Reichster Kanton der Schweiz: Löhne, Steuern und Vermögen aller 26 Kantone
Auf die Frage «reichster Kanton der Schweiz» gibt es drei richtige Antworten, und sie zeigen auf drei verschiedene Kantone: Beim Vermögen je Einwohner führt Nidwalden mit CHF 984’025, bei der Wirtschaftsleistung je Einwohner Basel-Stadt mit CHF 209’782, und beim Medianlohn Zürich mit CHF 7’502 brutto im Monat. Wer am meisten vom Lohn behält, wohnt in keinem dieser drei Kantone, sondern in Zug.
Unten stehen alle 26 Kantone mit fünf Zahlen nebeneinander: Medianlohn, Einkommenssteuer, Vermögen je Einwohner, Mietpreis und Wirtschaftsleistung. Du kannst die Tabelle nach jeder Spalte sortieren. Jede Zahl trägt Quelle und Erhebungsjahr – das ist wichtiger, als es klingt, weil die vier Zahlen aus vier verschiedenen Statistiken stammen und nicht dasselbe messen.
Stand: September 2026. Alle Zahlen stammen vom Bundesamt für Statistik und von der Eidgenössischen Steuerverwaltung; jede Spalte der Tabelle nennt Quelle und Erhebungsjahr. Die Steuerwerte sind mit dem amtlichen Steuerrechner der ESTV für das Steuerjahr 2026 gerechnet, die Löhne stammen aus der Lohnstrukturerhebung 2024, das Vermögen aus der Vermögenssteuerstatistik 2022.
Das Wichtigste in Kürze
- Vermögen: Nidwalden liegt mit CHF 984’025 je Einwohner vorn, gefolgt von Schwyz (CHF 919’509) und Zug (CHF 714’805). Schweizer Mittel: CHF 272’790.
- Wirtschaftsleistung: Basel-Stadt produziert CHF 209’782 je Einwohner – mehr als doppelt so viel wie der Schweizer Schnitt (CHF 90’131). Das liegt an der Pharma und an den Zehntausenden, die einpendeln, aber nicht dort wohnen.
- Lohn: Der Medianlohn ist im Kanton Zürich am höchsten (CHF 7’502 brutto im Monat), im Tessin am tiefsten (CHF 5’708). Schweizer Median: CHF 7’024.
- Steuern: Bei CHF 100’000 steuerbarem Einkommen zahlst du im Hauptort von Zug CHF 10’009 und in Basel-Stadt CHF 23’684 – CHF 13’675 Unterschied pro Jahr, für dasselbe Einkommen.
- Miete: Am teuersten wohnt man in Zug (CHF 2’024 netto im Monat), am günstigsten in Jura (CHF 999).
- Der Haken: Der tiefste Steuerfuss und die höchste Miete sitzen im selben Kanton. Wer nur die Steuertabelle anschaut, rechnet die Hälfte der Rechnung nicht.
Alle 26 Kantone im Vergleich: Lohn, Steuern, Vermögen, Miete, Wirtschaftsleistung
Die Tabelle ist nach Vermögen je Einwohner vorsortiert. Klick auf einen Spaltenkopf, um nach dieser Zahl zu sortieren; ein zweiter Klick dreht die Richtung. Über dem Suchfeld findest du deinen Kanton direkt. Die Fussnoten unter der Tabelle nennen für jede Spalte Amt, Statistik und Erhebungsjahr.
