Geld anlegen in der Schweiz: So fängst du an

Für Einsteiger · Der Startpunkt

Geld anlegen in der Schweiz: die Reihenfolge, die funktioniert

Nicht «welcher ETF», sondern «was zuerst». Diese Seite zeigt die fünf Stufen vom ersten Franken bis zum laufenden Depot, was dabei realistisch an Rendite herauskommt und wo du tiefer einsteigst. Ich mache es seit 2015 genau so und veröffentliche jeden Schritt.

In 5 Schritten Geld anlegen – so mache ich es seit 2015

Die häufigste Frage, die ich bekomme, lautet «welcher ETF». Die falsche Frage. Wer in der Schweiz anfängt, entscheidet nicht über ein Produkt, sondern über eine Reihenfolge. Und die ist seit elf Jahren dieselbe:

  1. Überblick über Einnahmen und Ausgaben. Ohne Sparquote gibt es nichts anzulegen. Es reicht, drei Monate mitzuschreiben, dann weisst du, was jeden Monat übrig bleibt.
  2. Notgroschen aufbauen. Drei bis sechs Monatsausgaben auf ein Sparkonto, jederzeit verfügbar. Das ist die Versicherung dafür, dass du im Crash nicht verkaufen musst.
  3. Säule 3a einzahlen. Bis CHF 7’258 im Jahr, abziehbar vom steuerbaren Einkommen. Das ist die einzige Rendite auf dieser Liste, die du sicher bekommst.
  4. ETF-Sparplan einrichten. Ein Welt-ETF, ein Dauerauftrag, ein Datum im Monat. Automatik schlägt Disziplin, weil sie nicht müde wird.
  5. Laufen lassen und jährlich prüfen. Einmal im Jahr Sparrate anpassen, sonst nichts tun. Die meisten Fehler entstehen durch Aktivität, nicht durch Untätigkeit.

Alles, was danach kommt – Einzelaktien, Immobilien, Krypto, Gold –, ist optional und für das Ergebnis weniger wichtig, als es sich anfühlt. Die ersten vier Schritte machen den Unterschied zwischen «ich lege Geld an» und «ich habe vor, Geld anzulegen».

Stand 18. September 2026. Geltung: Schweiz, Wohnsitz und Steuerpflicht in der Schweiz. Beträge in Franken.

Das Stufenmodell: was in welcher Reihenfolge

Jede Stufe hat einen Zweck, eine Grössenordnung und einen Zeitpunkt, an dem sie fertig ist. Erst dann kommt die nächste. Wer Stufen überspringt, zahlt das später – meistens im schlechtesten Moment.

Die ersten drei Stufen sind die Pflicht, die letzten zwei die Kür. Klick auf eine Stufe springt zum Abschnitt.

  1. Sicherheit · 3 bis 6 Monatsausgaben

    Notgroschen auf das Sparkonto

    Der Notgroschen ist keine Anlage, sondern eine Versicherung gegen den schlechtesten Zeitpunkt: Jobverlust, Zahnarztrechnung, kaputtes Auto. Er gehört auf ein Sparkonto bei einer Bank mit Schweizer Einlagensicherung – geschützt sind CHF 100’000 pro Kundin und Bank –, nicht ins Depot und nicht in Gold. Den Preis zahlst du in Kaufkraft: Bei einem Leitzins von 0 % deckt kein Sparzins die Teuerung.

    Wie hoch genau, wo parkieren und wie du ihn nach einem Bezug wieder auffüllst, steht im Notgroschen-Ratgeber; welche Bank aktuell welchen Zins zahlt, im Sparkonto-Vergleich.

  2. Steuern sparen · bis CHF 7’258 im Jahr

    Säule 3a füllen

    Die Säule 3a ist der einzige Ort, an dem du eine Rendite bekommst, bevor der Markt irgendetwas getan hat: Der einbezahlte Betrag geht vom steuerbaren Einkommen ab. Mit Pensionskasse sind das 2026 höchstens CHF 7’258, ohne Pensionskasse 20 Prozent des Erwerbseinkommens bis CHF 36’288. Der Preis ist die Bindung: Das Geld kommt frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Alter frei, abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Wohneigentum oder Auswanderung.

    Die Beträge und wie sie zustande kommen stehen auf der Seite Säule 3a Maximalbetrag, die Steuerersparnis für deinen Kanton rechnest du mit dem Säule-3a-Rechner aus.

  3. Vermögensaufbau · ab CHF 10 im Monat

    ETF-Sparplan auf einen Welt-ETF

    Ein breit gestreuter Aktien-ETF ist für den Vermögensaufbau die Anlage mit der besten belegten Langfristbilanz und dem geringsten Aufwand. Entscheidend ist nicht die Auswahl, sondern die Automatik: fester Betrag, festes Datum, keine Diskussion über den Einstiegszeitpunkt. Ein Sparplan läuft bei Yuh ab CHF 10 im Monat und bei Swissquote ab CHF 3 pro Ausführung, beide kaufen Bruchteile von Anteilen.

    Wie du einen Sparplan konkret einrichtest, zeigt die Seite ETF-Sparplan Schweiz; welcher ETF seit 2020 mein grösster Posten ist und warum, steht auf der Seite zum Vanguard FTSE All-World.

  4. Optional · erst ab einem gefüllten Depot

    Einzelaktien und Dividenden

    Einzelaktien sind kein Ersatz für den ETF, sondern eine Ergänzung, die Arbeit macht. Sie lohnen sich, wenn du dich wirklich für Unternehmen interessierst und bereit bist, Geschäftsberichte zu lesen – nicht, weil jemand eine Aktie empfohlen hat. Mein Anteil an Einzeltiteln ist über Jahre gewachsen, aber der Welt-ETF bleibt der grösste Posten.

    Wie ein erster Aktienkauf in der Schweiz abläuft – Konto, Order, Courtage, Stempelabgabe –, steht in der Anleitung «Aktien kaufen in der Schweiz»; welche Schweizer Titel wann zahlen, in der Liste der Schweizer Dividendenaktien.

  5. Optional · später und träge

    Immobilien und Alternatives

    Wohneigentum, Immobilienfonds, Gold, Krypto: Alles davon kann Teil eines Portfolios sein, nichts davon ist der Startpunkt. Sie binden entweder viel Kapital, kosten viel Gebühr oder schwanken stärker als ein Welt-ETF – und keine dieser Anlagen zahlt dir eine sichere Steuerersparnis wie die Säule 3a. Meine Regel: ein Zusatz erst dann, wenn die ersten drei Stufen stehen und ich die Anlage einer Freundin in zwei Sätzen erklären kann.

    Wie viel Vermögen in deinem Alter üblich ist und wo du im Vergleich stehst, zeigt die Seite Vermögen nach Alter; ab welcher Summe die Erträge deine Kosten decken, rechnest du mit dem FIRE-Rechner aus.

Wie viel Rendite ist realistisch?

Die Zahl, die im Internet herumgeistert, ist 10 Prozent. Sie stammt aus dem US-Aktienmarkt, ist nominal gerechnet und blendet die Teuerung aus. Für die Schweiz gibt es eine bessere Grundlage: Pictet Wealth Management rechnet die Performance von Schweizer Aktien und Frankenobligationen seit 1900 durch – 126 Jahre, inklusive zweier Weltkriege, der Grossen Depression, 2008 und 2020.

real, also nach Teuerungnominal, vor TeuerungMassstab 0 bis 7 % pro Jahr

  • Sparkonto0 % real

    Beim Leitzins von 0 % liegt der Sparzins nahe null – real also unter der Teuerung.

  • Frankenobligationen1,8 % real

    Nominal 3,9 %, real 1,8 % pro Jahr, 1900 bis 2025.

  • Schweizer Aktien4,6 % real

    Nominal 6,8 %, real 4,6 % pro Jahr, 1900 bis 2025.

Quelle: Pictet, Langfriststudie 1900–2025, abgerufen am 18.09.2026. Die Teuerung lag im selben Zeitraum bei 2,1 % pro Jahr – sie ist der Unterschied zwischen den beiden Balken.

Real 4,6 % pro Jahr klingt bescheiden und ist es nicht: Bei dieser Rendite verdoppelt sich die Kaufkraft deines Geldes ungefähr alle sechzehn Jahre, ohne dass du einen Franken nachschiesst. Wer stattdessen mit 10 Prozent rechnet, plant sich reich und erlebt die Realität als Enttäuschung. Ich rechne meine eigenen Ziele mit 4 bis 5 Prozent real – und freue mich, wenn mehr kommt.

Der zweite Teil der Wahrheit ist der Weg dorthin. Ein Durchschnitt über 126 Jahre sagt nichts über dein nächstes Jahr: 2008 verloren breite Aktienindizes rund die Hälfte, im März 2020 ging es in vier Wochen um ein Drittel abwärts. Wer das Geld in dieser Phase braucht, realisiert den Verlust. Genau deshalb steht der Notgroschen auf Stufe eins und nicht auf Stufe fünf.

Wer weniger Schwankung will, zahlt mit Rendite. Ein Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Obligationen kam im selben Zeitraum auf 6 % nominal – bei einer Schwankungsbreite von 12 % statt 19 %. Das ist der ganze Handel: ruhiger schlafen gegen weniger Endvermögen.

Was das über dreissig Jahre ausmacht

Diese Prozentpunkte klingen klein und sind es nicht. Die Kurve zeigt CHF 500 im Monat über dreissig Jahre – dieselbe Einzahlung, nur drei verschiedene reale Renditen:

0100k200k300k400k0102030380’092245’632180’000
Aktien real 4,6 %Mischung real 2 %Sparkonto real 0 %

Eigene Rechnung: Einzahlung am Monatsende, monatliche Verzinsung, reale Renditen (also bereits nach Teuerung), keine Steuern und Gebühren. Nach 30 Jahren sind eingezahlt CHF 180’000. Deine eigenen Zahlen rechnest du im Zinseszins-Rechner durch.

Aus derselben Sparrate werden CHF 180’000, CHF 245’632 oder CHF 380’092 – der Unterschied zwischen dem Sparkonto und einem breiten Aktien-ETF ist über dreissig Jahre mehr als das Doppelte der Einzahlung. Genau deshalb ist die Frage «Sparkonto oder Depot» keine Geschmacksfrage, sondern eine Zeitfrage.

Sparkonto, Säule 3a oder Aktien? Nach Ziel und Horizont

Die Frage «was ist die beste Geldanlage» hat keine Antwort, solange der Zeithorizont fehlt. Mit Horizont wird sie einfach. Diese Tabelle ist die Kurzfassung meiner eigenen Aufteilung:

Ziel und HorizontWohin das Geld gehörtWas realistisch herauskommtWas du dafür in Kauf nimmst
Notfall, jederzeitkeine Frist, muss morgen da seinSparkonto mit EinlagensicherungCHF 100’000 pro Kundin und BankSparzins nahe null bei 0 % Leitzinsbis CHF 200 Zins im Jahr ohne Verrechnungssteuerrealer Kaufkraftverlust, dafür null Schwankung
Fest verplant, 1 bis 3 JahreSteuern, Auto, Weiterbildung, EigenmittelSparkonto oder Kassenobligationnicht ins Depot, auch nicht «nur kurz»wenig bis nichtsPlanbarkeit ist hier der Ertragkeine Rendite, dafür ein sicheres Datum
Altersvorsorge, bis zur Pensionierunggebunden, dafür steuerbegünstigtSäule 3a mit Wertschriftenlösungbis CHF 7’258 im JahrSteuerersparnis sofort plus Marktrenditedie Ersparnis entspricht deinem Grenzsteuersatzgebunden bis fünf Jahre vor AHV-Alter
Vermögensaufbau, 10 Jahre und mehrkein fixes Datum, darf schwankenETF-Sparplan auf einen Welt-ETFautomatisch, monatlich, unveränderthistorisch 4,6 % real pro JahrDurchschnitt 1900 bis 2025, keine Garantiezwischendurch Buchverluste von 30 bis 50 Prozent
Interesse und Erträge, 10 Jahre und mehrfreiwillig, macht ArbeitEinzelaktien im eigenen Depotals Ergänzung, nicht als Ersatzbreit gestreut ähnlich wie der Markteinzeln deutlich mehr oder deutlich wenigerRecherche, Klumpenrisiko, Totalverlust möglich

Renditeangaben aus der Pictet, Langfriststudie 1900–2025, Leitzins SNB (18.06.2026), Einlagensicherung esisuisse, 3a-Höchstbetrag BSV für 2026 – alle abgerufen am 18.09.2026.

Die Tabelle beantwortet auch die Frage, die viele zu spät stellen: Wo lasse ich das Geld, das ich «irgendwann mal» brauche? Antwort: Es gibt kein «irgendwann». Entweder du kennst das Jahr – dann gehört es auf das Konto. Oder du kennst es nicht und wirst es zehn Jahre nicht anrühren – dann gehört es ins Depot. Die Zwischenzone ist der Ort, an dem die meisten Fehler passieren.

Die 5 Fehler, die am meisten kosten

Ich habe alle fünf selbst gemacht. Zwei davon habe ich öffentlich durchgerechnet, weil sie teuer waren.

  1. Auf den richtigen Zeitpunkt warten.Es gibt immer einen Grund, noch zu warten: Wahlen, Zinsentscheid, Kriegsangst, «der Markt ist zu hoch». Wer 2015 mit dem Satz «ich warte auf den Rücksetzer» begonnen hat, wartet mit hoher Wahrscheinlichkeit heute noch. Die Haltedauer wirkt stärker als der Einstiegskurs – deshalb Sparplan statt Timing.
  2. Ohne Notgroschen investieren.Das ist der Fehler, der aus einem Buchverlust einen echten Verlust macht. Wer im Crash die Waschmaschine ersetzen muss und dafür ETF-Anteile verkauft, hat den Tiefpunkt realisiert. Der Notgroschen ist genau dafür da, und er ist billiger als jede Absicherung.
  3. Die Säule 3a liegen lassen.Viele zahlen in die 3a ein – und lassen den Betrag als Kontoguthaben ohne Wertschriftenlösung liegen. Über dreissig Jahre ist das der Unterschied zwischen «ich habe Steuern gespart» und «ich habe Vermögen aufgebaut». Der Steuerabzug ist nur die halbe Miete.
  4. Kosten ignorieren.Eine Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent statt 0,2 Prozent klingt nach nichts und frisst über dreissig Jahre einen guten Teil des Endvermögens. Am stärksten wirken fixe Kosten bei kleinen Beträgen: Wer monatlich hundert Franken investiert und zehn Franken Courtage zahlt, verliert im ersten Moment zehn Prozent.
  5. Bei Kursverlusten alles umbauen.Die gefährlichste Phase ist nicht der Crash, sondern die Woche danach, wenn man «etwas tun» will. Jede Änderung an der Strategie, die aus Angst entsteht, kostet Geld. Meine Regel: Strategie nur ändern, wenn sich mein Leben ändert – nicht, wenn sich der Kurs ändert.

Mein Weg: elf Jahre in sieben Zeilen

Ich schreibe hier nicht aus der Theorie. Mein Depot ist seit 2015 öffentlich, jeder Kauf und jede Ausschüttung steht auf dieser Website. So ist es tatsächlich gelaufen:

  • 2015 – die erste DividendeIm Februar 2015 kam meine erste Dividende auf dem Konto an. Der Betrag war lächerlich, der Effekt nicht: Ab dann wollte ich wissen, wie das skaliert.
  • 2018 – Depot zu SwissquoteDer Wechsel zu einem Schweizer Online-Broker mit Banklizenz war der Punkt, an dem Kosten und Steuerauszug zum Thema wurden. Swissquote ist bis heute mein Hauptdepot.
  • 2020 – Säule 3a in WertschriftenSeit dem 21. September 2020 liegt meine 3a bei frankly in der Strategie «Extreme 95 Index» statt auf einem Zinskonto. Stand September 2026 sind das CHF 58’914.59 bei 72,4 % Rendite.
  • 2020 – der Welt-ETF wird zum KernIm selben Jahr wurde der Vanguard FTSE All-World zum grössten Posten im Depot. Heute läuft darauf ein Sparplan von CHF 3’000 im Monat, unverändert durch jede Marktlage.
  • 2022 – der erste richtige BärenmarktDas erste Jahr, in dem das Depot sechsstellig im Minus war. Ich habe nichts verkauft und den Sparplan nicht angefasst – rückblickend die beste Entscheidung der ganzen Strecke.
  • 2026 – wo ich heute steheDas Investment-Portfolio liegt über CHF 1’500’000 (Aktien, ETF und Krypto, Stand Oktober 2026). Seit 2015 sind CHF 110’615 an Dividenden geflossen, CHF 14’100 davon allein 2026 bis September.
  • Was ich anders machen würdeFrüher automatisieren. Die ersten drei Jahre habe ich manuell gekauft, wenn gerade Geld da war – das kostet Nerven und bringt nichts. Ein Sparplan hätte dasselbe Ergebnis mit einem Zehntel des Aufwands gebracht.

Die Zahlen aktualisiere ich in den monatlichen Depot-Updates. Wer die Positionen im Detail sehen will: Mein Depot zeigt jede Position mit Stückzahl und Einstand, meine Dividendenstrategie zeigt, was daraus jedes Jahr zurückfliesst.

Balkendiagramm der jährlichen Dividenden von Thomas Kovacs von 2015 bis 2025, steigend von wenigen Franken auf über 18'000 Franken im Jahr
Zehn Jahre Dividenden aus demselben Depot. Der erste Balken ist 2015 kaum sichtbar – das ist der Punkt.

Im Video von 2021 gehe ich dieselbe Reihenfolge durch – damals noch ohne Rechner und ohne die Zahlen von heute.

Die Werkzeuge: rechnen statt raten

Jede Stufe hat ein Werkzeug. Alle sind kostenlos, ohne Anmeldung und rechnen mit Schweizer Zahlen.

Eine Übersicht über alle Rechner und Vergleiche steht auf der Seite Tools.

Wenn du nur eine Sache machst

Richte einen Sparplan ein, bevor du weiterliest. Betrag egal, Hauptsache automatisch – anpassen kannst du ihn jederzeit. Die Anleitung dazu steht auf der Seite ETF-Sparplan Schweiz.

Zum ETF-Sparplan

Häufige Fragen zum Geldanlegen in der Schweiz

Wie fange ich in der Schweiz mit dem Geldanlegen an?

In dieser Reihenfolge: Erstens Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf ein Sparkonto. Zweitens Säule 3a einzahlen, weil du den Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehst. Drittens einen ETF-Sparplan auf einen Welt-ETF einrichten und automatisch laufen lassen. Alles Weitere – Einzelaktien, Immobilien, Alternatives – kommt erst danach und ist optional. Wer diese drei Stufen hat, hat mehr getan als die meisten.

Wie viel Geld braucht man, um in der Schweiz anzufangen?

Für den ersten ETF-Kauf reichen bei Yuh CHF 10 im Monat, bei Swissquote CHF 3 pro Ausführung, weil beide Bruchteile von Anteilen kaufen. Der Betrag ist nicht das Problem, die Regelmässigkeit ist es. Wichtiger als die Höhe des ersten Kaufs ist, dass der Notgroschen vorher steht – sonst musst du im falschen Moment verkaufen.

Was ist die beste Geldanlage in der Schweiz?

Es gibt keine beste Geldanlage, es gibt nur eine, die zu deinem Horizont passt. Für Geld, das du innert zwei Jahren brauchst, ist das Sparkonto richtig, auch wenn es kaum Zins gibt. Für Geld, das zehn Jahre und länger liegen bleibt, ist ein breit gestreuter Aktien-ETF die Anlage mit der besten belegten Langfristbilanz: 4,6 % real pro Jahr über 126 Jahre. Dazwischen liegen Säule 3a, Obligationen und Mischlösungen.

Wie viel Rendite ist realistisch?

Für Schweizer Aktien zwischen 1900 und 2025 waren es 6,8 % pro Jahr nominal und 4,6 % real, also nach Teuerung. Frankenobligationen brachten 3,9 % nominal und 1,8 % real. Das sind Durchschnitte über 126 Jahre, keine Garantie für die nächsten zehn: In einzelnen Jahren verlierst du ein Drittel, und es kann ein Jahrzehnt dauern, bis das aufgeholt ist. Wer mit 4 bis 5 Prozent real rechnet, rechnet ehrlich.

Soll ich zuerst Schulden abzahlen oder anlegen?

Zuerst abzahlen, wenn der Zins deiner Schuld über der erwarteten Rendite liegt – bei Konsumkrediten, Kreditkartensaldi und Kontoüberzügen ist das praktisch immer der Fall. Eine Hypothek ist etwas anderes: Sie ist grundpfandgesichert, der Zins ist tief, und die Schuldzinsen sind steuerlich abziehbar. Meine Faustregel: Alles über etwa 5 Prozent Zins zuerst weg, dann anlegen.

