Privatanleger vs. Markt: So schlägst du den S&P 500 mit cleverer Strategie!

Die Frage, ob Privatanleger den Markt schlagen können, wird immer wieder gestellt – und ehrlich gesagt, ich finde sie gar nicht so einfach zu beantworten. Denn was bedeutet überhaupt „den Markt schlagen“? Und welchen Markt meinen wir hier eigentlich? Den S&P 500? Den SMI? Oder vielleicht sogar einen globalen Aktienindex? Ich habe mir all diese Fragen selbst gestellt – und über elf Jahre hinweg versucht, genau darauf meine persönliche Anlagestrategie aufzubauen, umzusetzen und ständig zu verbessern. Dabei habe ich viel falsch gemacht. Aber auch richtig viel gelernt. Hier zeige ich dir ganz transparent, wie ich mein Depot aufgebaut habe, welche Rendite ich über die Jahre erzielt habe – und ja, ob ich den Markt schlagen konnte.
Was heisst überhaupt „den Markt schlagen“?
Das ist komplizierter, als du denkst. Denn der Markt ist kein fest definierter Wert. Für den einen bedeutet es, eine höhere Performance als der S&P 500 zu erzielen. Für andere vielleicht der Vergleich mit dem Swiss Market Index (SMI). Ich sehe den „Markt“ als eine Art Benchmark: Für mich ist das der Vanguard FTSE All-World ETF – ein global breit gestreuter Indexfonds. Wenn ich diesen in Sachen Rendite outperformen kann, dann schlage ich für mich persönlich den Markt.
Das war für mich ein bewusst gewählter Vergleichsmassstab, weil ich langfristig global investieren will, der ETF aber gleichzeitig eine passive Lösung bietet. Sollten meine aktiven Investments schlechter abschneiden, wäre es konsequenter, einfach alles in diesen ETF zu stecken. Ganz einfach.
Was hat bei mir in den letzten Jahren funktioniert?
Ich habe mittlerweile ein Portfolio aufgebaut, das rund 1.3 Millionen Schweizer Franken schwer ist. Dabei war mein Ansatz von Anfang an langfristig ausgerichtet. Kein kurzfristiges Trading. Kein hektisches Kaufen und Verkaufen. Klingt langweilig? Ist vielleicht so. Aber es funktioniert.
Meine Top-Performer:
- Nvidia (seit 2017 gehalten, kontinuierlich nachgekauft)
- Alphabet (Google)
- Apple
- Vanguard FTSE All-World ETF (Basisinvestment)
- Bitcoin (aber nur sicher gelagert – dazu gleich mehr)
Sowohl Nvidia als auch Alphabet gehören zu meinen besten Investitionen. Und klar, es braucht auch etwas Glück. Zum Beispiel, dass man bei Nvidia einfach nicht verkauft hat. Das könnte man auch als Sturheit oder Geduld bezeichnen. Entscheidend war jedoch: Ich hatte mich mit dem Unternehmen beschäftigt. Ich kannte das Geschäftsmodell. Ich glaubte langfristig an deren Potenzial.
Auch meine ETF-Investments laufen stabil. Der All-World-Ansatz ist für mich eine Wette auf die globale Wirtschaft. Wenn die in zehn Jahren besser dasteht als heute – und davon gehe ich aus – performt auch mein ETF.
Fehlgriffe: Auch das gehört dazu
Natürlich läuft nicht alles perfekt. Ich habe auch einige Fehler gemacht. Vor allem dort, wo ich zu wenig recherchiert oder zu sehr auf kurzfristige Hypes gesetzt habe.
Meine grössten Flops:
- GameStop & AMC: Kurzzeitig spekuliert, verloren
- Walt Disney: Keine Gewinne, Buchverluste
- BB Biotech: Enttäuschende Entwicklung
- Bitcoin-Verlust über unsichere Plattform (Coins unwiderruflich verloren)
Das zeigt: Du kannst auch alles richtig machen – und trotzdem verlieren, wenn du dein Geld auf einer schlechten Plattform lagerst. Deshalb bin ich mittlerweile fast ausschliesslich bei Schweizer Anbietern unterwegs. Sicherheit geht vor, vor allem bei Bitcoin.
Meine persönliche Anlagestrategie
Was ich mache, funktioniert für mich – muss aber nicht automatisch bei dir passen. Darum hier kein Copy-Paste-Rezept, sondern ein Einblick:
Grundprinzipien:
- Langfristiger Anlagefokus (30–40 Jahre Zeithorizont)
- Fokus auf Einzelaktien & ETFs
- Hoher Aktienanteil (über 75%)
- Cashflow-Orientierung durch Dividenden
- Gezielte Beimischung von Bitcoin und Edelmetallen
Ich kaufe Unternehmen, die ich fundamental verstehe und deren Geschäftsmodell ich wirklich einschätzen kann. Nvidia und Alphabet sind Paradebeispiele – aber auch Nintendo oder Berkshire Hathaway gehören dazu.
Asset Allocation: So ist mein Portfolio aufgeteilt
Transparenz ist mir wichtig – gerade wenn man über Performance spricht. Darum hier die konkrete Aufteilung meines Portfolios:
- 50% Einzelaktien (stark fokussiert auf Tech)
- 25% ETFs / Fonds (Basisinvestment: Vanguard FTSE All-World)
- 15% Bitcoin & Ethereum (hauptsächlich Bitcoin)
- 5% Edelmetalle (Gold und Silber)
- 5% Cash (für kurzfristige Reaktivität)
Diese Aufteilung ist natürlich dynamisch. Kursschwankungen verändern sie leicht. Aber die Strategie dahinter bleibt gleich. Ich setze auf Wachstum und Kontinuität statt auf Panik und Reaktion.