| Kanton | MedianlohnBFS 2024, CHF/Mt. | SteuernESTV 2026, CHF/Jahr | Vermögen je KopfESTV 2022, CHF | MieteBFS 2024, CHF/Mt. | BIP je KopfBFS 2022, CHF |
|---|---|---|---|---|---|
| NidwaldenNW · Rang | 7’092 | 14’875 | 984’025 | 1’590 | 74’952 |
| SchwyzSZ · Rang | 7’092 | 11’954 | 919’509 | 1’719 | 70’739 |
| ZugZG · Rang | 7’092 | 10’009 | 714’805 | 2’024 | 192’958 |
| Appenzell InnerrhodenAI · Rang | 6’623 | 13’780 | 484’981 | 1’448 | 75’526 |
| ObwaldenOW · Rang | 7’092 | 15’482 | 473’738 | 1’449 | 74’902 |
| GraubündenGR · Rang | 6’623 | 17’052 | 424’721 | 1’368 | 82’817 |
| GenfGE · Rang | 6’998 | 20’651 | 379’903 | 1’573 | 119’644 |
| Basel-StadtBS · Rang | 7’156 | 23’684 | 354’491 | 1’451 | 209’782 |
| Appenzell AusserrhodenAR · Rang | 6’623 | 18’536 | 334’114 | 1’320 | 67’341 |
| ZürichZH · Rang | 7’502 | 15’912 | 318’786 | 1’768 | 104’620 |
| LuzernLU · Rang | 7’092 | 14’794 | 268’152 | 1’500 | 75’544 |
| St. GallenSG · Rang | 6’623 | 19’752 | 263’364 | 1’343 | 85’320 |
| TessinTI · Rang | 5’708 | 19’671 | 248’811 | 1’245 | 102’190 |
| ThurgauTG · Rang | 6’623 | 17’124 | 248’014 | 1’373 | 70’504 |
| UriUR · Rang | 7’092 | 16’599 | 233’092 | 1’219 | 58’392 |
| BernBE · Rang | 6’964 | 22’957 | 222’770 | 1’319 | 85’151 |
| GlarusGL · Rang | 6’623 | 17’057 | 216’637 | 1’299 | 75’430 |
| WaadtVD · Rang | 6’998 | 22’272 | 208’664 | 1’465 | 78’021 |
| AargauAG · Rang | 7’156 | 16’490 | 200’133 | 1’494 | 67’224 |
| SchaffhausenSH · Rang | 6’623 | 15’456 | 195’032 | 1’287 | 100’959 |
| WallisVS · Rang | 6’998 | 19’513 | 190’164 | 1’227 | 61’387 |
| Basel-LandschaftBL · Rang | 7’156 | 21’195 | 172’278 | 1’528 | 77’693 |
| NeuenburgNE · Rang | 6’964 | 23’239 | 121’391 | 1’091 | 106’165 |
| SolothurnSO · Rang | 6’964 | 20’691 | 117’857 | 1’281 | 73’803 |
| JuraJU · Rang | 6’964 | 21’335 | 115’487 | 999 | 78’546 |
| FreiburgFR · Rang | 6’964 | 21’676 | 112’164 | 1’328 | 64’502 |
| SchweizMittelwert bzw. Gesamtwert | 7’024 | 18’144 | 272’790 | 1’485 | 90’131 |
Grün ist der beste Wert der Spalte, rot der schlechteste. Ein Klick auf einen Spaltenkopf sortiert, ein zweiter dreht die Richtung. Auf dem Handy wird jede Zeile zur Karte.
Medianlohn: BFS, Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2024, monatlicher Bruttolohn nach Grossregion (Zentralwert, standardisiert auf 100 %) (Quelle, abgerufen am 18.09.2026). Die LSE wird öffentlich nur nach den sieben Grossregionen ausgewiesen, nicht nach Kanton. Jeder Kanton trägt darum den Median seiner Grossregion; die Grossregion «Zürich» besteht allein aus dem Kanton Zürich.
Steuern: ESTV, Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Einkommenssteuer am Kantonshauptort, Steuerjahr 2026 (Quelle, abgerufen am 18.09.2026). Fall: ledig, ohne Kinder, ohne Konfession, steuerbares Einkommen CHF 100’000 für Kanton und Bund, Vermögen 0. Summe aus Kantons-, Gemeinde- und Bundessteuer plus Personalsteuer, am Hauptort des Kantons.
Vermögen je Kopf: ESTV, Gesamtschweizerische Vermögenssteuerstatistik der natürlichen Personen, Steuerjahr 2022, Tabelle 1.1 (Quelle, abgerufen am 18.09.2026). Steuerlich erfasstes Reinvermögen, ohne Pensionskasse und ohne Säule 3a. Durchschnitt, nicht Median.
Miete: BFS, Durchschnittlicher Mietpreis in Franken nach Zimmerzahl und Kanton, Strukturerhebung 2024 (Quelle, abgerufen am 18.09.2026). Monatlicher Netto-Mietzins ohne Neben- und Heizkosten, Mieter- und Genossenschafterwohnungen.
BIP je Kopf: BFS, Kantonales Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Einwohner, 2008–2022 (Quelle, abgerufen am 18.09.2026). Wert 2022, provisorisch (p), zu laufenden Preisen.