Kann man in der Schweiz Geld ohne Risiko anlegen?

Ohne Kursrisiko ja, ohne Kaufkraftrisiko nein. Sparkonto und Kassenobligation schwanken nicht, und bis CHF 100’000 pro Kundin und Bank greift die Einlagensicherung. Nur liegt der SNB-Leitzins bei 0 %, die Teuerung historisch bei 2,1 % – wer alles sicher parkiert, verliert real langsam. Risikofrei heisst in der Schweiz darum nicht verlustfrei, sondern schwankungsfrei.

Säule 3a oder ETF-Sparplan – was kommt zuerst?

Die Säule 3a, sofern du in der Schweiz Erwerbseinkommen versteuerst. Der eingezahlte Betrag geht vom steuerbaren Einkommen ab, das ist eine sofortige, sichere Rendite in Höhe deines Grenzsteuersatzes – die kein ETF garantiert. Der Nachteil: Das Geld ist bis fünf Jahre vor dem AHV-Alter gebunden, mit wenigen Ausnahmen. Wer beides kann, macht beides; wer wählen muss, füllt zuerst die 3a bis CHF 7’258.

Wie viel Geld soll auf dem Sparkonto bleiben?

Der Notgroschen und das, was du in den nächsten zwei bis drei Jahren fest verplant hast – Steuern, ein Auto, eine Weiterbildung, der Eigenmittelanteil beim Hauskauf. Alles darüber hinaus arbeitet auf dem Sparkonto gegen dich, weil der Zins die Teuerung nicht deckt. Die Grenze ist kein Prozentsatz, sondern ein Kalender: Wann brauche ich diesen Franken?

Was kostet Geld anlegen in der Schweiz?

Drei Posten: Courtage beim Kauf, Depotgebühr pro Quartal und die laufende Fondsgebühr (TER) des ETF. Dazu kommt die Umsatzabgabe des Bundes von 0,075 % auf inländische und 0,15 % auf ausländische Titel. Bei einem Sparplan über wenige hundert Franken sind die fixen Kosten der grösste Hebel – deshalb lohnt sich der Vergleich der Broker mehr als die Suche nach dem perfekten ETF.

Muss ich Gewinne aus Aktien und ETF versteuern?

Kursgewinne im Privatvermögen sind in der Schweiz einkommenssteuerfrei, solange du als private Vermögensverwalterin giltst und nicht als gewerbsmässige Wertschriftenhändlerin. Dividenden und Zinsen dagegen sind steuerbares Einkommen; auf Schweizer Ausschüttungen zieht der Bund 35 % Verrechnungssteuer ab, die du mit der Steuererklärung zurückholst. Das Depot selbst zählt zum steuerbaren Vermögen.

Stand 18. September 2026. Diese Seite gilt für Personen mit Wohnsitz und Steuerpflicht in der Schweiz. Die Renditezahlen stammen aus der Pictet-Langfriststudie 1900–2025, die 3a-Beträge vom Bundesamt für Sozialversicherungen, der Leitzins von der SNB, die Steuersätze aus dem Stempelabgabengesetz und von der ESTV – jede mit Abrufdatum im Text verlinkt. Portale und fremde Blogs sind keine Quelle; meine eigenen Zahlen stammen aus den öffentlichen Depot-Updates dieser Website.

Keine Anlageempfehlung. Ich bin kein Anlageberater und kenne deine Situation nicht. Kurse schwanken, ein Totalverlust ist möglich, und was für mich funktioniert, muss für dich nicht passen. Prüfe jede Entscheidung selbst und ziehe im Zweifel eine Fachperson bei.

Links auf Swissquote, Yuh und frankly sind Affiliate-Links; sie ändern nichts an deinen Kosten.

Thomas B. Kovacs, der Sparkojote

Thomas B. Kovacs

Ich bin Thomas, der Sparkojote. Seit 2015 lege ich in der Schweiz Geld an und veröffentliche jeden Schritt: Depot, Dividenden, Säule 3a, Broker und Fehler. Diese Seite ist der Startpunkt, den ich mir damals gewünscht hätte.

Zuletzt porträtiert in der «Finanz und Wirtschaft» (Juni 2026) · Alle Presseberichte

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Für Stufe 3 brauchst du ein Depot. Das sind die zwei Schweizer Anbieter, die ich selbst nutze.

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