzeit bei genau 21 Tagen
  • Prämie könnte attraktiver wieder „verlängert“ werden
  • Eventuell Earnings im Anflug – Position lieber rausnehmen

3. Schliessen:

  • Bereits 50–70 % Zielgewinn erreicht
  • Keine Lust, wegen 30 % Restgewinn noch 2 Wochen Risiko zu tragen

Praxis-Tipp: Die letzten 20 % lohnen sich in der Regel kaum. Der Ertrag flacht ab, doch das Risiko bleibt gleich. Nimm dir dein verdientes Geld und geh weiter zum nächsten Setup.

Tool-Tipp: So halte ich alle Positionen im Blick

Ich nutze dafür ein selbstgebautes Google Sheet. Du kannst dort die folgenden Werte manuell eintragen oder per API laden:

  • Kurs & Strike
  • DTE
  • IV
  • Delta, Gamma, Theta, Vega
  • Prämie
  • Gewinn/Verlust (realisiert, unrealisiert)
  • Schliessregel («Halten», «Rollen», «Schliessen»)

Bonus: Ich rechne automatisch mit einem Ziel-Yield pro Trade, z.B.:

  • Nvidia Option, $200 Strike
  • Prämie: $3.80
  • Einsatz: $20’000 → Rendite: 1.9 % in 36 Tagen

Diese Tabellen lassen sich x-beliebig duplizieren – für Nestlé, Logitech, Swiss Re etc.

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Earnigs ignorieren: Immer Earnings-Kalender checken. Keine neuen Optionen kurz vor Unternehmenszahlen eröffnen.
  • Meme-Stocks oder illiquide Titel handeln: Schlechte Spreads, hohe Slippage, unberechenbare Vola.
  • Zu nahe am Geld positionieren (hohes Delta): Führt zu unnötig hoher Zuteilungswahrscheinlichkeit.
  • Keine Exit-Strategie haben: Du musst wissen, wo dein maximaler Gewinn liegt – und wann du rausgehst.
Yuh Gutscheincode 50 CHF Trading Credits YUHSPARKOJOTE Gutschein SPARKOJOTE Yuh Aktionscode 50 CHF Trading Credits Yuh Gutschein (only for swiss residents)

Yuh Gutscheincode 50 CHF Trading Credits YUHSPARKOJOTE Gutschein SPARKOJOTE Yuh Aktionscode 50 CHF Trading Credits Yuh Gutschein (only for swiss residents

Fazit: Regelbasiert traden, nicht raten

Die Wheel-Strategie ist keine magische Formel – aber sie ist ein solide dokumentierter, regelbasierter Prozess, um Volatilität zu deinem Vorteil zu nutzen. Du setzt Cash secured Puts und Covered Calls nicht als Spekulationsinstrument ein, sondern als strategisches Income-Tool. Mit klarem Regelwerk (Delta, Strike, Theta, IV) kannst du dir systematisch planbare Prämieneinnahmen aufbauen, selbst in seitlichen Märkten.

Die wichtigsten Takeaways:

  • Starte mit 30–45 Tagen Laufzeit.
  • Positioniere dich 5–10 % vom aktuellen Kurs entfernt.
  • Rollen bei 21 Tagen, Gewinne bei 50–70 % realisieren.
  • Only Lieblingsaktien handeln, keine Zockwerte.
  • Volatilität nutzen – nicht erraten.
  • Setze auf Prozesse, nicht auf Prognosen.

Und das Beste: Mit Plattformen wie Swissquote kannst du alles unter einem Dach abbilden – vom Aktiendepot bis zum Optionsportfolio. Genauer anschauen lohnt sich.

Thomas der Sparkojote

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert