+94’000 CHF im April: So habe ich den Wahnsinns-Bullenmarkt und Zinseszins genutzt!

+94’000 CHF im April: So habe ich den Wahnsinns-Bullenmarkt und Zinseszins genutzt!

Um langfristig vom Zinseszins zu profitieren und ein Millionenportfolio aufzubauen, braucht es eine klare Kern-Satelliten-Strategie aus globalen ETFs, ausgewählten Einzelaktien und Cashflow-Generatoren. Ein Portfolio von über CHF 1.3 Millionen erzielt durch Marktdynamiken und disziplinierte Sparpläne mittlerweile monatliche Wertzuwächse, die weit über den eigenen Einzahlungen liegen. Dieser Artikel zeigt dir die genaue Allokation, die Performance-Treiber und wie du mit einem internen Zinsfuss von über 11.0% den Markt schlagen kannst.

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Der Bullenmarkt ist zurück: CHF 94’000 Gewinn in einem Monat

Die Börse spielt aktuell verrückt, und wir haben neue Allzeithochs erreicht. Alleine im April habe ich fast CHF 100’000 an der Börse verdient. Um genau zu sein, waren es satte 7.8% Rendite, was einem Delta von CHF 94’000 in nur einem einzigen Monat entspricht. Natürlich gehört zur Wahrheit dazu, dass ich in den vorherigen Monaten auch einiges an Buchwert verloren habe. Aber genau das zeigt, wie unfassbar schnell sich das Sentiment, also die Stimmung an den Finanzmärkten, drehen kann.

Die Psychologie des Marktes verstehen

Vor nur einem Monat befanden wir uns beim „Fear and Greed Index“ noch auf einem Wert von 13 – das bedeutet extreme Angst (Extreme Fear). Heute stehen wir bereits wieder bei 66, was Gier (Greed) signalisiert. Die Börse bewegt sich oft viel schneller, als wir als Privatanleger agieren können. Es passieren permanent unerwartete Dinge in der Weltwirtschaft, und das macht das Investieren so faszinierend und gleichzeitig herausfordernd. Wer hier emotional reagiert, verliert. Wer stur an seiner Strategie festhält, wird belohnt.

Der Zinseszins-Effekt in der Praxis: Über CHF 1.3 Millionen Portfolio-Wert

Wenn ich mir mein Gesamtportfolio anschaue, stehen wir aktuell bei über CHF 1’300’000. Betrachtet man den Chart der letzten sieben Jahre, wird deutlich: Wir sind wieder ganz nah am absoluten Allzeithoch angelangt. Ich befinde mich mit diesem Depot also buchstäblich im Hoch der Hochs.

Noch beeindruckender wird es, wenn wir den Horizont auf die letzten zwölf Jahre ausweiten. Das Delta, also der reine Gewinn durch Kurssteigerungen und Erträge, liegt mittlerweile bei über CHF 500’000. In harten Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Ich habe etwas weniger als CHF 800’000 aus eigener Tasche investiert und daraus über CHF 1’300’000 gemacht.

Der interne Zinsfuss als wichtigste Messgrösse

Das Resultat dieser zwölf Jahre ist ein interner Zinsfuss (Internal Rate of Return) von 11.3%. Das heisst, ich habe durchschnittlich über die gesamten letzten zwölf Jahre über 11.0% Rendite pro Jahr erzielt, und zwar geldgewichtet. Bei dieser Berechnungsmethode zählen Ein- und Auszahlungen sowie das Timing in die Renditebetrachtung mit hinein.

Wenn ich das langfristig hochrechne, ist das ein extrem mächtiger Faktor. Normalerweise rechnen wir in der Finanzwelt mit einer durchschnittlichen Marktrendite von etwa 8.0% pro Jahr. Diese 3.3% Überrendite pro Jahr machen über ein Jahrzehnt hinweg Hunderttausende von Franken aus.

Wenn das Kapital für dich arbeitet: Einzahlungen vs. Marktrendite

Irgendwann erreichst du beim Vermögensaufbau einen Punkt, an dem dein Geld härter arbeitet als du selbst. Ich merke langsam, aber sicher, dass mein Portfolio zu einem echten Selbstläufer wird. Meine monatlichen Einzahlungen machen prozentual kaum noch einen Unterschied zu dem, was an einem normalen Börsentag passiert.

Schauen wir uns die letzten zwölf Monate an: Wir hatten eine performanceneutrale Bewegung von CHF 96’000, aber ein Delta von CHF 225’000. Das bedeutet, das Portfolio ist in einem Jahr um über CHF 321’000 gewachsen. Mehr als zwei Drittel davon sind reine Kursgewinne, und weniger als ein Drittel sind meine eigenen Einzahlungen.

Extrapolieren wir das auf zwei Jahre, wird es noch extremer: CHF 200’000 wurden investiert, aber das Delta beträgt CHF 300’000. Selbst wenn ich keinen einzigen Rappen investiert hätte, wäre das Portfolio um CHF 200’000 gestiegen. Hier entfacht der Zinseszins seine wahre Macht.

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Strategie und Asset Allocation: Einzelaktien vs. Weltportfolio

Um diese Renditen zu erzielen, vergleiche ich meine Performance ständig mit meiner Benchmark. Meine persönliche Messlatte ist der Vanguard FTSE All-World ETF. Im laufenden Jahr habe ich tatsächlich eine Unterrendite erzielt. Der Vanguard ETF hat 4.5% gemacht, mein Gesamtportfolio lag leicht darunter.

Der Grund dafür liegt aber nicht in meiner Aktienauswahl, sondern an Kryptowährungen und anderen diversifizierten Investments. Meine reine Einzelaktienauswahl hätte in diesem Kontext 5.5% gemacht und den ETF somit geschlagen. Dasselbe Bild zeigte sich letztes Jahr: Mit meinen Einzelaktien hätte ich 15.1% erzielt gegenüber den 8.0% des Weltportfolios. Das Gesamtportfolio landete jedoch nur bei 8.4%.

Warum der Vanguard FTSE All-World das Fundament bleibt

Trotz meiner Erfolge mit Einzelaktien bilde ich mein finanzielles Fundament mit breit gestreuten ETFs. Der Vanguard FTSE All-World ist das absolute Kernstück. Mein Ziel ist es, bis Ende 2026 genau 2’000 Anteile dieses ETFs zu besitzen. Aktuell stehe ich bei knapp 1’800 Anteilen. Ich akkumuliere hier konstant weiter, egal wo der Markt steht. Diese Basis gibt mir die nötige Stabilität, um bei anderen Positionen mehr Risiko einzugehen.

Einzelaktien-Wetten: Das Beispiel Nintendo

Neben den breiten ETFs kaufe ich gezielt Aktien von Unternehmen, an deren langfristige Vision ich glaube. Kürzlich habe ich meine Position bei Nintendo praktisch verdoppelt. Ich bin dort jetzt mit einem Einstandswert von CHF 30’000 investiert.

Aktuell bin ich mit dieser Position im Minus, aber mittel- bis langfristig sehe ich hier enormes Potenzial. Für mich ist Nintendo das neue Walt Disney unserer Zeit. Wenn wir auf die nächsten 10, 15 oder 20 Jahre blicken, halte ich das intellektuelle Eigentum (IP) von Nintendo für absolut überlegen und massiv unterbewertet. Bei solchen Conviction-Trades halte ich auch Durststrecken problemlos aus.

Die Performance über die Jahre: Konstante Outperformance

Es ist extrem wichtig, nicht nur Momentaufnahmen zu betrachten, sondern die Historie. Wenn ich die Jahre seit 2019 analysiere, zeigt sich ein klares Bild:

  • In sechs von acht Jahren hat meine Einzelaktienauswahl den breiten Markt geschlagen.
  • In den zwei Jahren, in denen ich den Markt nicht geschlagen habe, war die Underperformance minimal (lediglich 0.4% und 1.6% weniger als der Markt).

Dieses asymmetrische Risiko-Rendite-Profil – hohe Outperformance in guten Jahren und nur marginale Underperformance in schlechten Jahren – macht auf lange Sicht den Unterschied. Genau das treibt meinen internen Zinsfuss auf über 11.0%.

Cashflow-Generierung: Covered Calls und Optionen

Neben reinem Kursgewinn setze ich verstärkt auf Cashflow. Hierfür nutze ich unter anderem den Global X Nasdaq 100 Covered Call ETF. Diese Position werde ich im laufenden Jahr voraussichtlich noch weiter ausbauen.

Wenn du dir die absolute Performance dieses ETFs anschaust, ist sie deutlich höher als die reine Kursperformance. Das liegt daran, dass diese Strategie darauf abzielt, durch das Verkaufen von Kaufoptionen (Covered Calls) auf den Nasdaq 100 regelmässige Prämien zu kassieren, die als Dividenden ausgeschüttet werden. Das bringt extrem wertvollen Cashflow ins Portfolio, der sofort wieder reinvestiert werden kann.

Broker-Setup und fortgeschrittene Strategien

Um solche Strategien sauber umzusetzen, brauchst du das richtige Werkzeug. Ich bin seit fast zehn Jahren mit meinem Hauptportfolio bei einem Schweizer Broker. Der Vorteil eines professionellen Setups ist, dass du mit wachsendem Portfolio neue Tools freischaltest.

Ich verkaufe mittlerweile selbst Optionen. Durch Cash Secured Puts und Covered Calls generiere ich zusätzlichen Cashflow. Vor allem bei grossen Positionen macht das Verkaufen von Optionen Spass, weil man wirklich signifikante Prämien einkassieren kann.

Zudem nutze ich kleine Hebel. Kürzlich habe ich einen Lombardkredit in Höhe von CHF 20’000 aufgenommen. Auf eine Portfoliogrösse von über CHF 1.3 Millionen sind das absolute Peanuts. Aber es gab ein Angebot für einen Nullzins-Lombardkredit für ein halbes Jahr. Das ist kostenloses Kapital, mit dem man arbeiten kann. Mittlerweile kostet der Kredit ein paar Prozentpunkte, was aber durch die Marktrendite locker gedeckt wird. Es geht hierbei weniger um das massive Hebeln, sondern vielmehr darum, die Mechanismen in der Praxis zu testen und zu beherrschen.

Währungseffekte: Die unterschätzte Macht des Schweizer Frankens

Ein Thema, das oft übersehen wird, ist die Währung. Der S&P 500 hat in USD betrachtet 4.83% gemacht, was solide, aber nicht überragend ist. Der Schweizer Aktienindex (SMI) ist praktisch break-even.

Wenn ich mir meine Vermögensaufstellung in US-Dollar anzeigen lasse, liegt mein interner Zinsfuss plötzlich bei massiven 15.0%. Warum ist das so? Das liegt an der enormen Stärke des Schweizer Frankens. Der Franken wertet gegenüber dem Dollar und dem Euro historisch betrachtet kontinuierlich auf.

Für mich ist die Rendite in US-Dollar aber irrelevant. Ich lebe in der Schweiz, ich bezahle meine Rechnungen in Schweizer Franken, also muss auch meine Rendite in CHF berechnet werden. Eine hohe Rendite in CHF zu erzielen, ist deutlich schwieriger, da Währungsverluste bei internationalen Investments (die meist in USD notieren) die Performance drücken. Dass ich trotz dieses harten Frankens über 11.0% p.a. erziele, spricht für die Robustheit der Strategie.

Digitale Assets: Der Weg zu zwei Bitcoin

Wie bereits erwähnt, haben Kryptowährungen das Gesamtportfolio in letzter Zeit etwas nach unten gezogen. Letztes Jahr lag der Krypto-Anteil bei -19.7%, dieses Jahr bisher bei -15.0%. Tut das im Gesamtportfolio weh? Ja, ein bisschen.

Dennoch weiche ich nicht von meiner Strategie ab. Ich nähere mich langsam, aber sicher dem Besitz von zwei ganzen Bitcoin. Krypto ist für mich ein unkorreliertes Asset, das in ein modernes, diversifiziertes Portfolio gehört. Die Volatilität ist der Preis, den man für die langfristigen Renditechancen zahlt.

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Fazit

Der Aufbau eines Millionenportfolios ist kein Sprint, sondern ein Marathon, bei dem der Zinseszins die schwerste Arbeit übernimmt. Wenn du diszipliniert Sparpläne ausführst, eine klare Core-Satellite-Strategie fährst und dich nicht von kurzfristigen Marktstimmungen leiten lässt, wird dein Kapital irgendwann schneller wachsen, als du neues Geld erarbeiten kannst. Die Kombination aus einem soliden Weltportfolio, überzeugenden Einzelaktien wie Nintendo und smarten Cashflow-Strategien über Optionen bietet eine optimale Balance aus Wachstum und Stabilität. Wichtig ist, dass du deine Performance immer in deiner Heimatwährung berechnest und Werkzeuge wie Lombardkredite nur mit äusserster Vorsicht und geringem Hebel einsetzt. Bleib stur investiert – der Markt belohnt Geduld.

Thomas der Sparkojote

 

One Response

  1. T
    Thomas v. F. sagt:

    Ich habe Dich soeben zum Ehrenbürger Zürichs vorgeschlagen. Du bist der allergeilste! Lass Dir da nix einreden. In der Zeit, in der ich diesen Schmarn hier schreibe, hast Du wieder 1000 Franken plus gemacht.

    Bleib am Ball, bleib am Ball!!

    Aber vorher gehst Du mal zum Friseur mein Junge.

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