Finanzchaos entlarvt: So verhindern Schweizer Anleger teure Fehler bei Performance-Tracking!
Wenn du wirklich verstehen willst, wie gut dein Portfolio performt, dann musst du deine Performance korrekt berechnen – und zwar in der Währung, in der du lebst. Punkt. Alles andere ist Schönrechnerei oder einfach Unwissenheit. Ich hab’s satt, mir ständig anhören zu müssen, ich hätte angeblich den S&P 500 underperformt. Warum? Weil viele nicht mal wissen, wie Währungsumrechnungen funktionieren. Da draussen kursieren so viele absurde Vergleiche, dass ich mich zu diesem Artikel hinreissen liess – damit endlich Klartext herrscht.
Warum du Performance richtig messen musst
Die erste und wichtigste Regel für deine Investmentbewertung: Rechne immer in deiner Referenzwährung. In meinem Fall ist das der Schweizer Franken. Ich lebe hier, zahle meine Rechnungen in CHF, investiere von hier aus – also macht es null Sinn, meine Performance in US-Dollar zu tracken.
Viele vergleichen blind die Performance von US-Indizes wie dem S&P 500 mit ihren eigenen Portfolios – allerdings auf Dollarbasis. Und dann behaupten sie, sie hätten mehr Rendite oder jemand anders hätte underperformt. Das ist purer Unsinn, wenn du in einer anderen Währung lebst. Genau hier liegt das erste grosse Missverständnis.
2025: Performance meiner Aktien im Vergleich zum Markt
In Schweizer Franken hat mein Aktienportfolio 2025 bislang +15,1% gemacht. Mein Gesamtportfolio bewegt sich bei +10,7% Year-to-Date.
Und jetzt kommt’s: Ein Vanguard FTSE All-World ETF hat im selben Zeitraum lediglich +5,5% erzielt – ebenfalls in CHF. Viele rufen aber „der S&P 500 hat doch +14,9% gemacht!“ – korrekt, aber in US-Dollar. In CHF beträgt dessen Rendite gerade mal +0,91%. Das allein entlarvt viele Kommentare als völligen Quatsch.
Was der SMI 2025 geschafft hat
- SMI Rendite in 2025: +8,03% (in CHF)
- S&P 500 in USD: +14,9%
- S&P 500 in CHF: +0,91%
Jeder, der jetzt sagt, der US-Markt sei 2025 besser gelaufen als der Schweizer Markt, hat schlicht keine Ahnung vom Währungseinfluss – oder blendet ihn bewusst aus.
Währungsrisiko: Der unsichtbare Faktor
Die wahre Performance eines Investments hängt immer davon ab, in welcher Währung du sie misst. Der US-Dollar hat gegenüber dem Franken 2025 um ungefähr 13–14% an Wert verloren. Das hat deine Dollar-Rendite faktisch aufgefressen, wenn du in der Schweiz lebst und in Franken rechnest.
Dasselbe gilt auch für den Euro, der zwischenzeitlich sogar ein Allzeittief gegenüber dem Franken erreicht hat. Deshalb sehen viele Euro-Anleger ihre „hohen“ ETF-Renditen in Euro – real bleiben davon aber in Franken kaum Gewinne übrig.
Der grösste Fehler: Ohne Hedging oder Währungsbewusstsein investieren
Wenn du einfach blind einen ETF auf den S&P 500 kaufst, ohne zu beachten, in welcher Währung er geführt wird, dann ignorierst du das Währungsrisiko. Genau das kann dich ein ganzes Jahr an Rendite kosten – oder dir falsche Illusionen geben.
Viele schicken mir z.B. Screenshots von S&P 500 ETFs mit +11,5% in USD – und erwarten, dass ich das als Beweis gelten lasse. Vielleicht hätten sie vorher mal schauen sollen, ob der ETF in CHF abgesichert ist (hedged, meistens mit der Abkürzung CHF-H oder HF gekennzeichnet). Nur dann ist das vergleichbar.
🎁 Der Broker meiner Wahl ist Swissquote, ein sehr bekannter Schweizer Online-Broker. Mein vollständiges Depot befindet sich dort, mittlerweile mehr als 800’000 Franken. Ich investiere regelmässig über Aktien & ETF Sparpläne (Jetzt Neu auch mit Fractional Shares).
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Portfolio-Tracking: So machst du’s richtig
Es bringt nichts, wenn du dein Portfolio nach Bauchgefühl bewertest. Du brauchst klare Zahlen – am besten mithilfe eines Tools wie Portfolio Performance. Das benutze ich schon seit Jahren und bin damit in der Lage, jede einzelne Wertentwicklung exakt in der für mich relevanten Währung zu messen.
Vorteile von Portfolio Performance
- Du siehst monatliche Renditen
- Du kannst Währungsumstellungen einpflegen
- Du bekommst klare Vergleichsmöglichkeiten (z.B. Benchmarks wie SP500, SMI etc.)
