AHV-Freibetrag 2026: 16’800 Franken für Erwerbstätige im Rentenalter

AHV-Freibetrag 2026: 16’800 Franken für Erwerbstätige im Rentenalter

AHV Freibetrag: Wie hoch ist der AHV Freibetrag für Rentner

Wer nach dem Referenzalter weiterarbeitet, bleibt AHV-pflichtig — bekommt aber einen Freibetrag von CHF 16’800 im Jahr. Beiträge fallen nur auf dem Teil des Erwerbseinkommens an, der darüber liegt.

Und weil in vielen Ratgebern das Gegenteil steht, gleich zu Beginn die Klarstellung: Der AHV-Freibetrag ist kein Steuerabzug und wird nicht von der Rente abgezogen. Er ist ein Freibetrag bei den Sozialversicherungsbeiträgen, mehr nicht.

Stand: Oktober 2026. Die Renten in diesem Beitrag sind die Werte ab dem 1. Januar 2027, die der Bundesrat am 2. Oktober 2026 beschlossen hat (plus rund 1,59 Prozent). Bis Ende 2026 gelten noch CHF 1’260 Minimalrente, CHF 2’520 Maximalrente und CHF 3’780 für Ehepaare. Der Mindestbeitrag steigt 2027 von CHF 530 auf CHF 541 im Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Freibetrag CHF 16’800 im Jahr, also CHF 1’400 im Monat.
  • Er gilt pro Arbeitsverhältnis — wer für zwei Arbeitgeber arbeitet, hat ihn zweimal.
  • Wer sowohl angestellt als auch selbstständig ist, hat für jede Tätigkeit Anspruch darauf.
  • Du kannst freiwillig darauf verzichten, um deine Rente noch zu erhöhen.
  • Auf die ALV zahlst du nach dem Referenzalter gar nichts mehr.

Ob sich der Verzicht auf den Freibetrag lohnt, hängt daran, ob deine Beitragsdauer vollständig ist. Das siehst du am schnellsten, wenn du deine Beitragsjahre im Rechner einträgst. Zum AHV-Rechner.

Was der AHV-Freibetrag wirklich ist

Personen, die das Referenzalter erreicht haben und weiter erwerbstätig sind, zahlen weiterhin Beiträge an AHV, IV und EO — nicht aber an die Arbeitslosenversicherung. Als Ausgleich dafür, dass sie aus diesen Beiträgen in der Regel keine zusätzliche Leistung mehr erhalten, gibt es den Freibetrag.

Er wirkt so: Vom Erwerbseinkommen werden CHF 16’800 pro Jahr abgezogen, und nur der Rest ist beitragspflichtig. Wer CHF 30’000 dazuverdient, zahlt also auf CHF 13’200. Bei einem Beitragssatz von 5,3 Prozent für Arbeitnehmende sind das rund CHF 700 statt CHF 1’590.

Was der Freibetrag nicht ist:

  • kein Steuerfreibetrag — die Einkommenssteuer ist davon völlig unberührt
  • kein Abzug von der AHV-Rente — deine Rente wird durch einen Zuverdienst nicht gekürzt
  • keine Verdienstobergrenze — du darfst so viel verdienen, wie du willst

Deine AHV-Rente wird durch einen Zuverdienst nicht gekürzt. Das ist ein hartnäckiges Missverständnis, das sich aus anderen Ländern in die Schweizer Debatte verirrt hat. Hier gilt: Rente ist Rente, Erwerbseinkommen ist Erwerbseinkommen.

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Wie hoch ist der AHV-Freibetrag 2026?

GrösseBetrag
Freibetrag pro JahrCHF 16’800
Freibetrag pro MonatCHF 1’400
Beitragssatz Arbeitnehmende auf dem Teil darüber5,3 Prozent (Arbeitgeber zahlt dieselbe Hälfte)
Beitragssatz Selbstständige auf dem Teil darüberbis 10,0 Prozent, nach der sinkenden Skala
Beitrag an die Arbeitslosenversicherungentfällt ab dem Referenzalter
Quelle: Merkblatt 2.01, Ziffern 14 und 15, Stand 1.1.2026.

Der Freibetrag gilt pro Arbeitsverhältnis. Wer gleichzeitig für zwei Arbeitgeber arbeitet, bekommt ihn zweimal — und kann für jedes Arbeitsverhältnis einzeln entscheiden, ob er angewendet werden soll. Wer sowohl angestellt als auch selbstständig ist, hat für jede der beiden Tätigkeiten Anspruch.