Vermögen je Einwohner: Das steuerlich erfasste Reinvermögen des Kantons, geteilt durch die ständige Wohnbevölkerung desselben Jahres (BFS, STATPOP 2022). Die Division ist meine eigene, beide Zahlen sind amtlich.
Welcher ist der reichste Kanton der Schweiz?
«Reich» ist keine Kennzahl, sondern eine Frage danach, was man messen will. Drei Statistiken geben drei verschiedene Antworten, und alle drei sind richtig.
Nach Vermögen: Nidwalden
Die Eidgenössische Steuerverwaltung erfasst für das Steuerjahr 2022 das steuerbare Reinvermögen aller natürlichen Personen. Teilt man es durch die Wohnbevölkerung desselben Jahres, kommt Nidwalden auf CHF 984’025 je Einwohner, Schwyz auf CHF 919’509 und Zug auf CHF 714’805. Am unteren Ende stehen Freiburg (CHF 112’164) und Jura (CHF 115’487). Der Schweizer Schnitt liegt bei CHF 272’790.
Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Zahl, sonst liest man sie falsch. Erstens ist sie ein Durchschnitt und kein Median: Ein einziger Milliardär hebt einen kleinen Kanton spürbar an, und genau das passiert in Nidwalden und Schwyz. Zweitens fehlt das Pensionskassen-Guthaben, weil es bis zum Bezug nicht vermögenssteuerpflichtig ist – das grösste Vermögen der meisten Haushalte taucht in dieser Statistik gar nicht auf. Wie viel die Medianperson wirklich hat und wie schief die Verteilung ist, steht in meiner Auswertung Vermögen nach Alter in der Schweiz.
Nach Wirtschaftsleistung: Basel-Stadt
Das Bundesamt für Statistik rechnet das Bruttoinlandprodukt je Kanton. Pro Einwohner führt Basel-Stadt mit CHF 209’782 vor Zug (CHF 192’958) und Genf (CHF 119’644); der Schweizer Wert liegt bei CHF 90’131, Uri bildet mit CHF 58’392 das Schlusslicht. Diese Kennzahl misst aber nicht, was die Bevölkerung besitzt, sondern was auf dem Kantonsgebiet produziert wird. Basel-Stadt ist klein, hat die Pharma und Zehntausende Zupendler, die zur Produktion zählen, aber nicht zur Bevölkerung. Als Mass für den Reichtum der Einwohner taugt das BIP je Kopf deshalb nur bedingt.
Nach Lohn: Zürich
Die Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik misst den Bruttolohn der Angestellten. 2024 lag der Median in der Grossregion Zürich – die nur aus dem Kanton Zürich besteht – bei CHF 7’502 im Monat, gegenüber CHF 7’024 in der ganzen Schweiz und CHF 5’708 im Tessin. Die Löhne werden öffentlich nur nach den sieben Grossregionen ausgewiesen, nicht nach Kanton; in der Tabelle trägt deshalb jeder Kanton den Median seiner Grossregion. Bei Zürich und beim Tessin ist das derselbe Kanton, bei Uri oder Obwalden ist es die ganze Zentralschweiz.
Wie hoch ist das Durchschnittsgehalt in Zürich?
Der Medianlohn im Kanton Zürich liegt bei CHF 7’502 brutto im Monat für eine Vollzeitstelle (BFS, Lohnstrukturerhebung 2024). Auf zwölf Monate sind das CHF 90’024, und mit einem 13. Monatslohn entsprechend mehr. Ein Viertel der Zürcher Angestellten verdient weniger als CHF 5’714, ein Viertel mehr als CHF 10’241.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Median und Durchschnitt. Das BFS weist den Zentralwert aus: die Mitte, bei der genau die Hälfte mehr und die Hälfte weniger verdient. Der arithmetische Durchschnitt liegt darüber, weil sehr hohe Löhne ihn nach oben ziehen. Wer wissen will, wo er wirklich steht, vergleicht sich mit dem Median – nicht mit dem Durchschnitt.
Zug gegen Zürich: wo bleibt am Ende mehr übrig?
Das war die ursprüngliche Frage dieses Beitrags, und sie lässt sich mit den Zahlen von oben genau beantworten. Bei CHF 100’000 steuerbarem Einkommen zahlst du in der Stadt Zug CHF 10’009 Einkommenssteuer und in der Stadt Zürich CHF 15’912 – Kanton, Gemeinde und Bund zusammen, Steuerjahr 2026. Das sind CHF 5’903 Unterschied pro Jahr.
Nur ist Zug auch der Kanton mit der teuersten Miete der Schweiz. Eine durchschnittliche Mietwohnung kostet dort CHF 2’024 netto im Monat, im Kanton Zürich CHF 1’768 – also CHF 3’072 mehr pro Jahr. Von der Steuerersparnis bleiben damit rund CHF 2’831 im Jahr übrig, und das nur, wenn du den gleichen Lohn bekommst. Der Medianlohn ist in Zürich mit CHF 7’502 höher als in der Zentralschweiz mit CHF 7’092.
| Zug gegen Zürich | Zug | Zürich | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Einkommenssteuer im Hauptort, CHF 100’000 steuerbar (ESTV 2026) | CHF 10’009 | CHF 15’912 | CHF 5’903 günstiger in Zug |
| Mietpreis, Durchschnitt aller Mietwohnungen (BFS 2024) | CHF 2’024 pro Monat | CHF 1’768 pro Monat | CHF 3’072 teurer in Zug, pro Jahr |
| Medianlohn der Grossregion (BFS 2024) | CHF 7’092 pro Monat | CHF 7’502 pro Monat | CHF 410 mehr in Zürich, pro Monat |
| Vermögen je Einwohner (ESTV 2022) | CHF 714’805 | CHF 318’786 | Rang 3 gegen Rang 10 |
| BIP je Einwohner (BFS 2022) | CHF 192’958 | CHF 104’620 | Rang 2 gegen Rang 5 |
Die ehrliche Antwort lautet also: Zug gewinnt bei den Steuern, Zürich beim Lohn, und die Miete frisst einen guten Teil des Steuervorteils wieder auf. Wer wegen der Steuern umzieht, sollte die Rechnung mit seinen eigenen Zahlen machen – mit dem Steuerrechner der ESTV für das eigene steuerbare Einkommen und mit dem echten Mietinserat, nicht mit dem kantonalen Mittelwert.
Wo sind die Steuern am tiefsten?
Die Reihenfolge ist seit Jahren stabil: Zug, Schwyz und die beiden Appenzell vorn, die Westschweiz und Basel-Stadt hinten. Für den Fall «ledig, keine Kinder, CHF 100’000 steuerbares Einkommen, Hauptort des Kantons» sieht das Steuerjahr 2026 so aus:
| Rang | Kanton (Hauptort) | Steuern total | Anteil am steuerbaren Einkommen |
|---|---|---|---|
| 1 | Zug (Zug) | CHF 10’009 | 10,0 % |
| 2 | Schwyz (Schwyz) | CHF 11’954 | 12,0 % |
| 3 | Appenzell Innerrhoden (Appenzell) | CHF 13’780 | 13,8 % |
| 4 | Luzern (Luzern) | CHF 14’794 | 14,8 % |
| 5 | Nidwalden (Stans) | CHF 14’875 | 14,9 % |
| … | … | … | … |
| 22 | Freiburg (Fribourg) | CHF 21’676 | 21,7 % |
| 23 | Waadt (Lausanne) | CHF 22’272 | 22,3 % |
| 24 | Bern (Bern) | CHF 22’957 | 23,0 % |
| 25 | Neuenburg (Neuchâtel) | CHF 23’239 | 23,2 % |
| 26 | Basel-Stadt (Basel) | CHF 23’684 | 23,7 % |
Drei Dinge werden dabei gern übersehen. Der Bund kassiert überall gleich viel – in diesem Fall CHF 2’684, das ist derselbe Betrag in allen 26 Kantonen. Die Gemeinde macht innerhalb eines Kantons einen grösseren Unterschied als viele denken; die Zahlen hier gelten für den Hauptort, nicht für den günstigsten Ort des Kantons. Und die Vermögenssteuer ist hier nicht enthalten: Wer ein grosses Depot hat, rechnet sie zusätzlich, und dort verschiebt sich die Reihenfolge nochmals.
Wo ist Wohnen am teuersten?
Das BFS erhebt in der Strukturerhebung den Netto-Mietzins ohne Neben- und Heizkosten. 2024 lag er im Schweizer Mittel bei CHF 1’485 im Monat über alle Wohnungsgrössen und bei CHF 1’708 für eine 4-Zimmer-Wohnung. Am teuersten ist Zug (CHF 2’024), dann Zürich (CHF 1’768) und Schwyz (CHF 1’719); am günstigsten Jura (CHF 999) und Neuenburg (CHF 1’091).