🎁 Der Broker meiner Wahl ist Swissquote, ein sehr bekannter Schweizer Online-Broker. Mein vollständiges Depot befindet sich dort, mittlerweile mehr als 800’000 Franken. Ich investiere regelmässig über Aktien & ETF Sparpläne (Jetzt Neu auch mit Fractional Shares).
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Kann das Modell überhaupt sicher sein?
Kurz gesagt: Für meinen Lebensstil und meine Risikobereitschaft – ja.
Noch mal zur Erinnerung: Wir sprechen hier über einen Zeitraum von drei bis vier Jahrzehnten. Über diese Spanne gleicht sich vieles aus. Klar, 75% in Aktien und 15% in Krypto klingen aggressiv. Aber wenn dann auch noch der ETF-Teil allein dein Einkommen im Alter abdecken kann – was ist dann wirklich das Risiko?
Ich rechne mit einem jährlichen Durchschnittsertrag (je nach Währung und Art der Berechnung) von 10 bis 12% pro Jahr – zumindest war das über die vergangenen elf Jahre mein erreichter Wert.
Schweizer Realität: Der SMI als Hidden Champion
Viele Schweizer denken sofort an den S&P 500 als Benchmark. Dabei war der SMI real (also in CHF) dieses Jahr deutlich besser als der amerikanische Index – vor allem, wenn du nicht gehedgt investiert warst.
Das zeigt wieder, wie wichtig Währungs- und Steuerfragen sind – selbst einfache Basics werden oft übersehen. Ich zahle Miete und lebe in Franken – also muss ich auch meine Investments durch diese Brille betrachten. Wer das nicht tut, kann sich auf die falschen Renditen verlassen.
Markt-Timing? Nur punktuell – aber effektiv
Ich glaube nicht an komplettes Market-Timing. Aber ich glaube daran, punktuell gute Zeitpunkte für grössere Investitionen zu nutzen. So habe ich in der Corona-Korrektur gezielt nachgekauft. Nicht weil ich den Tiefpunkt erwischen wollte – sondern weil ich wusste: Viel günstiger wird’s wahrscheinlich nicht mehr.
Diese Strategie habe ich mehrfach erfolgreich angewendet. Und trotzdem bin ich – im besten Sinne – ein Buy-and-Hold-Typ. Ich verkaufe Unternehmen nur, wenn ich von deren Fundament nicht mehr überzeugt bin.
Soll man seine Aktien verkaufen?
Die klassische Frage: Wann verkaufst du Nvidia?
Meine Antwort: Gar nicht, solange das Investment-Case noch intakt ist. Ich möchte Aktien möglichst lange halten – im Idealfall sogar weitervererben. Für mich zählt nicht der schnelle Gewinn, sondern der langfristige Aufbau eines soliden Vermögens, das mir Cashflow generiert und Krisen übersteht.
Fazit: Kannst du den Markt schlagen?
Ja, das geht. Aber es ist nicht leicht. Du brauchst:
- Geduld
- Disziplin
- Ein gutes Verständnis deiner eigenen Risikobereitschaft
- Bildung – echte finanzielle Bildung und nicht nur Social-Media-Meinungen
- Und du musst dich mit deinen Investments identifizieren können
Vergiss nicht: Nur wenn du weisst, warum du in etwas investierst, kannst du durchhalten – auch bei Rückschlägen. Niemand investiert perfekt. Auch Warren Buffett hat Milliarden in den Sand gesetzt. Entscheidend ist, dass am Ende ein Plus steht – und du ruhig schlafen kannst.
Ich hoffe, du konntest aus meiner Geschichte etwas für deine eigene Strategie mitnehmen.





















4 Responses
Frohes Neues!
Spannend, dass Calida und Swatch nicht unter den grössten Flops auftauchen… ausser die sind klamm- und heimlich entsorgt worden 😉
Also ich bin sicher jemand, der nicht alles, was Thomas schreibt, so abnickt. Würde mich durchaus als kritischen Leser bezeichnen.
Aber das ist doch keine Kritik – es sei denn du kennst die maximalen Draw-Downs all seiner Werte und auch, wie groß die Investments in die jeweiligen Unternehmen waren. Das er auch negative Werte aufzeigt, ist eine schöne Transparenz und würde ich positive hervorheben.
Ob er die Outperformance seines Depots dauerhaft halten kann, ist ein anderes Thema. Wäre Nvidia nicht durchgestartet, sondern eher seitwärts gelaufen, hätte es eben zu einer Unterperformance geführt. Er hat ja aber auch geschrieben, dass er im Notfall bereits mit dem ETF-Teil des Portfolios klarkommen würde – das erhöhte Risiko von Einzelwerten kann er also auch annehmen.
@Markus
1 Swatch Aktie für 50 Stutzt und 20 Calida für ein paar hundert CHF. Die sind nicht klamm-und heimlich entsorgt worden sonder sind weiter im Depot seit Anfang an.
Schau dir mal die sparkojote.ch/depot Seite an.
LG
Thomas