Er wird nicht für Ehepaare verdoppelt. Der Freibetrag hängt an der erwerbstätigen Person und am Arbeitsverhältnis, nicht am Haushalt. Wenn beide Ehepartner nach dem Referenzalter arbeiten, hat jeder seinen eigenen — das ist etwas anderes als eine Verdoppelung.

Im Jahr, in dem du das Referenzalter erreichst, gilt der Freibetrag nur anteilsmässig, und zwar auf dem Lohnanteil ab dem Monat nach dem Referenzalter.

Freiwillig auf den Freibetrag verzichten

Das ist der Teil, den fast niemand kennt — und der bares Geld wert sein kann. Arbeitnehmende können auf die Anwendung des Freibetrags verzichten und stattdessen auf ihrem gesamten Einkommen Beiträge zahlen. Warum sollte man das tun?

Weil sich damit unter Umständen die Rente noch erhöhen lässt, auf zwei Wegen:

  1. Beitragslücken füllen. Wer keine 44 Beitragsjahre hat, kann mit Beiträgen nach dem Referenzalter die Rentenskala verbessern — jedes zusätzliche Jahr bringt rund ein Vierundvierzigstel.
  2. Das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen anheben. Wer unter der Grenze von CHF 92’160 liegt, kann den Durchschnitt mit weiteren Beitragsjahren nach oben ziehen.

Wichtig: Die Rente wird nach dem Referenzalter nicht automatisch neu berechnet. Es braucht einen Antrag auf Neuberechnung. Wer die volle Beitragsdauer und bereits die Maximalrente hat, bringt der Verzicht dagegen nichts — dann zahlt man nur mehr ein, ohne je etwas dafür zu bekommen.

So verzichtest du

Du musst es deinem Arbeitgeber rechtzeitig mitteilen, und zwar spätestens:

  • bei der Auszahlung des ersten Lohns nach Erreichen des Rentenalters, oder
  • für Folgejahre jeweils bei der Auszahlung des ersten Lohns jedes Kalenderjahres.

Wenn du eine Lohnzahlung akzeptierst, die bereits um den Freibetrag gekürzt ist, stimmst du der Anwendung damit zu. Der Entscheid gilt für das ganze Kalenderjahr und pro Arbeitgeber und wird automatisch ins nächste Jahr übernommen, wenn du nichts Neues meldest.

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Selbstständigerwerbende im Rentenalter

Auch Selbstständige bleiben nach dem Referenzalter beitragspflichtig und bekommen denselben Freibetrag von CHF 16’800 pro Jahr auf ihrem Erwerbseinkommen.

Die Beitragssätze sind andere als bei Angestellten. Selbstständige zahlen den vollen Satz allein: AHV 8,1 Prozent, IV 1,4 Prozent und EO 0,5 Prozent, zusammen 10,0 Prozent. Für Jahreseinkommen unter CHF 60’500 gilt die sinkende Beitragsskala mit Sätzen ab 5,371 Prozent; der Mindestbeitrag beträgt CHF 530 im Jahr bei einem Einkommen unter CHF 10’100.

Jahreseinkommen aus selbstständiger TätigkeitAHV/IV/EO-Satz
unter CHF 10’100Mindestbeitrag CHF 530
CHF 10’100 bis 17’6005,371 Prozent
CHF 23’000 bis 25’5005,617 Prozent
CHF 35’500 bis 38’0006,481 Prozent
CHF 48’000 bis 50’5007,840 Prozent
CHF 58’000 bis 60’5009,321 Prozent
ab CHF 60’50010,0 Prozent
Auszug aus der sinkenden Beitragsskala, Merkblatt 2.02, Ziffer 6, Stand 1.1.2026.

Der Satzunterschied zu Angestellten ist scheinbar gross, tatsächlich aber klein: Angestellte zahlen zwar nur 5,3 Prozent selbst, aber der Arbeitgeber legt dieselbe Hälfte drauf. Unter dem Strich fliessen bei Angestellten 10,6 Prozent in die AHV, bei Selbstständigen 10,0 Prozent — nur sichtbarer.

Ein Rechenbeispiel

Eine 66-jährige Person arbeitet weiter im Teilzeitpensum und verdient CHF 36’000 im Jahr.

  • Mit Freibetrag: beitragspflichtig sind CHF 36’000 minus CHF 16’800 = CHF 19’200. Ihr Anteil bei 5,3 Prozent: rund CHF 1’018 im Jahr.
  • Ohne Freibetrag: beitragspflichtig sind CHF 36’000. Ihr Anteil: rund CHF 1’908, also CHF 890 mehr.