Die Reihenfolge ist fast das Spiegelbild der Steuertabelle. Die drei Kantone mit den tiefsten Steuern gehören zu den teuersten Wohnorten, die günstigsten Mieten stehen dort, wo die Steuern hoch sind. Das ist kein Zufall: Ein tiefer Steuerfuss macht einen Kanton attraktiv, die Nachfrage steigt, und der Vorteil landet über kurz oder lang im Mietzins.
Warum die fünf Zahlen nicht dasselbe messen
Diese Tabelle stellt fünf Statistiken nebeneinander, die aus verschiedenen Erhebungen, verschiedenen Jahren und verschiedenen Grundgesamtheiten stammen. Damit du sie richtig liest:
- Der Lohn ist ein Median, das Vermögen ein Durchschnitt. Beim Lohn verdient die Hälfte mehr und die Hälfte weniger. Beim Vermögen ist es die Summe geteilt durch die Köpfe – eine Zahl, die kaum jemand tatsächlich besitzt.
- Die Löhne gibt es nur nach Grossregion. Das BFS veröffentlicht die Lohnstrukturerhebung nicht nach Kanton. Jeder Kanton trägt darum den Wert seiner Grossregion; bei Zürich und beim Tessin ist das exakt der Kanton, bei den übrigen eine Gruppe von Kantonen.
- Die Steuerzahl ist ein Fall, kein Durchschnitt. Ledig, ohne Kinder, ohne Konfession, CHF 100’000 steuerbares Einkommen, Hauptort. Mit Kindern, verheiratet oder bei einem anderen Einkommen verschiebt sich die Reihenfolge.
- Im Vermögen fehlt die zweite Säule. Pensionskassengeld ist bis zum Bezug nicht vermögenssteuerpflichtig und taucht in der ESTV-Statistik nicht auf. Für die meisten Haushalte ist das der grösste Posten überhaupt.
- Die Jahre sind nicht identisch. Steuern 2026, Löhne und Mieten 2024, Vermögen und BIP 2022. Amtliche Statistiken erscheinen mit Verzug; ich nehme jeweils den neuesten veröffentlichten Stand und schreibe das Jahr dazu.
Mein Blick darauf
Ich halte die Kantonsfrage für überschätzt. Der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Kanton beträgt in diesem Rechenfall CHF 13’675 im Jahr – das ist viel Geld, aber es ist ein einmaliger Effekt, der sich nicht wiederholt. Deine Sparquote und deine Rendite wiederholen sich jedes Jahr, und sie stehen dir überall in der Schweiz offen.
Konkret: Wer 20 Prozent statt 10 Prozent seines Einkommens spart, verschiebt mehr als jeder Kantonswechsel. Und wer das Gesparte investiert statt auf dem Sparkonto liegen zu lassen, verschiebt nochmals mehr – rechne das mit dem Zinseszinsrechner für deine Zahlen nach. Was die Steuern angeht, bringt die Säule 3a fast jedem mehr als der Umzug: Sie senkt das steuerbare Einkommen in jedem Kanton, jedes Jahr, ohne Zügelwagen (3a-Rechner).
Der Kanton ist aus meiner Sicht ein Argument, wenn du ohnehin umziehst und zwischen zwei Orten wählst. Er ist kein Argument, um Job, Familie und Freundeskreis umzustellen. Und wer die Zahlen über die Zeit anschaut, sollte die Teuerung mitrechnen – ein Lohn von heute ist nicht der Lohn von vor zehn Jahren (Teuerung Schweiz mit Kaufkraft-Rechner).
Weiterlesen
- Wie viel Geld sollte man mit 30, 40, 50 oder 60 gespart haben? – Median-Vermögen nach Alter statt nach Kanton, mit Rechner.
- Teuerung Schweiz – wie viel Kaufkraft ein Franken seit einem beliebigen Jahr verloren hat, mit LIK-Tabelle und Rechner.
- AHV-Rechner – was die erste Säule bei deinem Einkommen bringt; die AHV kennt keine Kantonsgrenze.
- Broker-Vergleich Schweiz – wo du dein Depot führst, kostet dich jedes Jahr Geld, unabhängig vom Wohnort.
Häufige Fragen zu Löhnen, Steuern und Vermögen in den Kantonen
Welcher Kanton ist der reichste der Schweiz?