- Du erkennst, woher deine Performance stammt (Dividenden, Kursgewinne, Währungseffekte)
Ohne dieses Tool wäre ich wie ein Kapitän auf hoher See – ohne Kompass.
Mythos Outperformance: Was wirklich zählt
Ich behaupte nicht, dass ich jedes Jahr besser bin als ein Index. Aber ich verlange, dass solche Aussagen auf korrekten Zahlen basieren. Wenn du 10,6% in CHF machst, aber jemand behauptet, du hättest gegenüber einem USD-Index mit 14,9% underperformt, dann zeugt das von kompletter Ignoranz gegenüber Währungen.
Was bringt mehr?
- 15% in USD, aber minus 12% durch Währungsverlust
- 10% in CHF, sauber trackbar und real verfügbar
Genau darum geht’s mir: Lieber eine solide Performance in der Heimatwährung, als sich mit Fantasiezahlen aus fremder Währung zu blenden.
Wie du mit Hedging korrekt arbeitest
Einige ETFs – vor allem von iShares oder Vanguard – bieten gekapselte (hedged) Versionen an. Diese ETFs gleichen das Währungsrisiko aus und liefern dir realistische Renditen in CHF. Das kostet zwar minimal mehr (TER leicht höher), aber du bekommst Klarheit.
Beispiel: Wenn du einen S&P 500 ETF in CHF-Hedged hältst, dann ist dieser Effekt des Währungsverlusts fast eliminiert. Klar ist das kein Garant – manchmal bist du damit besser, manchmal schlechter unterwegs – aber du steuerst dein Risiko damit aktiv.
Was wir daraus lernen können
Dein Hauptfokus sollte sein, fundierte Entscheidungen zu treffen und nicht auf dumpfe Performancevergleiche reinzufallen. Du brauchst:
- Klare Zielwährungen für dein Portfolio
- Ein sauberes Performance-Tracking inkl. Dividenden
- Bewusstsein über Währungsrisiken
- Hedging-Strategien, sofern sinnvoll
- Ein breit diversifiziertes Portfolio
Wenn du das alles ignorierst, brauchst du dich auch nicht wundern, wenn dein Depot plötzlich deutlich schlechter abschneidet, als du in deinen Gedanken glaubst.
Mein Appell an dich
Investiere in dein Wissen. Meckere nicht über andere, ohne deine eigenen Zahlen zu kennen. Und vor allem: Tracke deine Investments korrekt.
Falsche Vergleiche bringen dich kein Stück weiter – im Gegenteil. Sie verzerren deine Wahrnehmung, führen zu Frust und lenken dich vom eigentlichen Ziel ab: langfristig solide Vermögensbildung.
Fazit: Deine Rendite ist nur so gut wie dein Verständnis davon
Es geht nicht darum, ständig Märkte zu schlagen oder mit Zahlen zu prahlen. Es geht darum, die Fakten zu kennen. Wenn du in Schweizer Franken lebst, dann zählt deine Rendite in Franken – fertig. Wer das ignoriert, macht sich etwas vor.
Ich hoffe, ich konnte etwas Klarheit schaffen und vielleicht sogar dem einen oder anderen helfen, den eigenen Blick zu schärfen. Dein Portfolio verdient es, richtig verstanden zu werden – sonst wird’s irgendwann teuer.
Track smart. Invest long-term. Und bitte: Lass deine Performance nicht vom Friseur beeinflussen.




















2 Responses
Portfolio Performance ist unglaublich umfangreich, aber ich bin einfach zu wenig mit dem Produkt warm geworden. Es ist sehr komplex, wer die Werte von vor einigen Jahrzehnten einpflegen möchte, der ist mit deart viel Handarbeit konfrontiert, das ist einfach sehr aufwändig. Klar wer das Produkt in und auswendig kennt, für den ist es sicher top, aber für normalen Gebrauch ist das schlicht viel zu komplex.
Auch finde ich es furchtbar mühsam, dass die Anwendung halt für Spezialisten gemacht wurde, die jedes Komma umdrehen möchten. Da den Einstieg zu finden, das ist wirklich fast unmöglich. Ich hatte vor ein paar Jahren mal versucht meine Informationen zu erfassen, aber ich bin schon bei dem Begriffen die verwendet wurden einfach gescheitert, Leute die nicht wirklich alles in und auswendig beherrschen sind damit hoffnungslos verloren.
Hoi Claudio,
Sofern du die PDFs hast geht es tatsächlich sehr schnell. Ich konnte die Historie von rund 6 Jahren Via innert Sekunden einladen. Musste vorher einfach alle PDFs aus dem Webportal runterladen.
Es kommt natürlich auf die Bank an und ob du diese Dokumente von vor 10 Jahren noch abgesichert hast, ansonsten wird es wirklich schwer und sehr mühselig, da hast du recht. Aber wenn man Portfolio Performance mal raus hat, dann ist es ein Segen, dass verspreche ich dir!
LG
Thomas