Hat sie die volle Beitragsdauer und bereits die Maximalrente, sind diese CHF 890 verloren. Fehlen ihr dagegen Beitragsjahre, kann ein einziges zusätzliches Jahr rund CHF 57 mehr Monatsrente bringen — also gut CHF 740 pro Jahr inklusive 13. Rente, und zwar lebenslang. Dann ist der Verzicht nach gut einem Jahr amortisiert.

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Mein Blick darauf

Der Freibetrag ist die richtige Voreinstellung für alle, die mit voller Beitragsdauer ins Rentenalter gehen und ohnehin die Maximalrente bekommen. Für sie ist jeder zusätzliche AHV-Franken eine reine Solidaritätszahlung.

Für alle anderen lohnt sich die Gegenrechnung. Sie braucht genau eine Information: die Zahl der Beitragsjahre, und die steht im Auszug aus dem individuellen Konto. Wer Lücken hat und nach 65 weiterarbeitet, hat hier die letzte Gelegenheit, sie zu schliessen — die einzige, die nicht an der fünfjährigen Verjährungsfrist scheitert.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der AHV-Freibetrag 2026?

CHF 16’800 pro Jahr, also CHF 1’400 pro Monat. AHV-, IV- und EO-Beiträge werden nur auf dem Teil des Erwerbseinkommens erhoben, der darüber liegt.

Wird meine AHV-Rente gekürzt, wenn ich nebenbei arbeite?

Nein. Die AHV-Rente wird durch Erwerbseinkommen nicht gekürzt. Der Freibetrag betrifft ausschliesslich die Beiträge, die du auf deinem Zuverdienst zahlst.

Gilt der Freibetrag pro Person oder pro Arbeitsverhältnis?

Pro Arbeitsverhältnis. Wer für zwei Arbeitgeber arbeitet, hat den Freibetrag zweimal. Wer angestellt und selbstständig ist, hat ihn für jede der beiden Tätigkeiten. Für Ehepaare wird er nicht verdoppelt — jede erwerbstätige Person hat ihren eigenen.

Kann ich auf den AHV-Freibetrag verzichten?

Ja. Du musst es deinem Arbeitgeber spätestens bei der Auszahlung des ersten Lohns nach Erreichen des Rentenalters mitteilen, für Folgejahre jeweils beim ersten Lohn des Jahres. Der Verzicht kann die Rente erhöhen, wenn du Beitragslücken hast oder unter dem massgebenden Höchsteinkommen liegst.

Ist der AHV-Freibetrag ein Steuerabzug?

Nein. Er betrifft nur die Sozialversicherungsbeiträge. Auf die Einkommenssteuer hat er keinen Einfluss; Rente und Erwerbseinkommen werden normal besteuert.

Zahle ich als Rentner noch in die Arbeitslosenversicherung?

Nein. Ab dem Referenzalter entfallen die ALV-Beiträge vollständig. AHV, IV und EO laufen dagegen weiter, mit dem Freibetrag.

Quellen

Quellen am 15. September 2026 abgerufen, die Werte für 2027 am 13. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung und keine Vorsorge-, Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind die gesetzlichen Bestimmungen und die Auskunft deiner Ausgleichskasse.

 

2 Responses

  1. THEODOR EISENRING sagt:

    Das habe ich jetzt noch nie gelesen oder gehört, dass die AHV Rente gekürzt werden soll, wenn man im Alter weiterarbeitet. Bislang ist es so, dass man zwar AHV Beiträge zahlen muss, wenn der Freibetrag überschritten wird, diese aber keinen Einfluss mehr auf die Höhe der Rente haben. Mit der AHV Reform 2021 ist es nun so, dass diese Beträge ab 2024 rentenbildend sind. Man kann also so die AHV Rente nachträglich erhöhen:
    Im Merkblatt des Bundesamtes für Sozialversicherungen steht das so:
    „Wie bisher sind bei Weiterarbeit nach dem Referenzalter auf dem erzielten Einkommen AHV-Beiträge geschuldet,sofern dieses den gesetzlichen Freibetrag übersteigt. Mit der AHV-Reform werden diese neu «rentenbildend». Das heisst, dass Sie mit Ihren Beiträgen Ihre AHV-Rente – bis zur AHV-Maximalrente – verbessern können.“

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