Das hängt von der Kennzahl ab. Nach Vermögen je Einwohner ist es Nidwalden mit CHF 984’025 (ESTV, Steuerjahr 2022), nach Wirtschaftsleistung je Einwohner Basel-Stadt mit CHF 209’782 (BFS, 2022) und nach Medianlohn Zürich mit CHF 7’502 brutto im Monat (BFS, Lohnstrukturerhebung 2024).
Wie hoch ist der Durchschnittslohn in Zürich?
Das BFS weist für den Kanton Zürich 2024 einen Medianlohn von CHF 7’502 brutto im Monat aus, hochgerechnet CHF 90’024 im Jahr bei zwölf Monatslöhnen. Ein Viertel verdient weniger als CHF 5’714, ein Viertel mehr als CHF 10’241. Der Median ist die Mitte, nicht der arithmetische Durchschnitt – dieser liegt höher, weil ihn Spitzenlöhne nach oben ziehen.
Wie hoch ist der Medianlohn in der Schweiz?
CHF 7’024 brutto im Monat für eine Vollzeitstelle, über die ganze Wirtschaft gerechnet (BFS, Lohnstrukturerhebung 2024). Auf zwölf Monate sind das CHF 84’288.
In welchem Kanton zahlt man am wenigsten Steuern?
Bei CHF 100’000 steuerbarem Einkommen, ledig und ohne Konfession, zahlst du im Hauptort von Zug CHF 10’009 und damit am wenigsten, gefolgt von Schwyz (CHF 11’954) und Appenzell Innerrhoden (CHF 13’780). Am meisten zahlst du in Basel-Stadt (CHF 23’684). Gerechnet mit dem Steuerrechner der ESTV für das Steuerjahr 2026; mit Kindern, verheiratet oder bei anderem Einkommen ändert sich die Reihenfolge.
Lohnt sich ein Umzug nach Zug wegen der Steuern?
Gerechnet an diesem Fall: In Zug zahlst du CHF 5’903 weniger Steuern pro Jahr als in Zürich, gibst aber rund CHF 3’072 mehr für die Miete aus – es bleiben etwa CHF 2’831 übrig. Dazu kommt, dass der Medianlohn im Kanton Zürich höher liegt. Rechne es mit deinem eigenen steuerbaren Einkommen und einem echten Mietinserat nach, bevor du zügelst.
Warum ist Basel-Stadt beim BIP je Einwohner so weit vorn?
Das BIP misst, was auf dem Kantonsgebiet produziert wird, nicht was die Einwohner besitzen. Basel-Stadt ist flächenmässig winzig, beherbergt die Pharmaindustrie und zieht sehr viele Pendlerinnen und Pendler an, die zur Produktion beitragen, aber anderswo wohnen. Deshalb steht der Kanton mit CHF 209’782 je Einwohner vorn und gleichzeitig bei der Einkommenssteuer mit CHF 23’684 am Ende der Rangliste.
Ist das Vermögen in der Statistik das ganze Vermögen?
Nein. Die Vermögenssteuerstatistik der ESTV erfasst nur das steuerbare Reinvermögen: Konten, Wertschriften, Liegenschaften zum Steuerwert, minus Schulden. Pensionskassen-Guthaben und Säule-3a-Gelder sind bis zum Bezug nicht vermögenssteuerpflichtig und fehlen darum vollständig. Für viele Haushalte ist das der grösste Posten.
Wo finde ich den Lohn für meinen Kanton statt für meine Grossregion?
Öffentlich gibt es ihn nicht: Das BFS veröffentlicht die Lohnstrukturerhebung nach den sieben Grossregionen, nicht nach den 26 Kantonen. Für Zürich und das Tessin fällt beides zusammen, weil diese Grossregionen aus genau einem Kanton bestehen. Für einen konkreten Beruf und Ort hilft der Lohnrechner Salarium des BFS weiter, der aus denselben Daten rechnet.
Wie aktuell sind diese Zahlen?
Die Steuern sind für das Steuerjahr 2026 gerechnet, Löhne und Mieten stammen aus 2024, Vermögen und BIP aus 2022. Das sind jeweils die neuesten veröffentlichten Stände (abgerufen am 18. September 2026). Die Lohnstrukturerhebung erscheint alle zwei Jahre, die Vermögensstatistik jährlich im Spätherbst mit rund drei Jahren Verzug.


















